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Die Auferstehung in den Evangelien und ihre Widersprüche

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"Durch den Ruf einer Taube kann ein neues Universum entstehen", so vorzeiten die Aussage einer Seele aus den anderen Sphären. Wenn aber ein solcher Schöpfungsruf, eine solch kolossale Wirkung hätte, dann könnte das Empfinden und Denken der Menschen über die fleischliche Auferstehung in den letzten Jahrtausenden diese fast hervorgebracht haben. Doch was zählt, ist das Naturgesetz.

 

Der Mensch in seiner Not über das Sein und dessen Endlichkeit brachte viele Philosophien, sogenannte Wahrheiten, Fabeln und Geschichten hervor, die entsprechend seinem Bewusstsein zeitweise als unumstößliche galten und deren Leugnung harte Strafen nach sich ziehen konnte. Schon die alten Ägypter, Perser, Babylonier, Griechen, Römer und Menschen bis in die heutige Zeit widmeten sich diesem Thema und ihre Lehren, Legenden und Dichtungen inspirierten die christlichen Schriftsteller und flossen so in die Evangelien, Briefe und andere christliche Schriften ein.

 

So wird ein Teil dieses menschlichen Dramas, dieses erschütternden und traurigen Geschehens, deutlich durch den Ruf eines frommen Mannes aus dem 1. Jahrtausend vor Christus, dessen Thema verständlicherweise noch heute die Empfindung vieler ist, wenn auch tief in ihrem Innern verborgen: „Denn du gibst mich nicht der Unterwelt (Scheol, Hades) [1] preis; du lässt deinen Frommen das Grab nicht schauen (die Verwesung nicht sehen). 11 Du zeigst mir den Pfad zum Leben. ...“ [2]

 

Für die Schriftsteller des Neuen Testamentes, hier der Apostelgeschichte, war diese Aussage aus dem Alten Testament eine passende und gültige Weissagung [3] über Jesus, eine der Prophezeiungen oder Voraussagen zur Schöpfung der Auferstehungsgeschichte, war doch nach ihrer Meinung „alle Schrift, von Gott eingegeben; ...“ [4]. Folglich konnte nach Psalm 16 Jesus sein Leichnam nicht, entgegen den Naturgesetzen, im Grab verwesen. Bestärkt und vollendet wurde diese Exegese [5] noch, da es im Judentum u. a. auch die Lehre von der leiblichen bzw. fleischlichen Auferstehung gab und sogar bei Jesus seinem Ableben angeblich „viele aus den Gräbern hervorkamen und nach Jerusalem hinunter gingen“ [6], so das Neue Testament der Bibel.

 

Der Apostel Petrus beruft sich nach der Apostelgeschichte auf Psalm 16:10 als prophetische Vorhersage auf Christus, denn, „sagte er doch vorausschauend über die Auferstehung des Christus: „Er gibt ihn nicht der Unterwelt (Scheol, Hades) preis und sein Leib schaut die Verwesung nicht. Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen.“ [7]

 

Paulus soll dann in Antiochien fast die gleiche Argumentation gebraucht haben. Er zitierte u. a. auch Psalm 16 als „Verheißung Gottes“ und sagte, dass zwar David „die Verwesung gesehen“ hätte, aber "den Gott auferweckt hat (Jesus), der hat die Verwesung nicht gesehen. [8]

 

Die Geschichte von der leiblichen Auferstehung verfestigte und verbreitete sich immer mehr und ist Bestandteil der Hoffnung vieler Gläubiger bis in die heutige Zeit. Ein Christ aus dem 3. Jh. nach Christus fast zusammen:

 

„Der allmächtige Gott wird uns auferwecken durch Gott, unsern Heiland, wie er verheißen hat. Er wird uns aber von den Toten auferwecken, so wie wir sind in dieser Gestalt, die wir jetzt tragen, jedoch in großer Herrlichkeit des ewigen Lebens, indem nichts an uns fehlt.“ [9]

 

Der Gebrauch des Alten Testamentes, mit seiner angeblichen Fülle von göttlich inspirierten Weissagungen, als Basis für die Erstellung der Evangelien und für die Auferstehungsgeschichte des Propheten Jesus, die Mitgliederwerbung, der Konkurrenzkampf mit anderen Glaubensrichtungen und Religionen und auch ein bisschen Historie, führten zu ergreifenden Geschichten, deren Widersprüchlichkeit hinreichend belegt ist, die aber ihren Höhepunkt in den Auferstehungsberichten der Evangelien finden.

 

Ad absurdum und "Der Pfad zum Leben ..."

 

Im Markus- und Matthäusevangelium wird Jesus von Josef von Arimathäa allein in ein Grab gelegt und er wälzt bei beiden „einen Stein vor des Grabes Tür“. Bei dem Johannesevangelium dagegen gesellt sich noch Nikodemus hinzu, der dem Josef v. A. bei der Beerdigung hilft. Das Lukasevangelium erwähnt ebenfalls Josef v. A, aber nicht Nikodemus, jedoch wissen Lukas und Johannes nichts vom Verschließen des Grabes mittels eines großen Steines. [10] 

 

Im Petrusevangelium geben zwar die Juden „seinen Leib dem Joseph“ v. A., der „ihn in sein eigenes Grab“ legt, dieses jedoch nicht mit einem Stein verschließt, denn hier „wälzten alle (Älteste, Schriftgelehrte, Soldaten), die dort waren, zusammen mit dem Hauptmann und den Soldaten einen großen Stein herbei und legten ihn vor den Eingang des Grabes.“ [11]

 

Bei Matthäus und Markus schauen „Maria von Magdala und die andere Maria, die Mutter des Joses“ zu, wie Jesus in das Grab gelegt wird, bei Lukas sind es dann schon Maria von Magdala und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter und die andern“, während Johannes und das Petr.-Ev. die Frauen ganz weglassen. [12]

 

Bei Matthäus stellt der römische Statthalter Pilatus auf Wunsch der jüdischen Hohenpriester und der Pharisäer „bis zum dritten Tag“ Wachen für das Grab Jesu zur Verfügung, damit „nicht seine (Jesu) Jünger kommen und ihn stehlen und zum Volk sagen: Er ist auferstanden von den Toten, ...“, so „die Hohenpriester mit den Pharisäern“. Im Petrusevangelium wird der Kreis der Wache haltenden wesentlich größer, da Pilatus den Hauptmann Petronius nebst Soldaten zur Verfügung stellt, denen sich als Verstärkung jüdische Älteste und Schriftgelehrte anschließen und „sie schlugen ein Zelt auf und hielten“ alle „drei Tage lang“ „Wache“ am Grab. Doch Markus, Lukas, Johannes und z. B. Epistula Apostolorum (Brief der Apostel) oder die Syrische Didaskalia [s. u.] bzw. die Didaskalia Apostolorum (Lehre der Apostel) wissen von den römischen Wachen, den Hohenpriestern und Pharisäern am Grabe nichts. [13]

 

Sehr früh am Sonntagmorgen gehen bei Markus drei Frauen zum Grab Jesu: Maria von Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome. Matthäus nennt nur zwei Frauen: Maria v. Magdala und die andere Maria. Bei Lukas erhöht sich die Zahl der Frauen und er berichtet von „Maria von Magdala, Johanna und Maria, des Jakobus Mutter und die andern mit ihnen“. Epistula Apostolorum (Brief der Apostel) ist ganz sicher, dass es Sarah, Martha und Maria Magdalena waren. Johannes dagegen weiß nur von einer Frau, der Maria von Magdala, die „früh, als es noch finster war“, allein am Grab eintrifft. Das Petrusevangelium erzählt von „Maria Magdalena, die Jüngerin des Herrn“, die „mit sich ihre Freundinnen zum Grabe“ nahm. [14]

 

Die Beweggründe sind bei den Frauen ganz verschieden, denn bei Markus, Lukas und Epistula Apostolorum möchten sie Jesus salben, trotzdem nach Johannes das vorher bei der Beerdigung schon Josef von Arimathäa und Nikodemus unter Verwendung von „wohlriechenden Ölen“ und „Myrrhe gemischt mit Aloe“ getan hatten, die ihn dann anschließend „in Leinentücher“ banden. Bei Matthäus kommen die Frauen nur, „um nach dem Grab zu sehen“, beim Petrusevangelium um zu „weinen und zu klagen“ und Geschenke „zu seinem Gedächtnis“ zu bringen: Für Maria von Magdalas Kommen wird bei Johannes kein Grund genannt. [15]

 

Nach Markus, Lukas, Johannes und Epistula Apostolorum stellen die Frauen fest, „dass der Stein weggewälzt war“, während nur bei Matthäus, verbunden mit einem Erdbeben, mit einer Gestalt „wie der Blitz“, und einem Gewand „weiß wie der Schnee“, „der Engel des Herrn vom Himmel herab“ kam, „und den Stein“, im Beisein der Frauen, beiseiteschob, auf den er sich dann setzte – vor dem Grab. [16]

 

Das Petrusevangelium berichtet noch "präziser", denn es „erscholl eine laute Stimme aus dem Himmel“, der sich öffnete, „und zwei Männer in großem Lichtglanz von dort herniedersteigen“ und der Stein „geriet von selbst ins Rollen“ und die beiden „Jünglinge“ gingen in das Grab. Anschließend kamen die sehr großen „bis zum Himmel“ reichenden „Männer“ mit dem sichtbar geschwächten, aber gewachsenen Jesus wieder heraus, der jetzt die Himmel überragte. Vor lauter Wunderei folgte ihnen noch ein Kreuz, das auf die Frage aus dem Himmel: „Hast du den Entschlafenen gepredigt?“ mit „ja“ antwortet. Andere Evangelien und Berichte kennen ein solches nächtliches Ereignis nicht. [17]

 

Dann lassen Markus, Lukas und Epistula Apostolorum die Frauen in ein leeres Grab gehen. Bei dem ersten Erzähler treffen sie dort im Grab „einen Jüngling“, der „ein langes weißes Gewand an“ hat, beim zweiten „traten [im Grab] zu ihnen zwei Männer in glänzenden Kleidern“ und Epistula Apostolorum kennt nur das leere Grab und keinen Jüngling, doch statt dessen Jesus, der den Frauen erschien und sie bat: „Weinet nicht mehr? Ich bin’s den ihr suchet.“ Die Maria Magdala des Johannes sieht nur das offene Grab und läuft sofort zu Petrus und den Jüngern und klagt, dass sie nun nicht wissen, „wo sie ihn hingelegt haben“. Die Jünger und Petrus überzeugen sich davon, dass der Leichnam nicht mehr im Grab ist, und gehen dann „wieder heim“. Vorher beobachtet Petrus jedoch noch, dass die „Leinentücher“ noch im Grab liegen und das „Schweißtuch ... zusammengewickelt daneben“, wogegen im Hebräerevangelium Jesus sein „Leintuch dem Diener des Priesters gegeben hatte“. Bei Lukas war es lediglich Petrus allein der zum Grab ging, um nachzusehen, ohne die Jünger. [18]

 

Markus und Matthäus kennen die Inspektion der Jünger in der Begräbnisstätte nicht, zumal es bei Markus heißt: „Und sie [die Frauen] sagten niemandem etwas“. Maria M. schaut bei Johannes dann doch noch weinend in das Grab „und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen.“ Diese sagen lediglich: „Frau was weinst du?“, mehr nicht. Sie wendet sich dann um und sieht hinter sich den Gärtner stehen, der sie fragt: „Frau, was weinst du? Wen suchst du?“ Sie fragt ihn, wo er den Leichnam hingelegt hätte. Der Gärtner nennt sie beim Vornamen „Maria“ und sie erkennt, dass es Jesus war, der jedoch eine Berührung verweigert und sagt: „Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater.“ Die Frauen bei Matthäus dürfen jedoch die Füße des Auferstandenen berühren und im Hebräerevangelium heißt es: „... und alsbald berührten sie (Petrus/Jünger) ihn (Jesus) und wurden gläubig“. [19]

 

Die Matthäuswachen, welche sich bei dem Erscheinen der Engel tot stellen, laufen zu den Ältesten, die ihnen viel Geld geben, damit sie erzählen: „Seine Jünger sind in der Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.“ Im Petrusevangelium dagegen war es Pilatus, der auf Wunsch der jüdischen Ältesten, „dem Hauptmann und den Soldaten befahl, nichts zu sagen“. Bestochen wurden sie hier nicht. [20]

 

„Frau was weinst du?“ und nur das hatten, wie gesagt, zwei „Engel“ bei Johannes die Maria v. Magdala gefragt. Bei Markus und Matthäus sagt der eine „Jüngling/Engel“ den Frauen: „Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten“ und für die Jünger: „Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen“. Lukas lässt seine zwei „Männer“ sagen: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ Von einem Treffpunkt in Galiläa wissen Lukas und Johannes nichts, denn nach dem Johannesevangelium 20,17 soll Maria v. Magdala eine ganz andere Botschaft Jesu überbringen: „Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: „Ich fahre auf zu meinem Vater ..., zu meinem Gott ...“ Im Petrusevangelium ist Jesus bereits in der Nacht vor der Grabinspektion durch Maria Magdalena und ihre Freundinnen direkt in den Himmel aufgestiegen. Sagte doch der „Jüngling“ im Grab: „Er ist auferstanden und weggegangen und dorthin gegangen, von wo er gesandt worden ist.“ [21]

 

Jesus „erschien“ nach Markus „zuerst der Maria v. M.“ und „danach offenbarte er sich in anderer Gestalt“ zwei Jüngern, „als sie über Land gingen“ und zuletzt auch den elf Jüngern, als sie „zu Tisch saßen“. Bei Matthäus erscheint Jesus zwei Frauen, der „Maria von Magdala und der anderen Maria“, „und sie umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder“ und auf einem Berg in Galiläa, wohin bei Markus der Engel und bei Matthäus Jesus die Jünger gebeten hatte, „sahen“ diese ihn und erhielten ihre Missionsanweisungen. Von der Emmauserscheinung des Lukas wissen diese beiden Schreiber nichts. [22]

 

Denn Lukas kennt eine Erscheinung Jesu vor Frauen nicht, ließ aber zwei Jünger in das Dorf Emmaus gehen, zu denen sich eine dritte Person hinzugesellte, die sie jedoch nicht als Jesus identifizierten, selbst seine Predigt half da nichts. Erst als er das Brot nahm, dankte, und es ihnen gab, „wurden ihre Augen geöffnet und sie erkannten ihn“. Sie eilten zu den 11 Jüngern nach Jerusalem, um zu berichten: „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und (auch) Simon (Petrus) erschienen.“ „Als sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mitten unter sie ...“ Auf die Befürchtung der Jünger, dass er ein Geist sei, sagte er: „Fasst mich an und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich sie habe. Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und Füße ...“ und fragte sie: „Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm ein Stück gebratenen Fisch vor. Und er nahm's und aß vor ihnen“. Neben Lukas berichtet nur noch die Apostelgeschichte, dass Jesus selbst aß, und lässt Petrus sagen: „... die wir (Jünger) mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten“. [23]

 

Johannes berichtet von vier Erscheinungen, doch nur bei einer Frau, der Maria v. M. Dann bei den 11 Jüngern und er zeigt diesen als Legitimation seine durchbohrten Hände und seine verwundete Seite. Etwas später erschien er wieder den Jüngern und fordert dabei Thomas auf seine Wundmale anzufassen. Letztmalig „offenbarte“ sich Jesus nach dem Johannesevangelium am See Tiberias (See Genezareth), als die Jünger ohne Fang vom Fischen zurückkamen. Jesus stand am Ufer, aber die Jünger „wussten nicht das es Jesus war“. „Kinder, habt ihr nichts zu essen?“ fragte der „von den Toten“ Auferstandene. Sein Lieblingsjünger erkannte ihn, doch niemand „wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war“. Die anderen Evangelien kennen diese Erscheinung am See Tiberias nicht, dafür weiß Johannes nichts von einem Treffen auf einem Berg in Galiläa und kennt auch nicht das Treffen des Auferstandenen mit den Emmausjüngern. [24]

 

Nach dem Evangelium Epistula Apostolorum ging der auferstandene Jesus zusammen mit den Frauen zu den Jüngern. Sie hielten ihn für einen Geist und zweifelten. Da forderte er Petrus auf: „... lege du ... deine Finger in das Nägelmal meiner Hände ... du, Thomas, lege deine Finger in den Lanzenstich meiner Seiten ... du Andreas, sieh nach, ob mein Fuß auf die Erde tritt und dabei Spur hat“, denn „Ein Gespenst, ein Dämon, haftet nicht auf der Erde.“  Die Überprüfung des Nägelmals durch Petrus und die Aktion des Andreas kennen die anderen Evangelien nicht. [25]

 

Das Petrusevangelium kennt keine Erscheinung Jesu nach seinem Tode, zumal hier zwei Engel ihn aus dem Grab abgeholt haben und er sofort in den Himmel aufgefahren ist, es sei denn, dass nächtliche Erlebnis der Soldaten, des Hauptmanns und der jüdischen Ältesten am Grab wird als Erscheinung gerechnet, da diese ja den, zwar von Engeln gestützten, doch lebenden Jesus aus dem Grab herauskommen sahen. Nach dem nur fragmentarisch erhaltenen Hebräerevangelium erscheint Jesus im Widerspruch zu den anderen Evangelien zuerst „dem Diener des Priesters“ und übergibt ihm sein Leintuch aus dem Grab. Anschließend geht er zu Jakobus, dem er erscheint und zu dem er spricht: „Mein Bruder, iss dein Brot, weil des Menschen Sohn von den Entschlafenen auferstanden ist.“ Und etwas später zu Petrus und seinen „Genossen“: „Fasset, betastet mich und sehet, dass ich kein körperloser Dämon bin, und alsbald berührten sie ihn und wurden gläubig, da sie sein Fleisch und Blut angefasst hatten.“ Die Syrische Didaskalia weiß es wieder ganz anders, denn hier „erschien er der Maria v. M. und der Maria, der Tochter des Jakobus, und im Morgengrauen des Sonntags trat er bei Levi ein, und dann erschien er auch uns (den Jüngern)“. [26]

 

Ganz anders die frühen Schriften des Apostels Paulus, die nach der theologischen Forschung Jahrzehnte vor den Evangelien entstanden: Sie erwähnen keine Erscheinung Jesu vor den Frauen, jedoch „das er [Jesus angeblich] gesehen [wurde] von Kephas [Petrus] und den Zwölfen ... von 500 Brüdern auf einmal ... von Jakobus, danach von allen Aposteln“ und von ihm, wobei die Authentizität (Echtheit) der Ereignisse angezweifelt werden darf. Die Evangelien nach Markus und Matthäus kennen die so wichtige Erscheinung des auferstandenen Jesu vor Petrus nicht und im Lukasevangelium liest sie sich eher wie eine unglückliche nachträgliche Einfügung. [27]

 

Die Acta Apostolorum (Taten der Apostel), die Apostelgeschichte des Neuen Testamentes der Bibel, verlängert den Aufenthalt des Auferstandenen bis zu seiner Himmelfahrt extrem auf vierzig Tage, denn ihnen (Apostel) zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen ...“, während Markus, Lukas, Johannes und das Petrusevangelium beim Zeitpunkt der Himmelfahrt mehr zu den ersten Tagen nach seinem Ableben tendieren. Das Evangelium Pistis Sophia, griechisch Glaube / Weisheit, 200-300 n. Chr., behauptet sogar, dass Jesus noch 11 Jahre nach seiner Auferstehung auf Erden gewirkt habe, um die Jünger zu unterweisen.

 

Ganz anders das Matthäusevangelium; es lässt dieses große und wichtige Ereignis, die Himmelfahrt Christi, einfach weg. Nach der Apostelgeschichte, sagte Jesus zuletzt zu ihnen: „8 ... ihr werdet meine Zeugen sein ... bis an die Enden der Erde“. 9 Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. 10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. 11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.“ [28]

 

Doch nach der Epistula Apostolorum hatten die Apostel die Himmelfahrt Jesu ganz anders in Erinnerung. Sagte Jesus doch zuletzt: „Siehe, nach drei Tagen und drei Stunden wird der, welcher mich gesandt hat, kommen, damit ich mit ihm gehe.“ Und wie er sprach, traten Donner und Blitz und Erdbeben ein, die Himmel öffneten sich einen Spaltbreit und eine lichte Wolke kam und nahm ihn fort. Und wir hörten die Stimme vieler Engel, wie sie sich freuten und priesen und sprachen: „Versammle uns, Priester, im Licht der Herrlichkeit! [29]

 

Ohne Schaden durch solche Göttergeschichten, auch Werbe- und Verteidigungsschriften, bleibt das Naturgesetz über die Existenz der Seele oder des zweiten Körpers. Mit einer primären Kraft im Universums, den Empfindungen und Gedanken, kann der Mensch diesen gestalten. Die Eigenschaft der Seele bzw. des Energiekörpers, ihren menschlichen Körper des Nachts vorübergehend verlassen zu können, führt zu der Annahme, dass eine Wiedereinverleibung einer Seele auch bei der Geburt eines Menschen stattfinden kann. Das ist dann quasi eine Auferstehung im Fleische, jedoch in einem anderen Körper, was auch den Naturgesetzen entspricht. Eine seit zwei Jahrhunderten weltweite Forschung bezüglich dieser Themen, deren Publizierung und auch die Möglichkeit durch eigene unabhängige Versuche entsprechende Erkenntnis zu erlangen, können das Vorgesagte nur bestätigen.

 

Jahrzehntelange Erfahrungen als Medium beim Umgang mit Seelen bzw. Energiekörpern aus den anderen Sphären um uns, zeigten u. a. auch die verschiedensten Bewusstseinsstände an, was auch durch ihre unterschiedlichen Schwingungen bzw. Ausstrahlungen zu erkennen war. Ganz selten war eine Atmosphäre bzw. Leuchtkraft eines Wesens zu spüren, die über den Durchschnitt weit hinausging.

 

Wenn jedoch durch ein Wesen eine solche starke Energie oder Lebenskraft über meine Seele im Kopf in meinen Körper übertragen wurde, dann trat eine angenehme Entspannung ein. Kleine Unpässlichkeiten verschwanden sofort, alles war klarer und ich fühlte mich wohl. Es ist nicht auszuschließen, dass der Aufbau einer solchen Energie an hohe Empfindungen, Gedanken und Taten gebunden ist, die eher im übermenschlichen- bzw. göttlichen Bereich liegen und deren Träger aus einer Sphäre oder Welt kommen, deren hohe geistige Energie durch die dort lebenden Wesen erzeugt und erhalten wird.

 

Das kann für uns bedeuten, dass hohe Empfindungen, Gedanken und Taten dazu beitragen, dass sich nach und nach die Persönlichkeit und die Seele durchlichten und so mehr Lebens- oder Geistkraft aufbauen. Es ist eine Persönlichkeitsevolution, möglicherweise über mehrere Inkarnationen, die auch eine Stehaufmännchen-Mentalität abverlangt und eine mehr galaktische Geduld. Der Lohn ist mehr Freiheit.

 

Die Vernunft gebietet jedoch den Suchenden zu berücksichtigen, dass Seelen, Wesen oder Geister aus den nahen Sphären um uns auch eine B-Seite haben oder einfach aus einer anderen Kultur kommen, einer anderen Philosophie zugehören, die wir nicht kennen, die aber möglicherweise äußerst unangenehm werden kann. Und, viele mediale Botschaften oder Aussagen sind zwar gut gemeint, doch sie enthalten mehr Meinung oder Halbwahrheiten.

 

Erklärungen, dass die vorgenannten Erkenntnisse nur Versuche sind, die Endgültigkeit des Todes zu mildern oder gar aufzuheben, dass sie eine Projektion, also eine Übertragung von eigenen Vorstellungen, Wünschen und Gefühlen als Abwehrmechanismus darstellen oder gar eine Verdrängung oder neurotische Selbstentzweiung bzw. kindliche Wunschvorstellung, eine verstandesmäßig nicht fassbare, vernunftswidrige Angstabwehr seien, können so ad absurdum geführt werden. 

 

Das gelingt sukzessive besonders auch durch eine weltweite empirische Forschung, also durch eine Methode die sich auf Erfahrung stützt, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und so auch die Existenz der Seele bewiesen hat. Diese und ihr Loslösen beim Ableben stellen ein Naturgesetz dar, das für alle Menschen galt und gilt, so z. B. auch für Jesus von Nazareth, Platon, Pythagoras, Buddha, Gandhi u. a.

 

Leider hat die christliche Kirche den oben skizzierten Auferstehungsmythos, der die Aufstehung des Fleisches einschließt, immer wieder den Menschen suggeriert. Schon im Altrömischen Glaubensbekenntnis aus dem 2. Jh. musste der Christ bezeugen, dass er „an des Fleisches Auferstehung“ glaubt, was noch übertroffen wurde, weil er im gleichen Bekenntnis das Kuriosum bejahen musste, dass Jesus „geboren ist aus Heiligem Geist und Maria, der Jungfrau“. [30]

 

Kirchenväter lehrten im gleichen Sinne, dass z. B. "wir in diesem Fleisch unseren Lohn empfangen werden.“ [31] Justin der Märtyrer, ca. 100-165 n. Chr., Philosoph, Theologe und einer der frühesten Apologeten der christlichen Kirche bezeugt: „Wir erwarten, dass wir unsere toten und in die Erde hineingelegten Leiber wiedererlangen werden, indem wir behaupten, dass bei Gott nichts unmöglich ist.“ ... Und bezüglich von Lohn und Strafe sagt er weiter: „Platon [32] hat übrigens in gleicher Weise gesagt, dass Radamanthys und Minos [33] die Ungerechten, wenn sie vor ihnen erscheinen, bestrafen werden; wir aber sagen, dass das Gleiche geschehen werde durch Christus und dass sie in ihren ursprünglichen Leibern mit ihren Seelen eine ewig währende Strafe erdulden werden, nicht nur eine tausendjährige, wie jener (Platon) annahm.“ (Justin, Apologie 18 u. 8)

 

Und in www.kirchlich.net ist noch im Jahre 2012, unter „Das katholische Glaubensbekenntnis 83, Es wird unserer eigener Leib sein“, zu lesen: „Bei diesem auferweckten Leib wird es sich um unseren eigenen Leib handeln. So wie Christus mit seinem eigenen Leib auferstanden ist, so werden auch wir mit unserem eigenen Leib auferstehen. Im Katechismus der Katholischen Kirche heißt es dazu: Christus ist mit seinem eigenen Leib auferstanden: Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. (Lukas 24:39) ... Desgleichen werden in ihm "alle ... mit ihren eigenen Leibern auferstehen, die sie jetzt tragen". (4. Laterankonzil v. 1215 unt. Papst Innozenz III; Denzinger 801; KKK 999)“

 

Celsus, ein antiker platonischer Philosoph, stellt jedoch in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts die Frage an die Christen: „Übrigens möchte ich doch genauer fragen: Steht man mit Körper auf oder ohne Körper und mit welchem Körper, mit altem, mit neuem? Ohne Körper? Aber soviel ich weiss, ist dies weder Verstand, noch Seele, noch Leben. Mit diesem Körper? Aber der ist schon vorher zergangen. Mit anderem Körper? Also wird ein neuer Mensch geboren, nicht jener alte wird repariert. Und doch ist eine so lange Zeit hingegangen, zahllose Jahrhunderte sind verflossen, ohne dass auch nur einer von der Unterwelt zurückkam, es sei mit dem Protesilauslose [34], der Erlaubnis eines Verkehrs etlicher Stunden, es sei, damit wir dem Exempel glauben lernten ...

 

Einfältig aber ist es von ihnen [den Christen] auch zu glauben, wenn Gott einmal wie ein Koch das Feuer herbeigebracht, werde das ganze übrige Geschlecht gebraten [alle Nichtchristen] werden; sie selber aber allein werden bleiben, nicht nur die Lebenden, sondern auch die längst einmal Gestorbenen, nachdem sie mit jenem ihrem leibhaftigen Fleisch von der Erde wieder aufgetaucht [leibliche Auferstehung], durchaus die Hoffnung von Würmern! ...

 

Denn welcher ganz vernichtete Leib vermag zu seiner anfänglichen Natur zurückzukommen [leibliche Auferstehung] und gerade zu jenem ersten Bestand, aus welchen er aufgelöst worden? Da sie nichts zu erwarten haben, so nehmen sie zum unsinnigsten Rückzug ihre Zuflucht: dass alles Gott möglich sei.“ [35]

   

Der Theologe C. Schneider bilanziert: „Nun sind aber nicht die Lehren von dem Aufstieg, der Läuterung und der Unsterblichkeit der Seele für das Christentum typisch und maßgebend geworden, sondern die mit einer kaum zu begreifenden Leidenschaftlichkeit durchgekämpfte und schließlich in den meisten Kirchen siegreiche Lehre von der Auferstehung des Fleisches. Lange Zeit und in weiten Kreisen wird sie zum Zentraldogma des Christentums.“ (Geistesgeschichte der christlichen Antike, 1970, S. 274, 275)

 

Es ist nicht gut, wenn Meinungen über unverstandene Naturgesetze zu Dogmen gemacht oder Götterdichtungen, also Legenden, für göttlich inspiriert erklärt werden. Leider hat das die christliche Kirche schon im ersten Jahrhundert getan, indem sie um einen kleinen Wahrheitskern ein immer größer werdendes "faules Fruchtfleisch" sponn. Auf solch einem Fundament aufgebaut, forderte die dann folgende fast zweitausendjährige jahweistische Theokratie der christlichen Kirche viele Opfer, die wegen ihrer anderen Ideen, Lehren oder Meinungen grausam verfolgt wurden, wie z. B. Ketzer, Häretiker und Juden. Das begann bereits im 4. Jh. n. Chr. Sie erlitten die Einziehung des Besitzes, Diskriminierung und Diskreditierung, die Folterung, Verbrennung und andere Todesarten.

 

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Anmerkungen:

Bild 1: © Junge Libanonzeder, minerva79.de

Bild 2: © Junge Himalayazeder, minerva79.de

 

[1] Unterwelt, hebräisch Scheol, griechisch Hades. - Scheol bezeichnet im jüdischen Tanach das Totenreich. Nach dem Tode müssen dort gerechte und ungerechte Menschen hinabsteigen, um ein Leben in Finsternis und Trostlosigkeit zu führen. Dieser Ort liegt in den Tiefen der Erde. Der jüdische und christliche Gott Jahwe herrscht über dieses Reich und es wird erzählt, dass er Tote von dort wieder zurückholen kann. „Der Herr tötet und macht lebendig, führt hinab zu den Toten und wieder herauf.“ (1. Samuel 2:6)

Hades bezeichnet in der griechischen Mythologie die Unterwelt. Gott Hades ist deren Chef. Zu ihm gehört der dreiköpfige Höllenhund Kerberos, der den Eingang bewacht, sodass kein Lebender diesen Ort betreten und kein Toter ihn verlassen kann. Den Transport übernimmt der Fährmann Charon. Mit einer Geldmünze unter der Zunge, dem bekannten Obolus, kann dann der Fluss Styx überquert werden, der die Ober- und Unterwelt voneinander trennt.

 

[2] Bibel, Einheitsübersetzung, Psalm 16:10,11. Verfasser David: Feldherr; König von Juda und Israel. Berichte seiner Taten sind hauptsächliche in den Büchern Samuel des Alten Testamentes (AT) der Bibel enthalten. Es wird angenommen, dass er der Verfasser von ca. 70 Psalmen (AT) war. Im AT und Neuem Testament der Bibel wird der Messias als Sohn Davids bezeichnet. Gestorben 961 v. Chr.

 

[3] Als Weissagung, Prophezeiung oder Verheißung bezeichnet man im religiösen Zusammenhang das Vorherwissen und die Vorhersage einer zukünftigen Entwicklung. Als eine alte Liebhaberei war sie besonders auch in der Antike den Menschen vertraut, also auch den sogenannten Heiden. Neupythagoreer und Neuplatoniker glaubten an die heidnischen Vorhersagen, sogar Plinius der Ältere und Cicero. Kaiser Augustus sah sich um das Jahr 12. v. Chr. genötigt ca. zweitausend Weissagungsbücher, die kein Zertifikat hatten, verbrennen zu lassen. (Sueton Augustus, 31)

 

Der Glaube des christlichen Märtyrers Justin  (Heiliger um 100 bis ca. 165 n. Chr., Philosoph, Theologe u. Apologet) an Jesus beruhte hauptsächlich auf Weissagungen. (Justin Apologie, 1,30 f; 1,37 f.)

 

Origenes (um 185 bis ca. 254 n. Chr., christlicher Kirchenschriftsteller, Lehrer u. Theologe) will „tausend Stellen“ im Alten Testament gezählt haben, die prophetisch über Christus weissagen bzw. prophezeien. (Origenes Celsus, 4,2)

 

Natürlich stehen im Neuen Testament über 200 Zitate aus dem Alten Testament und Hunderte Hinweise darauf. Hinzu kommt jedoch, dass Forscher und Theologen zu dem Ergebnis gekommen sind, dass die Autoren der Evangelien viele vermeintliche Tatsachen dem Alten Testament entnommen haben und in Jesus seine Lebensgeschichte hinein interpretierten.

 

Der Theologe Bousset bilanziert: „Wir sehen hier die dichtende Gemeinde vor uns, die die Farben ihres Gemäldes dem Alten Testament entlehnt.“ (Bousset, W., Kyrios Chrystos, 2. Aufl., 1921, S. 72)

 

[4] 1. Timotheus 3:16, Luther-Bibel 1984

 

[5] Exegese, griechisch exegesis; Erklärung und Auslegung von Texten, insbesondere die Auslegung der Bibel.

 

[6] „Jesus aber schrie noch einmal laut auf. Dann hauchte er den Geist aus. 51 Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte und die Felsen spalteten sich. 52 Die Gräber öffneten sich und die Leiber vieler Heiliger, die entschlafen waren, wurden auferweckt. 53 Nach der Auferstehung Jesu verließen sie ihre Gräber, kamen in die Heilige Stadt (Jerusalem) und erschienen vielen.“ (Bibel, Einheitsübersetzung, Matthäusevangelium 27:50-53)

 

[7] Bibel, Einheitsübersetzug, Apostelgeschichte 2:24-32

 

[8] Lutherbibel 1984, Apostelgeschichte 13:35-37

 

[9] Didaskalia Apostelorum Kapitel 22, Die Auferstehung der Toten, Seite 97. (S. 316: „Der Verfasser glaubte an die Auferstehung des Fleisches ...“) Die Syrische Didaskalia entstand um 280 n. Chr. in Syrien.

 

Fälschungen für den vermeintlich guten Zweck. - Auszüge aus: Die syrische Didaskalia. Übersetzt und kommentiert von Hans Achelis und Johs. Flemin, Leipzig, 1904:

 

„Der Verfasser schrieb unter dem Namen der zwölf Apostel. Er wünschte , dass sein Werk als apostolische Schrift aufgenommen wurde, und sein Wunsch ist in Erfüllung  gegangen. Nach unsern Anschauungen müssten wir ihn kurzweg für einen Fälscher erklären ... [S. 385]

 

Es ist nicht die Überschrift  allein, die irreleiten soll: „Didaskalia, das ist die katholische [das Ganze betreffende, allgemeine] Lehre der zwölf  Apostel und heiligen Schüler  unsers Erlösers "; der Inhalt kündigt  sich nicht minder mit dem Posaunenstoß  eines apostolischen Erlasses an. Sie ist die „Lehre Gottes" 1, 15, „auf den Befehl unsers Erlösers  niedergeschrieben", und sie „stimmt mit seinen preiswürdigen  Worten überein " 1, 16; ...

 

In den weiteren Verlauf der Kirchenordnung [Syrische Didaskalia] werden immer von Zeit zu Zeit Äußerungen  eingestreut, die den apostolischen Verfasser verraten sollen; so 21, 23 die Bemerkung: „Denn auch Judas hat uns keinen Schaden gebracht, als er mit uns betete, sondern ist allein untergegangen". Oder die Apostel sprechen von sich in der ersten Person Pluralis, wie etwa 67, 1: „Wir wiederum, die Apostel, die wir für  würdig  gehalten worden sind, Zeugen seiner Offenbarung und Prediger seines göttlichen  Wortes zu sein, haben aus dem Munde des  Herrn Jesus Christus gehört  und wissen  wahrhaftig und sagen, was sein Wille und der Wille seines Vaters ist", oder es ergreift einer von ihnen das Wort wie 54, 6: „Denn auch ich, [S. 386 >] Matthäus, der ich einer von den zwölf Aposteln, die in dieser Didaskalia zu euch reden, bin zuvor ein Zöllner gewesen", ...

 

Die Leidensgeschichte Jesu muss selbstverständlich im Tenor eines Augenzeugen erzählt werden 105, 25...

 

Man beachte zunächst, das sämtliche Kirchenordnungen von der Didache an sich in irgendeiner Form auf die Apostel zurückführen. Sie gaben damit der Überzeugung Ausdruck, dass alle Einrichtungen der Kirche auf Anordnung der Apostel beruhen. Vgl. etwa noch 67, 25; 77, 10; 102, 20; 119, 10...

 

[S. 387 >] Die katholische Kirche berief sich auf die ideale Autorität der zwölf Apostel und sah keinen Grund ein, warum sie nicht die ganze volle Gegenwart mit der apostolischen Gründungszeit identifizieren sollte. Es ging alles, so wie es war, in die apostolische Zeit [1. Jahrhundert] zurück.“

 

[10] Bibel, Neues Testament, Markusevangelium 15:43,46; Matthäusevangelium 27:57,60; Johannesevangelium 19:38-42; Lukasevangelium 23:50-53

 

[11] Petrusevangelium 23,31,32,33

 

[12] Markusevangelium 15:43-47; Matthäusevangelium 27:57-61;

Lukasevangelium 23:50-55; Johannesevangelium 19:38-42, Petrusevangelium 21,32

 

[13] Matthäusevangelium 27:64,65; Petrusevangelium 30,31; Markusevangelium, Kapitel 15 u. 16; Lukasevangelium, Kapitel 23,24; Johannesevangelium, Kapitel 19 u. 20; Epistula Apostolorum 16-19; Die syrische Didaskalia, Achelis u. Flemming, 1904, S. 106,107

 

[14] Markusevangelium 16:1; Matthäusevangelium 28:1; Lukasevangelium 24:10; Epistula Apostolorum 16; Johannesevangelium 20:11

 

[15] Markusevangelium 16:1; Lukasevangelium 24:1; Epistula Apostolorum 16; Johannesevangelium 19:39,40; Matthäusevangelium 28:1; Petrusevangelium 52.54; Johannesevangelium, Kapitel 20

 

[16] Markusevangelium 16:3,4; Lukasevangelium 24:2; Johannesevangelium 20:1; Epistula Apostolorum 16; Matthäusevangelium 28:2

 

[17] Petrusevangelium 35-41

   

[18] Markusevangelium 16:5,6; Matthäusevangelium 24:2; Epistula Apostolorum 16,17; Johannesevangelium 20:1,2,10; He- bräerevangelium: nach Hieronymus; Lukas 24:12  

 

[19] Markusevangelium 16:8, Johannesevangelium 20; Matthäusevangelium 28:9;

Hebräerevangelium: nach Hieronymus;

 

[20] Matthäusevangelium 28:11-15; Petrusevangelium 43-49

 

[21] Johannesevangelium 20:13; Markusevangelium 16:6,7, Matthäusevangelium 28:6,7; Lukasevangelium 24:5,6; Petrusevangelium 39,40,56

 

[22] Markusevangelium 16:5,9,12,14; Matthäusevangelium 28:9,10,16

 

[23] Lukasevangelium 24:13-31; 36,42; Apostelgeschichte 10:41

 

[24] Johannesevangelium 20:14,15,19,20,27, 21:1,4,5,12,13

 

[25] Epistula Apostolorum 19

 

[26] Petrusevangelium 35-40, Hebräerevangelium: nach Hieronymus;

Die syrische Didaskalia, Achelis u. Flemming, 1904, K. 21, S. 107

 

[27] Bibel, Neues Testament, 1. Korinther 15,5-8, Markusevangelium, Kapitel 16;

Matthäusevangelium, Kapitel 28; Lukasevangelium 24:34

 

[28] Apostelgeschichte 1:3, 8-11, 2:24, 13:37;  Markusevangelium 16:9,19; Lukasevangelium 24:1,7,50,51; Johannesevangelium 20:17; Matthäusevangelium, Kapitel 28;  Petrusevangelium 19,38-40,

 

[29] Epistula Apostolorum (Brief der Apostel) 96  

 

[30] Altrömisches Glaubensbekenntnis, ca. 2 Jh. n. Chr.: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen; - Und an Jesus Christus, seinen Sohn, den Einziggeborenen, unseren Herrn, - der geboren ist aus Heiligem Geist und Maria, der Jungfrau, - der unter Pontius Pilatus gekreuzigt und begraben wurde, - am dritten Tag auferstand von den Toten, - aufstieg in den Himmel, - zur Rechten des Vaters sitzt, - von dannen er kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten; - Und an den Heiligen Geist, - die heilige Kirche, - die Vergebung der Sünden, - des Fleisches Auferstehung. (Wikipedia)

 

Jesus Geburt, Lutherbibel 1984, Matthäusevangelium 1:18-25: „Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe er sie heimholte, dass sie schwanger war von dem Heiligen Geist. 19 Josef aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen.

 

Als er das noch bedachte, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem Heiligen Geist. 21 Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden ...

 

Als nun Josef vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. 25 Und er berührte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar; und er gab ihm den Namen Jesus.“

 

Die Verheißung der Geburt Jesu: Einheitsübersetzung, Lukasevangelium 1:35:„Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.“

 

Matthäusevangelium 1:22: "Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Jesaja 7,14): 23 „Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben“, das heißt übersetzt: Gott mit uns."

 

Die Geburt Jesu aus dem Protevangelium des Jakobus, ca. 150 n. Chr., in "Die Apokryphen, Verborgene Bücher der Bibel", 1999, E. Weidinger, S. 442: „19,1 Und siehe, eine Frau kam vom Gebirge herab, die sagte zu mir (Joseph): „Mann, wohin bist du unterwegs?“ Und ich sagte zu ihr: „Ich suche eine hebräische Hebamme.“ Und sie gab zur Antwort und sagte zu mir: „Bist du aus Israel?“ Und ich sagte zu ihr: „Ja.“ Sie aber sagte: „Und wer ist die, die in der Höhle gebären soll?“ Und ich sagte: „Meine Verlobte.“

 

Da sagte sie zu mir: „Dann ist sie also nicht dein Weib?“ Und ich sagte zu ihr: „Es ist Maria, die im Tempel des Herrn auferzogen worden ist; sie hatte ich mir zum Weibe erlost, und gleichwohl ist sie nicht mein Weib, sondern Empfängnis hat sie erhalten vom heiligen Geist.“ Da sagte die Hebamme zu ihm: „Das soll wahr sein?“ Und Joseph sagte zu ihr: „Komm und sieh!“ Und die Hebamme ging mit ihm hin. 2 Und sie standen an dem Platz, wo die Höhle war, und siehe, eine lichte Wolke hüllte die Höhle in Schatten.

 

Da sagte die Hebamme: „Erhoben ist heute meine Seele. Denn meine Augen haben Wunderbares gesehen; denn für Israel ist Heil geboren worden.“ Und sogleich verzog sich die Wolke aus der Höhle, und es erschien ein gewaltiges Licht in der Höhle, sodass unsere Augen es nicht ertragen konnten. Und nach kurzer Zeit verschwand jenes Licht, bis das Kind zu sehen war; und es kam und nahm die Brust von seiner Mutter Maria.

 

Und die Hebamme schrie auf und rief: „Groß ist der Tag heute für mich, dass ich dieses neue Schauspiel habe sehen dürfen!“ 3 Und die Hebamme verließ die Höhle. Da begegnete ihr Salome, und sie sagte zu ihr: „Salome, Salome! Ein neues Schauspiel habe ich dir zu erzählen: Eine Jungfrau hat geboren, was doch ihre Natur gar nicht erlaubt!“ Da sagte Salome: „So wahr der Herr, mein Gott, lebt, wenn ich meinen Finger nicht anlege und ihren Zustand untersuche, so glaube ich nicht, dass eine Jungfrau geboren hat.“

 

Die Feststellung der Jungfräulichkeit Marias aus dem Protevangelium des Jakobus, ca. 150 n. Chr.,  in "Die Apokryphen, Verborgene Bücher der Bibel", 1999, E. Weidinger, S. 443: „1 Und die Hebamme ging hinein und sagte zu Maria: „Lege dich zurecht! Denn kein geringfügiger Streit ist um dich im Gange. „Und Salome untersuchte unter Anlegen ihres Fingers ihren Zustand. Dann stieß sie Klagerufe aus und rief: „Wehe über mein Unrecht und meinen Unglauben! Denn ich habe den lebendigen Gott versucht. Siehe da, meine Hand fällt verbrannt von mir ab!“

 

2 Und sie beugte ihre Knie vor dem Gebieter und sprach: „Gott meiner Väter! Gedenke meiner, dass ich Same Abrahams und Isaaks und Jakobs bin! Gib mich nicht vor den Kindern Israel der Schande preis, sondern gib mich den Armen wieder! Denn du weißt, Gebieter, dass ich auf deinen Namen hin meinen Dienst an Armen und Kranken ohne Entgelt ausübe und meinen Lohn dafür von dir empfing.“

 

3 Und siehe, ein Engel des Herrn trat herzu und sprach zu ihr: „Salome, Salome! Erhört hat dich der Herr. Leg deine Hand an das Kindlein und trage es! Rettung und Freude wird dir zuteilwerden.“ 4 Und Salome trat heran und trug es und sagte dabei: „Ich will ihm meine Verehrung darbringen, denn als großer König für Israel ist es geboren worden.“

 

Und siehe, sogleich war Salome geheilt, und sie verließ die Höhle gerechtfertigt. Und siehe, eine Stimme sprach: „Salome, Salome! Erzähle nicht weiter, was du alles Wunderbares gesehen hast, bis der Knabe nach Jerusalem hineinkommt!“

 

[31] 2. Clemensbrief 9:5, „Einer, Christus, der Herr, der uns gerettet hat, der zuerst Geist war, ist Fleisch geworden und hat uns auf diese Weise berufen. Folglich werden auch wir in diesem Fleisch den Lohn empfangen.“  

 

[32] Platon, um 428 bis ca. 347 v. Chr., griechischer Philosoph. Er war der einflussreichste Denker der abendländischen Philosophie. Als junger Mann widmete sich Platon der Politik, zog sich aber schon bald enttäuscht zurück. Er wurde Schüler des Sokrates und bekannte sich zu einer überzeugenden Dialektik, d. h. der Erforschung der Wahrheit durch Aufweisung und Überwindung von Widersprüchen. Er gründete 387 v. Chr. eine Akademie in Athen. (Astronomie, Biologie, Mathematik, politische Theorie und Philosophie.)

 

[33] Rhadamanthys ist in der griechischen Mythologie ein Richter über die Toten. Minos ist der Sohn des Zeus und der Europa und der Bruder von Rhadamanthys. Nach seinem Tode herrschte der irdische König Minos als Richter der Toten in der Unterwelt, an der Seite seines Bruders Rhadamanthys und seines Halbbruders Aiakos.

 

[34] Protesilaus: Nach der griechischen Mythologie ein Fürst und Held, der von den Trojanern getötet wurde. Die Götter ließen Protesilaus für drei Stunden zu seiner Gattin in die Oberwelt zurückkehren. Als er seine Frau wieder verließ, um in den Hades zurückzukehren, folgte sie ihm aus Verzweiflung in den Tod.

 

[35] Celsus’ wahres Wort, vom Jahr 178 n. Chr., wiederhergestellt von Dr. Theodor Keim, Ord. Professor der Theologie an der Universität Zürich, 1873, S. 66.

 

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