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Der Barnabasbrief aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. [v]

 

 Barnabas – der Apologet (Verteidiger) des Glaubens mit christlichem Antijudaismus

 

Mit etwas mehr Glück würde dieses christliche Traktat heute zu den Büchern der Bibel gehören, denn der Barnabasbrief wurde von den Kirchenvätern Clemens von Alexandria [1], Origenes [2] und Hieronymus [3] geschätzt und ist auch in einem Bibel-Manuskript, den Codex-Sianiticus [4] aus dem 4. Jahrhundert enthalten, so wie die uns heute bekannten Bücher der Bibel auch. Andere, wie z. B. Eusebius von Caesarea [5], lehnten den Brief ab, weil nach ihrer Auffassung die jüdische Lehre nicht abgelöst worden sei, sondern durch Christus lediglich erfüllt wurde.

 

Barnabas oder wie immer er hieß, soll das Traktat in Alexandrien/Ägypten geschrieben haben, ungefähr in der Zeit, als nach dem Bar-Kochba-Aufstand [6] der Juden (132-135 n. Chr.) auf dem Tempelberg in Jerusalem bzw. in (Colonia) Aelia Capitolina, so der neue Name, ein römischer Jupitertempel errichtet wurde.

 

Der Brief ist auch keine der Fälschungen, wie sie in Mengen von Christen produziert wurden, er gehört also nicht in die Kategorie „frommer Betrug“ [7].

 

Anstatt "Brief des Barnabas" könnte die Überschrift dieser Abhandlung auch „An allem sind die Juden Schuld“ [8] lauten und er setzt so den christlichen Antijudaismus fort, wie er bereits in den Schriften des Neuen Testamentes zu finden ist und von einem Teil der Kirchenväter fortgesetzt wurde.

 

Nach der Meinung des unbekannten Verfassers ist die jüdische Lehre überholt und wurde von der christlichen abgelöst. Er spricht den Juden das richtige Verständnis für das Alte Testament ab und lehnt ihre wörtliche Auslegungen mit der Erklärung ab, dass alles sinnbildlich zu verstehen sei. Die Opfer, Speisevorschriften und die Beschneidung wären ebenfalls nur Sinnbilder und die materielle Durchführung nicht im Willen Gottes gewesen, was er zum Teil mit entsprechenden Bibelstellen belegt. Er lässt sich weiter aus und behauptet, dass ihr Unverständnis der Schrift durch einen bösen Engel käme, der sie beeinflussen würde und überhaupt wären sie wegen ihrer Sünden für einen Bund [9] mit Gott nicht geeignet.

 

Nach seiner Verknüpfung von Hasen und Kinderschändern ermahnt er die Christen: „Töte das Kind nicht durch Abtreibung“ und beklagt die Gegensätzlichkeit von Menschen, „die Geschöpfe Gottes im Mutterschoß umbringen“. Er bittet seine christlichen Schwestern und Brüder im 2. Jahrhundert n. Chr. um Umsetzung auch mit den Worten: „Haben wir also acht in den letzten Tagen!“ und „Nahe ist der Tag, an dem für den Bösen alles verloren ist, nahe ist der Herr und sein Lohn.“ - So war es immer schon!

 

Inhaltsverzeichnis: [^]

 

[1.]  Freude über die Aufgabe und die dreifache Anordnung des Herrn

[2.]  Umsetzen ist besser als Schlachtopfer – Die Juden auf Irrwegen

[3.]  Über das richtige Fasten – Gute Werke sind ein wohlgefälliges Fasten

[4.]  Die Juden haben den Bund für immer verloren – Die letzten Tage sind nahe

[5.]  Der Tod Jesu machte das Sündenmaß der Juden voll

[6.]  Der heilige Tempel ist die Wohnung unseres Herzens – Der "neue Bund" des Herrn

[7.]  Vorbilder im Alten Bund

[8.]  Weitere Vorbilder, welche die Juden nicht verstehen

[9.]  Die Beschneidung soll nicht im Fleische geschehen, vielmehr am Herzen

[10.] Mose hat über die Speisevorschriften im geistigen Sinne gesprochen

[11.] Prophezeiungen über das Kreuz und die Taufe – Die Juden haben Gott verlassen

[12.] Weitere Prophezeiungen über Jesus und das Kreuz

[13.] „Zwei Stämme“ - Die Christen sind die Erben des Alten Bundes

[14.] Der Bund ist von den Juden auf die Christen übergegangen

[15.] „Nicht die jetzigen Sabbate sind mir angenehm“, sondern der christliche Sonntag

[16.] In den Herzen der Christen entstand ein neuer Tempel

[17.] Die „gegenwärtigen und künftigen Dinge“ liegen in „Geheimnissen verborgen“

[18.] Von den zwei Wegen – Licht und Finsternis

[19.] „Der Weg des Lichtes nun ist dieser: ...“ – „Töte das Kind nicht durch Abtreibung“

[20.] „Der Weg der Finsternis ...“ - Nicht „die Geschöpfe Gottes im Mutterschoße umbringen“

[21.] Wähle nicht das Gegensätzliche, denn „nahe ist der Tag“  

 

Der Barnabasbrief

 

[1.] Freude über die Aufgabe und die dreifache Anordnung des Herrn

 

1 Seid gegrüßt, Söhne und Töchter, im Namen des Herrn, der uns geliebt hat, in Frieden! 2 Groß und reich sind die Anordnungen Gottes an euch, erfreuen mich gar sehr, ja über die Maßen eure glücklichen und lobenswerten Erweisungen des Geistes - so sehr habt ihr empfangen die eingepflanzte Gnade des Geistesgeschenkes. 3 Deshalb beglückwünsche ich mich selbst in der Hoffnung, gerettet zu werden, weil ich wahrhaft unter euch ausgegossen sehe den Geist vom Herrn, aus der reichen Quelle an euch - so sehr hat mich bei euch ergriffen euer mir so ersehntes Wiedersehen.

 

4 In dieser Überzeugung und im Bewusstsein, vieles zu verstehen, wenn ich unter euch rede, weil der Herr auf dem Wege der Gerechtigkeit mein Begleiter war, sehe ich mich erst recht gezwungen, auch meinerseits euch mehr als meine Seele zu lieben, daraufhin, weil großer Glaube und Liebe in euch wohnten, wegen der Hoffnung seines Lebens. 5 Indem ich nun dies bedachte, dass, wenn ich es mir euch zuliebe angelegen sein lasse, ein Stück von dem, was ich empfing, euch mitzuteilen, dass ich solchen Geistern mir selbst zum Lohne förderlich bin, habe ich mich angestrengt, einiges Wenige an euch zu senden, damit ihr mit eurem Glauben vollkommene Erkenntnis habet.

 

6 Dreifach nun sind die Anordnungen des Herrn: Hoffnung des Lebens ist Anfang und Ende unseres Glaubens und Gerechtigkeit ist Anfang und Ende des Gerichtes, frohe und über die Werke erfreute Liebe ist das Zeugnis der Gerechtigkeit. 7 Denn kundgetan hat uns der Herr durch die Propheten das Vergangene und das Gegenwärtige, auch von der Zukunft gab er uns den Anfang zu kosten. Sehen wir nun davon Punkt für Punkt sich verwirklichen gemäß seinem Worte, so muss unsere Furcht vor ihm immer reicher und tiefer werden. 8 Ich werde euch aber nicht wie ein Lehrer, sondern wie einer aus euch, auf einiges Wenige hinweisen, wodurch ihr in den gegenwärtigen Verhältnissen erfreut werden sollt.

 

[2.] Umsetzen ist besser als Schlachtopfer – Die Juden auf Irrwegen

 

1 Da nun die Tage schlecht sind und da der Waltende selbst die Macht noch besitzt, müssen wir uns selbst beobachtend die Anordnungen des Herrn genau erforschen. 2 Unseres Glaubens Helfer nun sind Furcht und Geduld, unsere Kampfgenossen Langmut und Enthaltsamkeit. 3 Halten diese unversehrt stand bei der Sache des Herrn, so freuen sich mit ihnen Weisheit, Einsicht, Wissen und Erkenntnis. 4 Denn er hat uns geoffenbart durch alle Propheten, dass er weder Schlachtopfer noch Brandopfer noch Gaben braucht, indem er einmal sagte: 5 Was soll mir die Menge eurer Schlachtopfer?, spricht der Herr. Satt bin ich der Brandopfer. Und Fett von Lämmern und Blut von Stieren und Böcken mag ich nicht, auch wenn ihr kommt, um von mir gesehen zu werden. Wer hat denn dies verlangt aus euren Händen? In meinem Vorhof geht nicht länger einher. Wenn ihr Speiseopfer bringt, ist es umsonst. Rauchopfer ist mir ein Gräuel, eure Neumonde und Sabbate ertrage ich nicht. (Jesaja 1:11-13)

 

6 Das also hat er abgeschafft, damit das neue Gesetz unseres Herrn Jesus Christus, das kein Zwangsjoch ist, nicht ein Opfer habe, das Menschenwerk ist. 7 Er sagt aber wiederum zu ihnen: Habe vielleicht ich euren Vätern, als sie aus dem Lande Ägypten zogen, befohlen, mir Brandopfer und Schlachtopfer darzubringen? (Jeremia 7:22) 8 Nein, vielmehr dieses habe ich ihnen befohlen: Keiner von euch trage gegen seinen Nächsten Böses in seinem Herzen nach und falschen Eid liebt nicht. (Sacharja 8:17)

 

9 So müssen wir also, falls wir nicht Toren sind, die Absicht der Güte unseres Vaters begreifen, da er uns nicht auf Irrwegen wie jene (die Juden) suchen will, sagt er ja, wie wir ihm nahen sollen. 10 Er spricht also folgendermaßen zu uns: Opfer für Gott ist ein zerknirschtes Herz, Wohlgeruch für den Herrn ist ein Herz, das den lobpreist, der es gebildet. Sorgfältig müssen wir also, Brüder, bedacht sein auf unser Heil, damit nicht der Böse einen Schlupfwinkel für den Irrtum in uns bereite und uns so wegschleudere von unserem Leben.

 

[3.] Über das richtige Fasten: Gute Werke ein sind ein wohlgefälliges Fasten

 

1 Er sagt aber ein anderes Mal hierüber zu ihnen: Wozu fastet ihr mir, spricht der Herr, sodass heute im Geschrei eure Stimme vernommen wird? Nicht dieses Fasten habe ich mir erkoren, spricht der Herr, nicht einen Menschen, der seine Seele schwächt. 2 Auch nicht, wenn ihr euren Nacken krümmtet wie einen Kreis, wenn ihr einen Sack anziehen und auf Asche euch betten würdet, auch dann sollt ihr es nicht ein wohlgefälliges Fasten nennen. (Jesaja 58:4,5)

 

3 Zu uns aber sagt er: Siehe, das ist das Fasten, das ich mir erkoren habe, spricht der Herr. Löse jede Fessel der Ungerechtigkeit, löse auf die Schlingen erzwungener Verträge, entlasse Verwundete in Freiheit und zerreiße jede ungerechte Verschreibung. Brich Hungrigen dein Brot und wenn du einen nackt siehst, den bekleide. Obdachlose führe in dein Haus und wenn du einen Niedrigen siehst, so sollst du ihn nicht verachten, auch keinen von den Hausgenossen aus deinem Samen. 4 Dann wird mit dem Morgenstrahl hervorbrechen dein Licht, und deine Gewänder werden schnell aufleuchten und vor dir herziehen wird die Gerechtigkeit und Gottes Herrlichkeit wird dich umgeben. 5 Dann wirst du rufen und Gott wird auf dich hören. Wenn du noch redest, wird er schon sprechen: Siehe, hier bin ich. Wenn du ablegst von dir die Fesseln, das Handerheben, die mürrischen Reden und wenn du dein Brot von Herzen dem Hungernden gibst und einer niedergebeugten Seele dich erbarmst. (Jesaja 58:6-10)

 

6 So hat also, Brüder, der Langmütige in der Voraussicht, dass in Herzenseinfalt glauben werde das Volk, das er in seinem Geliebten (Jesus) bereitet hat, uns im Voraus über alles unterrichtet, damit wir nicht wie Proselyten zerschellen an ihrem Gesetz. (Proselyt, griech., im Altertum ein zum Judentum übergetretener Heide; Neubekehrter)

 

[4.] Die Juden haben den Bund für immer verloren – Die letzten Tage sind nahe

 

1 Daher müssen wir über die gegenwärtigen Verhältnisse fleißig nachforschen und so herausfinden, was uns retten kann. Fliehen wir also vollständig vor allen Werken der Gesetzlosigkeit, damit uns nicht die Werke der Gesetzlosigkeit in Besitz nehmen und hassen wollen wir den Irrtum der gegenwärtigen Zeit, damit wir Liebe finden in der zukünftigen. 2 Geben wir unserer Seele keine Freiheit, sodass sie die Möglichkeit bekommt, mit Sündern und Frevlern zu laufen, damit wir ihnen nicht ähnlich werden.

 

3 Das vollkommene Ärgernis ist nahe gerückt, von dem in der Schrift steht, wie Henoch sagt. Dazu nämlich hat der Herr die Zeiten und die Tage abgekürzt, damit sein Geliebter sich beeile und zu seinem Erbe gelange. 4 Es sagt aber auch der Prophet so: Zehn Königsherrschaften werden herrschen auf Erden und danach wird ein kleiner König aufstehen, der drei von den Königen auf einmal erniedrigen wird. (Daniel 7:24) 5 Ähnlich sagt über denselben Punkt Daniel: Und ich sah das vierte Tier, böse und stark und wilder als alle Tiere des Meeres und wie aus ihm herauswuchsen zehn Hörner und wie aus ihnen ein kleines Nebenhorn wuchs und wie es auf einmal drei der großen Hörner erniedrigte. (Daniel 7:7,8)

 

6 Ihr müsst es aber verstehen. Aber auch darum bitte ich noch als einer aus euch, der ich jeden Einzelnen und alle mehr liebe als meine Seele, dass ihr jetzt acht habt auf euch und nicht gewissen Leuten ähnlich werdet, indem ihr Sünden auf Sünden häufet und dann saget, ihr Bund sei auch der unsrige. 7 Der Unsrige, ja, aber jene (die Juden) haben ihn auf folgende Weise für immer verloren, obwohl Moses ihn schon empfangen hatte. Es sagt nämlich die Schrift: „Und Moses war auf dem Berge, vierzig Tage und vierzig Nächte fastend und er empfing den Bund vom Herrn, steinerne Tafeln, beschrieben durch den Finger des Herrn.“ (2. Buch Mose 31:18) 8 Aber, da sie sich den Götzen zuwandten, verloren sie ihn. Denn so spricht der Herr: „Moses, Moses, steige eilends hinab, denn es hat das Gesetz übertreten dein Volk, das du aus dem Lande Ägypten herausgeführt hast“. (2. Mose 32:7) Und Moses erkannte es und warf die beiden Tafeln aus den Händen und ihr Bund wurde zertrümmert, damit der Bund des geliebten Jesus fest in unserem Herzen versiegelt würde durch die Hoffnung des Glaubens an ihn.

 

9 Da ich vieles schreiben wollte nicht als Lehrer, sondern wie es einem Liebenden geziemt, gab ich mir Mühe, als der Niedrigste unter euch zu schreiben, um nichts auszulassen von dem, was wir haben. Haben wir also acht in den letzten Tagen! Denn die ganze Zeit unseres Lebens und Glaubens wird uns nichts nützen, wenn wir nicht jetzt in der zuchtlosen Zeit und in den bevorstehenden Ärgernissen Widerstand leisten, wie es Kindern Gottes geziemt. 10 Damit also der Schwarze sich nicht einschleichen kann, wollen wir vor jeglicher Eitelkeit fliehen, wollen wir ganz und gar hassen die Werke des bösen Wandels. Zieht euch nicht auf euch selbst zurück und bleibet nicht allein, als ob ihr schon gerechtfertigt wäret, sondern kommet an einem Ort zusammen und strebt vereint dem nach, was der Gesamtheit nützlich ist. 11 Denn die Schrift sagt: „Wehe denen, die sich selbst weise und die in ihren eigenen Augen verständig sind“. (Jesaja 5:21) Werden wir doch Geistesmenschen, werden wir ein vollkommener Tempel für Gott! Streben wir, soviel es an uns liegt, nach der Furcht Gottes und ringen wir um die Erfüllung seiner Gebote, damit wir froh werden in seinen Satzungen.

 

12 Der Herr wird die Welt richten ohne Ansehen der Person. Ein jeder wird empfangen nach seinen Werken. Wenn er gut ist, wird seine Gerechtigkeit ihm vorangehen, wenn er böse ist, wird der Lohn seiner Schlechtigkeit vor ihm her sein. 13 Dass wir nicht ausruhend wie Berufene einschlafen über unseren Sünden und der böse Fürst Gewalt über uns bekommt und uns hinaus stößt aus dem Reiche des Herrn. 14 Auch das bedenkt noch, meine Brüder! Wenn ihr seht, dass nach so vielen Zeichen und Wundern, die in Israel geschehen sind, sie (die Juden) auch so noch verlassen worden sind, dann wollen wir sorgen, dass nicht wir angenommen werden gemäß dem Worte der Schrift: Viele sind berufen, aber wenige auserwählt (Matthäus 20:16).

 

[5.] Der Tod Jesu machte das Sündenmaß der Juden voll

 

1 Denn dazu hat es der Herr auf sich genommen, hinzugeben sein Fleisch zum Verderben, damit wir durch die Nachlassung der Sünden geheiligt werden in der Aussprengung seines Blutes. 2 Es steht nämlich geschrieben über ihn teils mit Bezug auf Israel teils mit Bezug auf uns - er sagt aber also: „Er wurde verwundet wegen unserer Ungerechtigkeit und er ist misshandelt worden wegen unserer Sünden, durch seine Striemen wurden wir geheilt. Wie ein Schaf wurde er zur Schlachtbank geführt und wie ein Lamm stumm bleibt angesichts seines Scherers“. (Jesaja 53:5-7) 3 Daher schulden wir übergroßen Dank dem Herrn, weil er das Vergangene uns geoffenbart und in der Gegenwart uns belehrt hat und für die Zukunft sind wir nicht ohne Verständnis. 4 Es sagt aber die Schrift: Nicht mit Unrecht werden Netze ausgespannt für die Vögel (Sprüche 1:17), das besagt, dass mit Recht ein Mensch zugrunde gehen wird, der sich weg begibt auf den Weg der Finsternis, obwohl er den Weg der Gerechtigkeit kennt.

 

5 Auch das noch, meine Brüder: wenn der Herr es auf sich nahm, für unsere Seele zu leiden, obwohl er der Herr der ganzen Welt ist, zu dem Gott bei der Grundlegung der Welt sprach: „Lasset uns den Menschen schaffen nach unserem Bild und Gleichnis“. (1. Mose 1:26) Wie nun hat er es auf sich genommen, von Menschenhand zu leiden? Verstehet! 6 Die Propheten, welche von ihm die Gnade hatten, weissagten auf ihn hin, weil er aber im Fleische sich offenbaren musste, damit er den Tod entkräfte und die Auferstehung von den Toten zeige, nahm er (das Übel) auf sich, 7. damit er den Vätern die Verheißung einlöse und sich selbst das neue Volk bereite und auf Erden wandelnd nachweise, dass er die Auferstehung bewirken und dann richten werde.

 

8 Überdies lehrte er Israel und indem er solche Zeichen und Wunder tat, trat er als Herold (Verkündiger, Ausrufer) auf und gar sehr liebte er es (das Volk Israel). 9 Als er aber seine eigenen Apostel, die sein Evangelium verkünden sollten, Leute, die über alles Sündenmaß ungerecht waren, auserwählt hatte, um zu zeigen, dass er nicht gekommen ist, die Gerechten, sondern die Sünder zu berufen, da offenbarte es sich, dass er der Sohn Gottes ist. 10 Wenn er nämlich nicht im Fleische erschienen wäre, wie wären die Menschen am Leben geblieben bei seinem Anblick, die es nicht aushalten können, in die Sonne zu sehen, seiner Hände Werk, das jetzt noch besteht, einmal aber nicht mehr sein wird und in ihre Strahlen ihr Auge zu richten? 11 Also ist der Sohn Gottes dazu im Fleische erschienen, damit er das Sündenmaß vollmache für diejenigen, die bis zum Tode seine Propheten verfolgt haben. 12 Zu diesem Zwecke also nahm er es auf sich. Denn Gott sagt, dass die Verwundung seines Fleisches von ihnen komme: Wenn sie ihren Hirten geschlagen haben, werden die Schafe der Herde zugrunde gehen. (Sacharja 13:6-7)

 

13 Er selbst aber wollte auf diese Weise leiden. Es war nämlich nötig, dass er am Holz leide, denn es sagt der Prophet über ihn: Verschone meine Seele vom Schwerte und: Mit Nägeln durchbohre mein Fleisch, weil die Versammlungen der Frevler aufgestanden sind wider mich. 14 Und wiederum sagt er: Siehe, hingehalten habe ich meinen Rücken für Geißeln und meine Wangen für Schläge, mein Angesicht hielt ich hin wie einen harten Fels. (Jesaja 50:6)

 

[6.] Der heilige Tempel ist die Wohnung unseres Herzens. - Der neue Bund des Herrn

 

1 Über die Zeit aber, nachdem er seinen Auftrag vollbracht hat, was sagt er hierüber? Wer ist, der mit mir rechtet? Er soll mir entgegentreten! Oder wer will Klage erheben wider mich? Er soll sich nahen dem Knechte des Herrn! 2 Wehe euch, da ihr alle altern werdet wie ein Gewand und die Motte zernagt euch. (Jesaja 50:8,9) 3 Und wieder sagt der Prophet, da er wie ein starker Stein gesetzt wurde als Eckstein: „Siehe, ich will in die Grundmauern Zions einen kostbaren Stein legen, einen auserlesenen, einen Eckstein, einen wertvollen“. (Jesaja 28:16) Und was sagt er dann: Und wer an ihn glaubt, wird leben in Ewigkeit. Auf einen Stein also ist unsere Hoffnung gebaut? Das sei ferne, vielmehr, weil der Herr sein Fleisch stark gemacht hat. Denn er sagt: Und er stellte mich hin wie einen harten Fels. 4 Es sagt aber wiederum der Prophet. „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.“ (Psalm 118:22). Und wiederum sagt er: „Das ist der große und wunderbare Tag, den der Herr gemacht hat“. (Psalm 118:24)

 

5 Ich schreibe euch recht einfach, damit ihr es versteht, ich, der unwürdigste Diener meiner Liebe zu euch. 6 Was sagt nun weiterhin der Prophet? Es hat mich umstellt eine Rotte von Frevlern, sie haben mich rings umschwärmt wie die Bienen eine Wabe (Psalm 22:16,17, 118:12), und: Über mein Gewand haben sie das Los geworfen (Psalm 22:18,19). 7 Da er also im Fleische sich offenbaren und leiden sollte, wurde sein Leiden vorher verkündet. Es sagt nämlich der Prophet zu Israel: Wehe ihrer Seele, da sie einen schlechten Ratschluss gefasst haben wider sich selbst, indem sie sprachen: Fesseln wollen wir den Gerechten, da er uns im Wege ist. 8 Was sagt ihnen Moses, der andere Prophet? Siehe, also spricht der Herr Gott: Ziehet ein in das gute Land, welches der Herr zugeschworen hat, Abraham, Isaak und Jakob und teilet es unter euch, das Land, das von Milch und Honig fließt. (2. Mose 33:1,3, 3. Mose 20:24)

 

9 Was aber sagt die Erkenntnis? Vernehmt! Hoffet spricht sie, auf Jesus, der sich euch im Fleische offenbaren wird! Der Mensch ist nämlich leidende Erde, denn von der Erde wurde Adam gebildet. 10. Was besagt nur der Ausdruck „in das gute Land, das von Milch und Honig fließt“? Gepriesen sei unser Herr, Brüder, der uns Weisheit und Verständnis für seine Geheimnisse gegeben hat. Der Prophet meint nämlich im Gleichnis den Herrn. Wer wird es verstehen, außer wer weise ist, voll Verständnis und voll Liebe zu seinem Herrn? 11 Als er nun uns erneuerte in der Vergebung unserer Sünden, da machte er uns zu einer anderen Art, sodass wir die Seele von Kindern haben, wie wenn er uns ein zweites Mal geschaffen hätte. 12 Es sagt nämlich die Schrift über uns, dass er zu seinem Sohne spricht: „Lasset uns nach unserem Bilde und Gleichnisse den Menschen machen und herrschen sollen sie über die Tiere der Erde und über die Vögel des Himmels und über die Fische des Meeres“. (1. Mose 1:26) Und der Herr sprach, als er sah, dass er uns schön gebildet habe: „Wachset und mehret euch und füllet die Erde“. (1. Mose 1:28) Dies sagte er zu seinem Sohne. 13 Wiederum will ich dir zeigen, wie er zu uns redet; eine zweite Schöpfung hat er in letzter Zeit gewirkt. Der Herr spricht: Siehe, ich mache das Letzte wie das Erste. Auf dies hin hat der Prophet geweissagt: Ziehet ein in das Land, das von Milch und Honig fließt und beherrschet es. (2. Mose 33:3) 14 Sieh nun, wir sind neu geschaffen worden, wie er wiederum bei einem anderen Propheten sagt: Siehe, spricht der Herr, herausnehmen will ich von diesen, das heißt von denen es der Geist des Herrn vorhergesehen hat, die steinernen Herzen, und ich werde ihnen fleischerne hineinlegen (Hesekiel 11:19, 36:26), weil er selbst im Fleische sich offenbaren und in uns wohnen wollte.

 

15 Ein heiliger Tempel nämlich, meine Brüder, ist für den Herrn die Wohnung unseres Herzens. 16 Denn wiederum spricht der Herr: „In wem werde ich erscheinen vor dem Herrn, meinem Gott und verherrlicht werden?“ Er sagt: Offen werde ich Dir Zeugnis geben in der Versammlung meiner Brüder und lobsingen werde ich Dir mitten in der Versammlung der Heiligen. (Psalm 22:22 o. 23) Wir also sind es, die er geführt hat in das gute Land. 17 Was bedeutet nun „Milch und Honig“? Weil das kleine Kind zuerst mit Honig, dann mit Milch am Leben erhalten wird; indem auch wir so durch den Glauben an die Verheißung und durch sein Wort genährt werden, werden wir als Herren des Landes weiterleben. 18 Oben hat er vorausgesagt: Und sie sollen wachsen und sich mehren und herrschen über die Fische. Wer nun kann schon jetzt herrschen über die Tiere oder die Fische oder die Vögel des Himmels? Wir müssen nämlich merken, dass diese Herrschaft Sache einer Gewalt ist, damit einer durch seine Befehle sich als Herrn erweise. 19 Wenn dies nicht jetzt schon der Fall ist, so hat er uns doch gesagt, wann, dann, wenn auch wir selbst vollkommen genug sind, um Erben des Bundes des Herrn zu werden.

 

[7.] Vorbilder im Alten Bund

 

1 Ihr merket also, Kinder der Freude, dass uns der gute Herr alles vorher geoffenbart hat, damit wir erkennen, wem wir in allem Dank und Lob schulden. 2 Wenn nun der Sohn Gottes, obwohl er der Herr ist und einmal richten wird Lebendige und Tote, gelitten hat, damit seine Wunde uns Leben schenkt, so sollen wir überzeugt sein, dass der Sohn Gottes nur unseretwegen leiden konnte. 3 Aber sogar noch am Kreuze wurde er getränkt mit Essig und Galle. Höret, wie darüber die Priester des Tempels geweissagt haben. Es steht geschrieben das Gebot: Wer das Fasten nicht hält, der soll durch Tod ausgerottet werden (3. Mose 23:29); so befahl der Herr, weil auch er selbst für unsere Sünden das Gefäß des Geistes als Opfer darbringen sollte, damit auch das Vorbild in Erfüllung gehe, das geworden ist in Isaak, der auf den Opferaltar gelegt wurde.

 

4 Wie nun sagt er bei dem Propheten? Und essen sollen sie von dem Bock, der am Fasttage dargebracht wird für alle Sünden. Merket genau auf: Und essen sollen allein alle Priester das Eingeweide ungewaschen mit Essig. 5 Wozu? Weil ihr mir, da ich für die Sünden meines neuen Volkes mein Fleisch opfern werde, Galle mit Essig zum Trinken geben werdet, esset ihr allein, während das Volk fastet und in Sack und Asche vor Trauer sich an die Brust schlägt, damit es zeige, dass er durch sie leiden müsse. 6 Höret seinen Befehl: Nehmet zwei schöne, einander ähnliche Böcke und bringet sie dar und der Priester soll den einen nehmen zum Brandopfer für die Sünden. (3. Mose 16:7,9) 7 Was aber sollen sie mit dem anderen machen? Verflucht sei, spricht er, der andere. Merket auf, wie sich das Vorbild Jesu offenbart. 8 Und ihr alle sollet ihn anspucken und schlagen und um seinen Kopf die rote Wolle legen, und so soll er in die Wüste hinausgestoßen werden. Und wenn es so geschehen ist, dann bringt der Träger den Bock in die Wüste und nimmt die Wolle weg und legt sie auf einen sogenannten Brombeerstrauch, dessen Früchte wir zu essen pflegen, wenn wir sie auf dem Felde finden; nur dieser Dornstrauch trägt süße Früchte.

 

9 Was nun bedeutet dies? Merket auf: Den einen auf den Altar, den anderen als Verfluchten und wozu den Verfluchten mit einem Kranze? Da sie ihn an jenem Tage sehen werden mit dem roten Talar auf dem Leibe und da sie sagen werden: Ist das nicht der, den wir einst verachtet, geschlagen, angespien und dann gekreuzigt haben? Wahrhaftig, der war es, der damals sagte, er sei der Sohn Gottes. 10 Wie ist er denn jenem ähnlich? Dazu hat er „ähnliche, schöne, gleich gewachsene Böcke“ verlangt, dass sie, wenn sie ihn einmal kommen sehen, erschrecken über die Ähnlichkeit, wie sie bei dem Bocke ist. Siehe also das Vorbild des kommenden leidenden Jesus. 11 Was aber bedeutet es, dass sie die Wolle mitten in die Dornen legen? Es ist als ein Vorbild Jesu, für die Gemeinde niedergelegt, dass nämlich, wer die scharlachrote Wolle holen will, viel leiden muss, weil der Dornbusch Schrecken einflößt, und er nur mit Schmerz in deren Besitz kommt. So, sagt er, so müssen die, die mich sehen und meines Reiches teilhaftig werden wollen, in Schmerz und Leiden mich in Besitz nehmen.

 

[8.] Weitere Vorbilder, welche die Juden nicht verstehen

 

1 Für was für ein Vorbild haltet ihr aber das, dass dem Volke Israel befohlen worden ist: die Männer, die voll von Sünden sind, müssen eine junge Kuh darbringen, schlachten und verbrennen; dann müssen Knaben die Asche sammeln, in Gefäße bringen, die scharlachrote Wolle um ein Holz legen und Hyssop. Und so müssen die Knaben jeden Einzelnen aus dem Volke besprengen, damit sie geheiligt werden von ihren Sünden. 2 Sehet, wie er in Einfachheit zu euch redet! Das Opfertier ist Jesus Christus; die sündigen Männer, die es darbringen, bedeuten die, welche ihn zur Schlachtbank geführt haben. Doch jetzt genug von den Männern, genug des Redens über die Sünder.

 

3 Die besprengenden Knaben bedeuten die, welche uns die Nachlassung der Sünden und die Heiligung des Herzens verkündet haben, denen er die Vollmacht gab, das Evangelium zu verkünden, die Zwölf waren zum Zeugnis für die Stämme Israels. 4 Weshalb sind aber drei Knaben die Besprengenden? Zum Zeugnis für Abraham, Isaak, Jakob; denn diese sind groß vor Gott. 5 Warum aber ist die Wolle an dem Holz? Weil die Herrschaft Jesu auf dem Holz beruht und weil die auf ihn Hoffenden in Ewigkeit leben werden. 6 Weshalb aber Wolle und Hyssop zugleich? Weil in seiner Herrschaft böse und trübe Tage kommen werden, an welchen wir gerettet werden sollen und weil auch der körperlich Kranke durch den trüben Saft des Hyssop geheilt wird. 7 Und deshalb sind uns diese Dinge klar, jenen (die Juden) aber dunkel, weil sie auf die Stimme des Herrn nicht gehört haben.

 

[9.] Die Beschneidung solle nicht im Fleische geschehen, vielmehr am Herzen

 

1 Er spricht aber wiederum über unsere Ohren, wie er unser Herz beschnitten habe. Es sagt der Herr bei dem Propheten: Auf das Vernehmen mit dem Ohre hin gehorchten sie mir. Und wiederum sagt er: Durchs Hören werden sie in der Ferne es auffassen; was ich getan habe, werden sie erkennen. (Jesaja 33:13) Und: Lasset eure Herzen euch beschneiden, spricht der Herr. 2 Und wiederum sagt er: Höre Israel, denn also spricht der Herr, dein Gott. Und noch einmal weissagt der Geist des Herrn: Wer will leben in Ewigkeit? Der höre genau auf die Stimme meines Knechtes. 3 Und wiederum sagt er: Höre es Himmel und vernimm es Erde, dass der Herr dieses gesprochen hat zum Zeugnis. Und wiederum sagt er: Höret das Wort des Herrn, ihr Fürsten dieses Volkes. Und wiederum sagt er: ‚Höret, Kinder, die Stimme des Rufenden in der Wüste. (Jesaja 40:3)

 

Also hat er unsere Ohren beschnitten, damit wir das Wort hören und dann glauben. 4 Aber auch die Beschneidung, auf die sie vertraut haben, ist abgeschafft. Er sagt nämlich, die Beschneidung solle nicht am Fleische geschehen; sie aber handelten dagegen, weil ein böser Engel sie beschwatzte. 5 Er sagt zu ihnen: Also spricht der Herr, euer Gott: Säet nicht auf Dornen, beschneidet euch für euren Herrn. (Jeremia 4:3,4) Und was will er damit sagen: ‚Beschneidet eure Hartherzigkeit und versteifet nicht euren Nacken. (5. Mose 10:16) 6 Vernimm wiederum: Siehe, spricht der Herr, alle Völker sind nicht beschnitten an der Vorhaut, dieses Volk aber ist unbeschnitten am Herzen. (Jeremia 9:25)

 

Aber du wirst sagen: Dieses Volk ist doch beschnitten zur Besiegelung. Aber auch jeder Syrer und Araber und alle Götzenpriester sind beschnitten. Dann gehören auch diese zu ihrem Bunde. Aber auch die Ägypter haben die Beschneidung. 7 Verstehet also, Kinder der Liebe, in allem reichlich, dass Abraham, welcher im Geiste vorausschauend auf Jesus zuerst die Beschneidung einführte, sie vollzog, nachdem er die Lehre (Bedeutung) von drei Buchstaben erhalten hatte. 8 Er sagt nämlich: Und Abraham beschnitt aus seinem Hause Achtzehn und dreihundert Männer (1. Mose 17:23,27). Welches ist nun die ihm verliehene Erkenntnis? Wisset, dass er zuerst die Achtzehn nennt, dann erst nach einem Zwischenraum die Dreihundert. Achtzehn sind gleich Jota, zehn, und Eta, acht, damit hast du (Jesus). Weil aber das Kreuz im Tau die Gnade versinnbildlichen sollte, nennt er auch die Dreihundert. Er offenbart nun in den zwei Buchstaben Jesus, in dem einen das Kreuz. 9 Das weiß der, welcher das Geschenk seiner Lehre uns eingegossen und in uns gelegt hat. Niemand zwar hat eine echtere Unterweisung von mir empfangen, aber ich weiß, dass ihr dessen würdig seid.

 

[10.] Mose hat über die Speisevorschriften im geistigen Sinne gesprochen

 

1 Wenn aber Moses gesagt hat: Ihr sollet das Schwein nicht essen, noch Adler, noch Habicht, noch Raben, noch einen Fisch, der keine Schuppen an sich hat (3. Mose 11:7, 5. Mose 14:8), so hat er damit in geistigem Sinne drei Lehren gegeben. 2 Ferner sagt er ihnen im Deuteronomium (5. Buch Mose): Und ich werde diesem Volke meine Satzungen darlegen (5. Mose 4:1,5). Es ist also nicht ein Gebot Gottes, nicht zu essen, Moses hat vielmehr im geistigen Sinn gesprochen. 3 Das Schwein nun nannte er in diesem Sinne: Der Mensch soll nicht verkehren mit Leuten, die den Schweinen ähnlich sind, denn wenn sie in Fülle haben, vergessen sie den Herrn, wenn sie aber Mangel haben, anerkennen sie den Herrn, genau wie das Schwein. Solange es zu fressen hat, kennt es seinen Herrn nicht, wenn es aber Hunger leidet, dann raunzt es und sobald es bekommen hat, schweigt es wieder.

 

4 Auch sollst du nicht essen, sagt er, den Adler, den Habicht, den Geier, den Raben (3. Mose 11:13-16). Er will sagen: Verkehre nicht mit solchen und sei ihnen nicht ähnlich, die nicht wissen, mit Mühe und Schweiß sich das Brot zu verdienen, sondern die in ihrer Gesetzwidrigkeit Fremdes rauben, die zwar scheinbar in Unschuld einhergehen, dabei aber spähen und umschauen, wen sie ausziehen könnten in ihrer Habsucht, genau wie nur diese Vögel sich ihre Nahrung nicht erwerben, sondern müßig sitzend darauf ausgehen, wie sie fremdes Fleisch verzehren können, eine wahre Pest durch ihre Schlechtigkeit. 5 Auch sollst du nicht essen den Meeraal, den Polypen, den Tintenfisch. Er will sagen, du sollst durch deinen Verkehr nicht ähnlich werden solchen Leuten, die gottlos sind bis zum Äußersten und jetzt schon dem Tode geweiht, genau, wie diese Fischarten allein dazu verflucht sind, in der Meerestiefe zu schwimmen und nicht bloß untertauchen wie die übrigen, sondern tief unten auf dem Meeresgrund hausen.

 

6 Aber auch den Hasen sollst du nicht essen. Weshalb? Er will sagen, du sollst kein Knabenschänder werden noch solchen ähnlich werden, weil der Hase jedes Jahr seinen After vervielfältigt. Denn so viele Jahre er lebt, so viele Öffnungen hat er. 7 Aber auch die Hyäne sollst du nicht essen. Er will sagen, du sollst kein Ehebrecher oder Knabenschänder oder etwas Derartiges werden. Weshalb? Weil dieses Tier jedes Jahr sein Geschlecht ändert und bald männlich, bald weiblich wird.

 

8 Aber auch das Wiesel verfolgt sein Hass mit gutem Grund. Er will sagen, du sollst nicht werden wie Leute, von denen man hört, dass sie aus Lasterhaftigkeit mit dem Munde Unzucht treiben und du sollst nicht mit den verdorbenen Weibern verkehren, die mit ihrem Munde das Böse tun, denn dieses Tier wird durch den Mund schwanger.

 

9 Nachdem Moses die drei Lehrpunkte empfangen hatte, hat er über die Speisen im geistigen Sinne so gesprochen. Sie aber haben es nach der Begierlichkeit ihres Fleisches so verstanden, als rede er wirklich vom Essen. 10 Von denselben drei Lehrpunkten bekam auch David das rechte Verständnis und er sprach ähnlich: Glückselig der Mann, der nicht wandelte im Rate der Gottlosen, wie auch die Fische in der Finsternis der Tiefe wandeln und nicht betrat den Weg der Sünder, wie die, die scheinbar den Herrn fürchten, aber sich vergehen gleich dem Schwein und sich nicht setzte auf den Stuhl der Gottlosen (Psalm 1:1), wie die Vögel, die da sitzen, um zu rauben. Auch über das Speisegesetz seid ihr nun vollkommen unterrichtet.

 

11 Wiederum sagt Moses: Essen dürft ihr alle Zweihufer und Wiederkäuer. (3. Mose 11:3, 5. Mose 14:6) Was bedeutet dies? Weil, wenn sie ihr Futter bekommen, ihren Ernährer kennen und wenn sie aufhören, sich über ihn zu freuen scheinen. Trefflich hat er also gesprochen mit Rücksicht auf das Gebot. Was sagt er nun? Verkehret mit den Gottesfürchtigen, mit denen, die nachdenken in ihren Herzen über die Bestimmung des Gesetzes, die sie empfangen haben. Mit denen, die sprechen über die Satzungen des Herrn und sie beobachten, die wissen, dass das Nachsinnen ein Werk der Freude ist und die das Wort des Herrn wiederkäuen. Was bedeutet aber Zweihufer? Dass der Gerechte sowohl auf dieser Welt wandelt als auch die selige Ewigkeit erwartet. Ihr sehet, wie trefflich Moses seine Gesetze gegeben hat. 12 Aber woher sollten jene das erkennen und verstehen? Wir aber haben die Gebote recht verstanden und reden darüber so, wie der Herr es wollte. Deshalb hat der Herr unsere Ohren und Herzen beschnitten, damit wir dieses verstehen.

 

[11.] Prophezeiungen über das Kreuz und  die Taufe. - Die Juden haben Gott verlassen

 

1 Lasst uns aber untersuchen, ob dem Herrn daran gelegen war, über das Wasser und über das Kreuz im Voraus etwas zu offenbaren. Über das Wasser steht an Israel geschrieben, wie sie die Taufe, die Vergebung der Sünden bringt, nicht annehmen werden, sondern wie sie andere Gebräuche für sich einführen werden. 2 Es sagt nämlich der Prophet (über die Juden): Entsetze dich Himmel und noch mehr schaudere darüber die Erde, dass zwei Verbrechen begangen hat dieses Volk: Mich haben sie verlassen, den Quell des Lebens, und gegraben haben sie sich eine Zisterne des Todes. 3 Ist etwa ein verlassener Fels mein heiliger Berg Zion? Ihr werdet sein wie die Jungen eines Vogels, die, des Nestes beraubt, auffliegen. 4 Und wiederum sagt der Prophet: Ich werde vor dir herziehen und werde Berge ebnen, eherne Tore sprengen, eiserne Riegel zerbrechen und geben werde ich dir geheime, verborgene, unsichtbare Schätze, damit sie erkennen, dass ich bin, Gott der Herr. (Jesaja 45:2,3) 5 Und: Wohnen wirst du in hochgelegener Höhle eines festen Felsens und sein Wasser ist getreu. Ihr werdet den König in Herrlichkeit schauen und eure Seele wird sinnen auf Furcht des Herrn. 6 Und wiederum sagt er bei einem anderen Propheten: Und wer dieses tut, wird sein wie ein Baum, gepflanzt an fließendes Wasser, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und seine Blätter werden nicht abfallen und alles, was er tut, wird gut vorwärtsgehen.

 

7 Nicht so die Gottlosen, nicht so, sondern wie Spreu, die der Wind wegrafft von der Erde. Deshalb werden sich die Gottlosen nicht erheben beim Gericht noch die Sünder im Rate der Gerechten, weil der Herr den Weg der Gerechten kennt und der Weg der Gottlosen wird verloren sein. 8 Bemerket, wie er damit das Wasser und das Kreuz zugleich gekennzeichnet hat. Dies nämlich sagt er: Glückselig, die auf das Kreuz hoffend ins Wasser stiegen, weil ich ihren Lohn - er sagt zu seiner Zeit, er will sagen dereinst - bezahlen werde. Für jetzt aber wollen die Worte seine Blätter werden nicht abfallen besagen, dass jedes Wort, das euch aus eurem Munde in Glauben und Liebe ausgeht, vielen zur Bekehrung und Hoffnung dienen wird.

 

9 Und wiederum sagt ein anderer Prophet: Und das Land Jakobs war gelobt vor allen Ländern, das will sagen, er verherrlicht das Gefäß seines Geistes. 10 Was sagt er sodann? Und es war ein Fluss zur Rechten sich hinziehend und aus ihm ragten auf stattliche Bäume und wer von ihnen isst, wird in Ewigkeit leben. 11 Das sagt er, weil wir hinabsteigen in das Wasser voll von Sünden und Schmutz und heraufsteigen Früchte bringend, da wir im Herzen haben die Furcht und die Hoffnung auf Jesus im Geiste. Und wer von diesen isst, wird leben in Ewigkeit besagt dieses: Wer immer, so meint er, diese Worte hört und glaubt, wird leben in Ewigkeit.

 

[12.] Weitere Prophezeiungen über Jesus und das Kreuz

 

1 Ähnlich spricht er wieder bestimmt vom Kreuze bei einem anderen Propheten, der sagt: Und wann wird dies vollendet werden? Der Herr spricht: Wenn einmal das Holz sich neigt und wieder aufsteht, und wenn aus dem Holz Blut träufelt. Da hast du wieder (eine Prophezeiung) über das Kreuz und den, der gekreuzigt werden soll. 2 Wiederum sagt er dem Moses, als Israel bekriegt wurde von den fremden Völkern und damit er sie erinnere im Kriege, dass sie wegen ihrer Sünden dem Tode überliefert seien; es spricht der Geist in das Herz des Moses, damit er ein Vorbild des Kreuzes und dessen, der leiden sollte, aufstelle, dass sie nämlich ewig unter Krieg zu leiden hätten, wenn sie nicht auf ihn hoffen. Moses legte also Schild auf Schild mitten in der Schlacht, stellte sich darauf, bis er alle anderen überragte, und breitete so die Arme aus. Und so siegte wiederum Israel. Dann, wenn er die Arme sinken ließ, ging es ihnen ans Leben. 3 Wozu? Damit sie erkennen, dass sie nicht gerettet werden können, außer sie hoffen auf ihn.

 

4 Und wiederum sagt er bei einem anderen Propheten: Den ganzen Tag streckte ich meine Hände aus gegen ein ungehorsames Volk, das meinem gerechten Wege widerspricht. 5 Und nochmals gab Moses, als Israel dahinstarb, ein Vorbild von Jesus, dass er leiden müsse und dass gerade er lebendig machen werde, von dem sie glauben werden, sie hätten ihn am Zeichen getötet. Der Herr ließ sie nämlich von jener Schlange beißen und sie starben dahin, damit er ihnen zeige, dass sie wegen ihrer Übertretungen der Todesnot anheimfallen werden. 6 Obwohl überdies Moses das Gebot gegeben hatte: Ihr sollt kein Bild von eurem Gott, weder ein gegossenes noch ein geschnitztes haben, so machte er doch selbst ein solches, damit er ein Vorbild Jesu zeige. So machte denn Moses eine eherne Schlange, stellte sie recht sichtbar auf und ließ durch Herolde das Volk zusammenrufen. 7 Wie sie nun versammelt waren, baten sie Moses, er solle für ihre Heilung ein Gebet emporschicken. Moses aber sprach zu ihnen: Wenn einer, sagt er, gebissen ist, soll er zu der Schlange kommen, die auf dem Holz liegt und er soll hoffen im Glauben, dass sie ihn am Leben erhalten könne, obschon sie selbst tot ist und sogleich wird er gerettet werden (4. Mose 21:8,9).

 

Und so taten sie. Wiederum findest du auch hierin die Ehre Jesu, dass in ihm alles ist und auf ihn alles geht. 8 Was sagt wiederum Moses zu Jesus, dem Sohne des Nave, da er ihm diesen Namen beilegte, als einem Propheten, nur damit das ganze Volk höre, dass der Vater alles offenbare über Jesus, seinen Sohn? 9 Moses sagte also zu Jesus, dem Sohne des Nave, nachdem er ihn so genannt hatte, als er ihn fortschickte, das Land auszukundschaften: Nimm ein Buch in deine Hände und schreibe, was der Herr sagt, dass der Sohn Gottes am Ende der Tage mit der Wurzel ausrotten wird das ganze Haus der Amalekiter (2. Mose 17:14). 10 Siehe, wieder ist Jesus, nicht als der Sohn eines Menschen, sondern als Gottes Sohn, aber durch ein Vorbild im Fleische geoffenbart. Weil sie aber nun voraussichtlich sagen werden, dass der Christus Davids Sohn sei, weissagt David selbst in dieser Furcht und in der Erkenntnis des Irrtums der Sünder: „Es hat gesprochen der Herr zu meinem Herrn, setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße“ (Psalm 110:1). Und wiederum sagt Jesaja: Gesprochen hat der Herr zu meinem Herrn, dem Christus (Kyrus, Kores), dessen Rechte ich ergriffen habe, dass ihm die Völker gehorchen, und ich werde die Macht von Königen zerbrechen (Jesaja 45:1). Siehe, wie David ihn Herr nennt, aber nicht Sohn.

 

[13.] „Zwei Stämme“ - Die Christen sind die Erben des Alten Bundes

 

1 Wir wollen sehen, ob dieses Volk Erbe ist oder das erste, und ob der Bund für uns da ist oder für jene. 2 Höret also, was die Schrift über das Volk sagt: Isaak betete für sein Weib Rebekka, weil sie unfruchtbar war; und sie empfing (1. Mose 25:21). Sodann: Und Rebekka ging hinaus, um den Herrn zu fragen und es sprach der Herr zu ihr: Zwei Stämme sind in deinem Leibe und zwei Völker in deinem Mutterschoße und ein Volk wird das andere überholen und das ältere wird dem jüngeren dienen (1. Mose 25:23).

 

3 Ihr müsst achtgeben, wer der Isaak ist, wer Rebekka und auf wen er hingewiesen, dass dieses Volk größer sein werde als jenes. 4 Und in einer anderen Weissagung spricht Jakob deutlicher zu seinem Sohn Joseph mit den Worten: Siehe, der Herr hat mich deines Angesichtes nicht beraubt, führe her zu mir deine Söhne, damit ich sie segne. 5 Und er führte herzu Ephraim und Manasse, in der Absicht, dass Manasse gesegnet werde, weil er der ältere war. Joseph führte ihn nämlich an die rechte Hand seines Vaters Jakob. Jakob aber sah im Geiste ein Vorbild des kommenden Volkes. Und was sagt die Schrift? „Und Jakob kreuzte seine Hände und legte seine Rechte auf das Haupt Ephraims, des zweiten und jüngeren, und segnete ihn. Und Joseph sprach zu Jakob: Lege deine Rechte auf Manasses Haupt, weil es mein erstgeborener Sohn ist. Und Jakob sprach zu Joseph: Ich weiß es, mein Sohn, ich weiß es, aber der ältere wird dem jüngeren dienen, und dieser wird gesegnet werden (1. Mose 48:13-19).

 

6 Sehet, für wen er es bestimmt hat, dieses erste Volk zu sein und Erbe seines Bundes. 7 Wenn nun auch noch durch Abraham seiner Erwähnung geschah, dann haben wir das Vollmaß unserer Erkenntnis. Was sagt nun der Herr dem Abraham, als es ihm zur Gerechtigkeit angerechnet wurde, dass er allein glaubte? Siehe, ich habe dich, Abraham, gemacht zum Stammvater der Völker, die in der Vorhaut an Gott glauben.

 

[14.] Der Bund ist von den Juden auf die Christen übergegangen

 

1 Gut! Aber wir wollen sehen, ob der Bund, von dem er den Vätern geschworen, dass er ihn dem Volke gebe, von ihm wirklich gegeben worden ist. Ja, aber wegen ihrer Sünden waren sie nicht würdig, ihn zu empfangen. 2 Denn der Prophet sagt: Und Moses fastete auf dem Berge Sinai, um zu holen den Bund des Herrn an sein Volk, vierzig Tage und vierzig Nächte lang. (2. Mose 24:18) Und Moses empfing die zwei Tafeln, die mit dem Finger des Herrn geschrieben waren im Geiste (2. Mose 31:18) und Moses nahm sie und trug sie herab, um sie dem Volke zu geben. 3 Und der Herr sprach zu Moses: Moses, Moses, steige eilends hinab, denn das Volk, das du aus Ägypten herausgeführt hast, hat das Gesetz übertreten. Und Moses erkannte, dass sie sich wieder eherne Bilder gegossen hatten und er schleuderte die Tafeln aus seinen Händen und die Tafeln des Bundes des Herrn zerbrachen (2. Mose 32:7,19, 5. Mose 12:17).

 

4 Moses hatte ihn (den Bund) zwar empfangen, aber sie waren dessen nicht würdig. Vernehmet, wie wir ihn empfangen haben. Moses empfing ihn als sein Diener, aber der Herr selbst hat ihn uns gegeben, dass wir seien ein Erbvolk, da er unseretwegen gelitten hat. 5 Er erschien aber, damit einerseits jenen das Maß ihrer Sünden voll würde, andererseits wir ihn empfingen durch den Herrn Jesus, des Bundes Erben, der dazu bestimmt war, dass er durch sein Erscheinen unsere schon dem Tode geweihten und der Gesetzwidrigkeit des Irrtums überantworteten Herzen aus der Finsternis erlöse und durch sein Wort in uns den Bund errichte. 6 Es steht nämlich geschrieben, wie sein Vater ihm den Auftrag gibt, dass er uns aus der Finsternis erlösen und ihm ein heiliges Volk bereiten soll.

 

7 Es sagt also der Prophet: Ich, der Herr, dein Gott, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und ich will deine Hand ergreifen und dich stark machen und ich habe dich gemacht zum Bunde für das Volk, zum Licht für die Heiden, zu öffnen die Augen von Blinden und zu befreien Gefangene von ihren Fesseln und aus dem Kerker, die im Finstern sitzen. (Jesaja 42:6,7) Wir erkennen also, aus welcher Lage wir erlöst worden sind. 8 Und wiederum sagt der Prophet: Siehe, ich habe dich zum Licht für die Völker gesetzt, damit du seiest zur Erlösung bis an die Grenzen der Erde, so spricht der Herr, dein Gott, der dich erlöst hat. (Jesaja 49:6,7) 9 Und wiederum sagt der Prophet: „Der Geist des Herrn ist über mir deshalb, weil er mich gesalbt hat, Armen frohe Botschaft zu bringen, mich gesandt hat zu heilen, die zerknirschten Herzens sind, zu verkünden Gefangenenfreilassung, Blinden neues Augenlicht, auszurufen das angenehme Jahr des Herrn und den Tag der Vergeltung, zu trösten alle Trauernden“. (Jesaja 61:1,2)

 

[15.] Nicht die jetzigen Sabbate sind mir angenehm“, sondern der christliche Sonntag

 

1 Ferner ist auch über den Sabbat geschrieben in den Zehn Geboten, in denen der Herr auf dem Berge Sinai zu Moses von Angesicht zu Angesicht gesprochen hat: Und heiligt den Sabbat des Herrn mit reinen Händen und reinem Herzen. (2. Mose 20:8) 2 Und an einer anderen Stelle sagt er: Wenn meine Söhne den Sabbat halten, dann will ich mein Erbarmen hingeben über sie. 3 Den Sabbat erwähnt er am Anfang der Schöpfung: Und der Herr schuf in sechs Tagen die Werke seiner Hände und am siebten Tage hatte er sie vollendet und er ruhte an diesem Tage und heiligte ihn. (1. Mose 2:2) 4 Merket auf Kinder, was bedeutet das in sechs Tagen vollendete er sie. Das heißt, dass in sechstausend Jahren der Herr alles vollenden wird, denn der Tag bedeutet bei ihm tausend Jahre. Er selbst bezeugt mir das, wenn er sagt: Siehe, ein Tag des Herrn wird sein wie tausend Jahre.. (Psalm 90:4)

 

Also Kinder, in sechs Tagen, in sechstausend Jahren wird alles vollendet sein. 5 Und am siebten Tage ruhte er. Das heißt: Wenn sein Sohn kommt und der Zeit des Bösen ein Ende machen und die Gottlosen richten und die Sonne, den Mond und die Sterne umändern wird, dann wird er ruhmvoll ruhen am siebten Tage. 6 Fernerhin sagt er: Du sollst ihn heiligen mit reinen Händen und reinem Herzen. Wenn nun jemand den Tag, den der Herr geheiligt hat, jetzt schon heiligen kann mit reinem Herzen, dann sind wir völlig im Irrtum. 7 Siehe, dass wir erst dann recht ruhen und ihn heiligen werden, wenn wir dazu imstande sind, weil wir selbst gerechtfertigt sind und das Evangelium empfangen haben, wenn es kein Unrecht mehr gibt, vielmehr alles vom Herrn neu geschaffen ist. Erst dann also werden wir ihn heiligen können, wenn wir selbst zuerst geheiligt sind. 8 Zudem aber sagt er ihnen: Eure Neumonde und eure Sabbate ertrage ich nicht mehr. (Jesaja 1:13) Sehet, wie er sagt: Nicht die jetzigen Sabbate sind mir angenehm, sondern den ich eingesetzt habe, an dem ich, nachdem ich alles beendigt habe, den Anfang des achten Tages, das heißt den Beginn einer anderen Welt ansetzen werde. 9 Deshalb begehen wir auch den achten Tag in Freude, an dem auch Jesus von den Toten auferstanden und, nachdem er sich geoffenbart hatte, in den Himmel aufgestiegen ist.

 

[16.] In den Herzen der Christen entstand ein neuer Tempel

 

1 Auch über den Tempel will ich noch zu euch reden, wie die Unglücklichen in ihrem Irrtum ihre Hoffnung setzten auf den Bau, als wäre er das Haus Gottes, statt dass sie auf ihren Gott, der sie erschaffen, gehofft hätten. 2 Denn fast nach Art der Heiden haben sie ihn verehrt in dem Tempel. Aber höret, wie der Herr spricht, da er ihm ein Ende setzt: Wer hat den Himmel gemessen mit der Spanne oder die Erde mit der hohlen Hand? Nicht ich? Es spricht der Herr: Der Himmel ist mein Thron, die Erde der Schemel meiner Füße. Was für ein Haus wollt ihr mir erbauen oder was soll der Ort meiner Ruhe sein? (Jesaja 40:12, 66:1) Erkennet also, dass ihre Hoffnung grundlos ist.

 

3 Ferner sagt er wiederum: Siehe, die diesen Tempel zerstörten, werden ihn selbst wieder aufbauen. 4 Das trifft ein. Denn weil sie Krieg führten, wurde der Tempel von ihren Feinden zerstört. Jetzt werden gerade die Untertanen der Feinde ihn wieder aufbauen. (Bau des Jupitertempels in Jerusalem unter Kaiser Hadrian, 117-138 n. Chr.) 5 Wiederum ist geoffenbart worden, dass die Stadt, der Tempel und das Volk Israel dem Untergang anheimgegeben werden sollen. Es sagt nämlich die Schrift: Und es wird geschehen am Ende der Tage und der Herr wird übergeben die Schafe der Weide, ihren Stall und ihren Turm dem Untergang. Und es geschah, wie der Herr gesagt hatte.

 

6 Untersuchen wir nun aber, ob es einen Tempel Gottes gibt. Es gibt einen da, wo er selbst ihn zu bauen und aufzurichten bezeugt. Es steht nämlich geschrieben: Und es wird geschehen, wenn die Woche zu Ende geht, wird der Tempel prachtvoll erbaut werden auf den Namen des Herrn. 7 Ich finde also, dass es einen Tempel gibt. Wie er nun wird erbaut werden auf den Namen des Herrn, das vernehmt. Bevor wir nämlich unserem Gotte glaubten, war die Wohnung unseres Herzens dem Verderben zugänglich und schwach, wie ein wirklich von Händen erbauter Tempel, weil es voll war von Götzendienst und weil es war eine Behausung für Dämonen, weil wir taten, was Gott zuwider war. 8 Er wird aber aufgebaut werden auf den Namen des Herrn. Gebet aber acht, auf dass der Tempel des Herrn prachtvoll aufgebaut werde. Wie? Das vernehmet! Da wir Verzeihung der Sünden erlangten und gehofft haben auf den Namen des Herrn, sind wir neu geboren worden, wiederum von Neuem geschaffen; deshalb wohnt in uns im Gemache Gott wahrhaftig. 9 Wieso? Sein Wort der Treue, seine Berufung zur Verheißung, die Weisheit seiner Satzungen, die Forderungen seiner Lehre, ja er selbst, der in uns weissagt, er selbst, der in uns wohnt, der uns, dem Tode Unterworfenen, die Türe des Tempels, das ist den Mund öffnet, der uns Bußgeist verleiht, er zieht ein in den unvergänglichen Tempel.

 

10 Denn, wer nach dem Heile sich sehnt, schaut nicht auf den Menschen, sondern auf den, der in ihm wohnt und spricht, erstaunt darüber, dass er seither weder die Worte einmal vernommen aus dem Munde des Redenden, noch dass er selbst bisher sich gesehnt habe, sie zu hören. Das ist der geistige Tempel, erbaut für den Herrn.

 

[17.]  die „gegenwÄrtige und künftigen Dinge“ liegen in „Geheimnissen verborgen“

1 Soweit es möglich war, in einfacher Weise euch aufzuklären, hofft meine Seele, dass ich in meinem Bestreben nichts übergangen habe, was zum Heile dienlich ist. 2 Wenn ich euch über die gegenwärtigen und künftigen Dinge schreiben würde, ihr würdet es nicht verstehen, weil es in Geheimnissen verborgen liegt. Das habe ich also auf diese Weise erledigt.

 

[18.] Von den zwei Wegen – Licht und Finsternis

 

1 Nun wollen wir aber übergehen zu der anderen Erkenntnis und Lehre. Es gibt zwei Wege der Lehre und der Macht, nämlich den des Lichtes und den der Finsternis. Der Unterschied zwischen den beiden Wegen aber ist groß. Auf dem einen sind nämlich aufgestellt Licht tragende Engel Gottes, auf dem anderen aber Engel des Teufels. 2 Und jener ist Herr von Ewigkeit zu Ewigkeit, dieser aber ist der Fürst dieser gegenwärtigen, gottlosen Zeit.

 

[19.] Der Weg des Lichtes nun ist dieser: „Töte das Kind nicht durch Abtreibung“

 

1 Der Weg des Lichtes nun ist dieser: Wenn einer seinen Weg gehen will bis zum vorgesteckten Ziele, so soll er sich beeilen durch seine Werke. Die Erkenntnis nun, die uns gegeben wurde darüber, wie wir auf diesem Wege wandeln müssen, ist also: 2 Liebe den, der dich erschuf, fürchte den, der dich gebildet, verherrliche den, der vom Tode dich erlöst hat! Sei geraden Herzens und reich im Geiste! Verkehre nicht mit denen, die wandeln auf dem Wege des Todes! Hasse alles, was Gott nicht gefällt, hasse jegliche Heuchelei! Versäume nichts von Gottes Geboten! 3 Erhebe dich nicht selbst, denke demütig in jeglicher Hinsicht, schreibe dir selbst keine Ehre zu! Fasse keinen bösen Anschlag wider deinen Nächsten! Gestatte deiner Seele keine Anmaßung!

 

4 Treibe nicht Unzucht, Ehebruch, Knabenschändung! Das Wort Gottes rede nicht bei der Unreinheit anderer! Schau nicht auf die Person, wenn du jemand zurechtweisest über einen Fehltritt! Sei milde, ruhig, zittere vor den Worten, die du gehört hast! Deinem Bruder trage Böses nicht nach! 5 Sei nicht geteilter Meinung, ob es sich erfüllen werde oder nicht! Du sollst den Namen Gottes nicht eitel nennen! (5. Mose 5.11) Liebe deinen Nächsten mehr als deine eigene Seele! Töte das Kind nicht durch Abtreibung, noch auch töte das Neugeborene! Ziehe deine Hand nicht zurück von deinem Sohne oder von deiner Tochter, sondern lehre sie von jung auf die Furcht Gottes!

 

6 Begehre nicht nach dem Besitze deines Nächsten, werde nicht habsüchtig! Geselle dich nicht in deinem Herzen zu den Hochmütigen, sondern verkehre mit den Demütigen und Gerechten! Was dir Übles zustößt, das nimm als gut an und wisse, dass ohne Gott nichts geschieht! 7 Denke nicht noch rede zwiespältig! Denn die Doppelzüngigkeit ist ein Fallstrick des Todes. Sei untertan deinem Herrn als dem Vertreter Gottes in Achtung und Furcht! Gib deinem Knecht und deiner Magd, die auf den gleichen Gott hoffen, deine Befehle nicht in Bitterkeit, damit sie nicht einmal ablegen ihre Furcht vor Gott, der über euch beide herrscht. Denn er ist nicht gekommen, um zu berufen nach Ansehen der Person, sondern zu denen, die der Geist vorbereitet hat. 8 Von allem sollst du deinem Nächsten mitteilen und nicht sagen, es sei dein Eigen! Wenn ihr nämlich die unvergänglichen Güter gemeinsam habt, um wie viel mehr die vergänglichen? Sei nicht vorlaut! Ein Fallstrick des Todes ist nämlich der Mund. Soviel du kannst, führe ein reines Leben deiner Seele zulieb!

 

9 Sei nicht so, dass du deine Hand ausstreckst zum Nehmen, zum Geben aber sie zuhältst! Liebe wie deinen Augapfel jeden, der dir das Wort des Herrn verkündet! 10 Bei Tag und bei Nacht denke an den Tag des Gerichtes und suche täglich das Antlitz der Heiligen, sei es, dass du durch Reden dich abmühst, hingehst, sie zu trösten und nachsinnst, wie du durch die Rede eine Seele rettest oder dass du mit den Händen arbeitest zur Tilgung deiner Sünden. 11 Zweifle nicht, ob du geben sollst und gib ohne Murren! Du wirst einsehen, wer der herrliche Erstatter deines Lohnes ist. Bewahre, was du erhalten hast, ohne etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen! Das Böse hasse in Ewigkeit! Urteile gerecht! 12 Rufe keine Spaltungen hervor, sondern stifte Frieden, indem du Streitende versöhnst! Bekenne deine Sünden! Schreite nicht zum Gebet mit einem schlechten Gewissen! Das ist der Weg des Lichtes.

 

[20.] Nicht „die Geschöpfe Gottes im Mutterleibe umbringen“

 

1 Der Weg der Finsternis aber ist krumm und voll Fluch. Es ist nämlich der Weg zum ewigen Tode voll Strafe. Auf diesem befindet sich das, was ihre Seelen zugrunde richtet: Götzendienst, Frechheit, Überhebung wegen der Macht, Heuchelei, Doppelherzigkeit, Ehebruch, Mord, Raub, Stolz, Übertretung, List, Bosheit, Anmaßung, Giftmischerei, Zauberei, Habsucht, Vermessenheit gegen Gott. 2 Leute, welche die Guten verfolgen, die Wahrheit hassen, die Lüge lieben, den Lohn der Gerechtigkeit nicht kennen, dem Guten nicht nachstreben und dem gerechten Urteil, sich nicht bemühen um Witwen und Waisen, sich nicht kümmern um die Gottesfurcht, sondern um das Böse, von denen gar weit entfernt ist Sanftmut und Geduld, die das Eitle lieben, nach Vergeltung haschen, kein Mitleid haben mit dem Bettler, sich nicht annehmen um den Niedergebeugten, die bereit sind zum Verleumden, die ihren Schöpfer nicht anerkennen, Kinder morden, die Geschöpfe Gottes im Mutterschoß umbringen, dem Bedürftigen den Rücken zukehren, den Bedrängten unterdrücken, den Reichen beistehen, die Armen ungerecht richten, Sünder in allen Stücken.

 

[21.] Wähle nicht das Gegensätzliche, denn "nahe ist der Tag"

 

1 Daher ist es recht, dass der Mensch alle Satzungen des Herrn, die geschrieben stehen, kennenlerne und in diesen wandle. Denn wer dieses tut, wird im Reiche Gottes verherrlicht werden. Wer dagegen jenes andere (das Gegensätzliche) sich auswählt, wird zugleich mit seinen Werken verloren gehen. Darum gibt es eine Auferstehung, darum eine Wiedervergeltung. 2 Ich bitte euch, die Vornehmen, wenn ihr von mir einen wohlgemeinten Rat annehmt: Ihr habt unter euch solche, denen ihr Gutes tun könnt, versäumet das nicht! 3 Nahe ist der Tag, an dem für den Bösen alles verloren ist, nahe ist der Herr und sein Lohn. 4 Immer wieder bitte ich euch: Seid euch selbst gute Gesetzgeber, bleibet euch selbst gute Ratgeber, tilget aus in euch jegliche Heuchelei!

 

5 Gott aber, der über die ganze Welt gebietet, möge euch verleihen Weisheit, Einsicht, Verstand, Erkenntnis seiner Satzungen, Beharrlichkeit. 6 Werdet gelehrige Schüler Gottes, indem ihr fleißig forschet, was Gott von euch verlangt und tuet es, damit ihr als solche erfunden werdet am Tage des Gerichtes. 7 Wenn ihr ein Gedächtnis habt für eine Wohltat, gedenket meiner, indem ihr diese meine Worte beherzigt, damit mein Verlangen und meine Sorgfalt zu etwas Gutem führt. Ich ersuche euch darum, indem ich eine Wohltat erbitte. 8 Solange noch das herrliche Gefäß (solange ihr noch in diesem Körper lebt) bei euch ist, versäumet nichts von dem Eurigen (Aufgaben), sondern forschet stets darüber nach und erfüllet jegliches Gebot, denn sie sind es wert. 9 Deshalb war ich um so mehr bemüht, von dem, was ich beherrschte, euch zu schreiben, um euch eine Freude zu machen. Lebet wohl, Kinder der Liebe und des Friedens, der Herr der Herrlichkeit und jeglicher Gnade sei mit eurem Geiste!

 

(Die Apostolischen Väter. In Anlehnung an die Übersetzung aus dem Griechischen von Franz Zeller. München 1914.)

 

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Anmerkungen:

 

Bild: © minerva79.de, Bethlehemkirche (Name seit 1912), vorher "Dorfkirche Rixdorf" in Berlin-Neukölln (Rixdorf), 1481 n. Chr.

 

[1] Clemens von Alexandria, Titus Flavius Clemens, griechisch Klemes Alexandreus, geb. um 150 in Athen; + um 215 in Kappadokien, war ein griechischer Theologe und Kirchenschriftsteller.

 

[2] Origenes, lateinisch Origenes Adamantius, geb. um 185 in Alexandria; + 254 in Tyros in Caesarea Maritima, war ein Kirchenschriftsteller, christlicher Gelehrter und Theologe.

 

[3] Hieronymus, Sophronius Eusebius Hieronymus, geb. 347 in Stridon, Provinz Dalmatia, + 420 in Betlehem, war Kirchenvater, Heiliger, Gelehrter und Theologe.

 

[4] Der Codex Sinaiticus ist ein Bibel-Manuskript aus dem 4. Jahrhundert. Der Kodex enthält große Teile des Alten und ein vollständiges Neues Testament.

 

[5] Eusebius von Caesarea, geb. 260/64 in Palästina, + 339/40, wird als der Vater der Kirchengeschichte bezeichnet. Er wird zu den Kirchenvätern gezählt.

  

[6] Bar-Kochba-Aufstand: Simon bar Kochba, † 135 n. Chr., Schim'ôn Bar Kochba, „Sohn des Sterns“ oder "der Sternensohn", war ein jüdischer Freiheitskämpfer mit messianischen Thronanspruch, der von 132 bis 135 n. Chr. den Bar-Kochba-Aufstand gegen das Römische Reich unter Kaiser (117-138) Hadrian führte. Die Juden lehnten die römische Herrschaft grundsätzlich ab (Pausanias, Eusebius). Erschwerend kann hinzugekommen sein, dass der Kaiser angeblich den Juden die Beschneidung verbieten wollte und plante, anstatt Jerusalems, eine neue römische Stadt namens (Colonia) "Aelia Capitolina" zu bauen, inclusive eines "heidnischen" Tempels. Die Juden unter der Führung von Bar Kochba besiegten die Römer und riefen nach der Einnahme von Jerusalem Bar Kochba zum Messias (hebräisch: maschiach, der Gesalbte, prophezeiter Erlöser der Menscheit) aus, der streng nach dem jüdischen Gesetz, der Thora (5 Bücher Moses, siehe auch die Bibel, AT), regierte. Die Römer eroberten dann 134 n. Chr. Jerusalem zurück, nachdem sie vorher 10 Legionen u. a. aus Britannien, Gallien und den Donaugebieten mobilisiert hatten. Im folgenden Jahr wurde das jüdische Heer endgültig besiegt und Bar-Kochbar getötet. Nach Cassius Dio (ca. 150-235 n. Chr.), römischer Geschichtsschreiber und Politiker, verloren ca. eine halbe Millionen Juden ihr Leben und hunderte Städte und Dörfer wurden zerstört, auch Jerusalem. Auf dessen Ruinen wurde die neue römische Garnisonsstadt "Aelia Capitolina" gebaut und der Jupiter-Tempel, zwecks Verehrung des römischen Hauptgottes Jupiter, ersetzte den zerstöten jüdischen Jahwe-Tempel. Juden durften in Jerusalem nicht mehr leben.

 

[7] Frommer Betrug, lat. pia fraus, bezeichnet eine Täuschung oder Verheimlichung der Wahrheit in vermeintlich guter Absicht, hauptsächlich Volkstäuschung oder Volksverdummung für religiöse Zwecke. „So blieb undurchschaut durch frommen Betrug die Verhehlung“ („inde incepta pia mendacia fraude latebant“). Metamorphosen, („Bücher der Verwandlung“), 9. Buch, Iphis, vom römischen Dichter Ovid, 1. Jh. 

 

[8] An allem sind die Juden schuld“ ist ein politisch-satirisches Chanson des deutschen Komponisten Friedrich Hollaender aus dem Jahr 1931, der das antisemitische Feindbild der Juden, der „hinter allem Übel dieser Welt steckt“, ad absurdum (das Widersinnige nachweisen) führt und die Schuld der Juden mit dem Beweis belegt, dass sie „nun mal dran Schuld seien“. 

 

[9] Bund hat hier die Bedeutung eines Bündnisses zwischen Gott und Menschen. In der Bibel wird vom „alten“ und „neuen Bund“ gesprochen. Der „alte Bund“ steht für das Bündnis zwischen Gott und dem Volk Israel. In der christlichen Lehre wird Jesus Christus als Grundlage des neuen Bundes erkannt. „Während des Mahls nahm Jesus das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet und reichte ihn den Jüngern mit den Worten: Trinkt alle daraus; das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ (Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, Neues Testament, Matthäus 26:26-28)

 

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