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-----Dr. Martin Luthers Antijudaismus & Toledot Jeschu – Leben Jesu [*]      

 

Dr. Martin Luthers Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“.

 

 Erstmals gedruckt 1543 in Wittenberg von Hans Lufft.

 

Auszug: Überarbeitet von minerva79.de

 

„Wenn man die ganze Geschichte des Hasses der Christen gegen die Juden zusammenfassen

und den aus dem Neuen Testament entnommenen angeblichen Motiven für diesen Hass

gegenüberstellen wollte, könnte man sich mit viel Recht darauf berufen, dass der

Verfasser des 4. Evangeliums der Vater des Antisemitismus der Christen ist.“ [1]

 

Johannes Chrysostomus, 4. Jh., Erzbischof von Konstantinopel, Heiliger, Kirchenlehrer,

Vertreter  des christlichen Antijudaismus, zitierte für seine Hetze gegen die Juden

gern das Johannes-Evangelium.“ [2]

 

[18] „Erstens, sollte man ihre Synagoge oder Schule ... anstecken.“

[20] „Zum anderen ... auch ihre Häuser zerbrechen und zerstören.“

[22]Sollte man ihren Rabbinern ... verbieten ... zu lehren.“          

[24] „Zum Sechsten sollte man ihnen den Wucher verbieten.“          

[26] „Juden ... Dreschflegel, Axt, ... Spaten, ... in die Hand geben.“

[30] „Zum Lande hinaustreibe, dass sie hinziehen in ihr Land.“        

[34] Synagogen ... verbrennen und werfe ... Schwefel und Pech.“  

[35] „Alle ihre Bücher wegnehmen, Betbücher, Talmude ... Bibel.“   

 

„Ich hatte mir vorgenommen, nichts mehr von den Juden noch gegen die Juden zu schreiben, aber weil ich erfahren habe, dass die elenden, heillosen Leute nicht aufhören auch uns, die Christen, an sich zu locken, habe ich dieses Büchlein veröffentlicht, damit ich zu denen gehöre, die gegen solche giftigen Vorhaben der Juden Widerstand leisten und die Christen gewarnt habe, sich vor den Juden zu hüten. Ich meine nicht, dass ein Christ sich von den Juden narren lassen sollte, um an ihrem Elend und Jammer teilzuhaben. Aber der Teufel ist der Gott dieser Welt und wo Gottes Wort nicht ist, kann er gut wirken. Nicht allein bei den Schwachen, sondern auch bei den Starken. Gott helfe uns, Amen.

 

1. Gnade und Friede im Herrn. Lieber Herr und guter Freund! Ich habe eine Schrift empfangen, in der ein Jude mit einem Christen ein Gespräch führt, der es wagt, die Sprüche der Schrift (wie wir leben unseren Glauben, von unserm Herrn Christus und Maria, seiner Mutter) zu verdrehen und viel anders zu deuten, um damit den Grund unseres Glaubens umzustoßen.

 

2. Darauf gebe ich euch und ihm die Antwort: Es ist nicht mein Vorhaben, mit den Juden zu zanken oder von ihnen zu lernen, wie sie die Schrift deuten oder verstehen. Ich weiß das alles bereits. Viel weniger will ich die Juden bekehren, denn das ist unmöglich. Und die zwei vorzüglichen Männer, Lyra [3] und Burgensis [4] und andere, haben uns vor hundert und vor zweihundert Jahren das unflätige Deuten der Juden genau beschrieben und beachtlich widerlegt. Doch hilft es bei den Juden nicht überall, denn sie sind immer ärger geworden.

 

3. Auch weil sie so hart und immun gegen Schicksalsschläge geworden sind und nicht einsichtig werden wollen durch die schreckliche Plage, dass sie nun über 1400 Jahre im Elend sind und trotz heftigen ewigen Rufens und Schreiens zu Gott (wie sie meinen) noch kein Ende oder eine bestimmte Zeit erlangen konnten, so helfen (sage ich) auch die Schläge nicht. Es ist daher gut zu verstehen, dass unser Reden und Deuten viel weniger helfen wird. Darum sei ein Christ nur zufrieden und zanke nicht mit den Juden, sondern musst oder willst du mit ihnen reden, so sprich nicht mehr als so:

 

4. Hörst du, Jude, weißt du auch, dass Jerusalem und eure Herrschaft, samt dem Tempel und Priestertum, zerstört [5] ist nun über 1460 Jahre? Denn in diesem Jahr, das wir Christen schreiben von der Geburt Christi an, 1542, sind es gerade 1468 Jahre und geht also ins 1500ste Jahr, als Vespanianus [6] und Titus [7] Jerusalem zerstört haben und die Juden daraus vertrieben. Mit diesem Nüsslein lassen sich die Juden beißen und disputiren, solange sie wollen.

 

5. Denn solch grausamer Zorn Gottes zeigt ausreichend an, dass sie gewisslich irren müssen und unrecht haben, selbst ein Kind kann das begreifen. Denn für so grausam muss man Gott nicht halten, dass er sein eigenes Volk so lange, so gräulich, so unbarmherzig strafen und dazu stillschweigt, es weder mit Worten noch Werken tröstet und keine Zeit noch das Ende bestimmen würde. Wer wollte an einen solchen Gott glauben, hoffen oder ihn lieben? Darum lässt dieses zornige Werk den Schluss zu, dass die Juden, gewisslich von Gott verworfen, nicht mehr sein Volk sind, er auch nicht mehr ihr Gott ist und das geht nach dem Spruch Hosea 1,9: „Lo-Ammi: Ihr seid nicht mein Volk, so bin ich nicht euer Gott.“ Ja, es geht ihnen leider allzu schrecklich. Sie mögen denken, wie sie wollen, so sehen wir das Werk vor Augen, das trügt uns nicht.oH

 

6. Und wenn ein Funke Vernunft oder Verstand in ihnen wäre, müssten sie wahrlich bei sich denken: Ach Herr Gott, es steht und geht nicht recht mit uns, das Elend ist zu groß, zu lange, zu hart, Gott hat uns vergessen. Ich bin zwar kein Jude, aber ich denke mit Ernst nicht gern an solchen grausamen Zorn Gottes über dieses Volk. Denn ich erschrecke davor, dass es mir durch Leib und Leben geht. Was soll werden mit dem ewigen Zorn in der Hölle über falsche Christen und alle Ungläubigen? Wohlan, die Juden mögen unseren Herrn Jesus halten, wofür sie wollen. Wir sehen, dass es so geht, wie er in Lukas 21, 20, 22, 23 sagt: „Wenn ihr aber sehen werdet, dass Jerusalem von einem Heer belagert wird, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe herbeigekommen ist. Denn das sind die Tage der Vergeltung und es wird große Not im Lande sein und Zorn über dieses Volk.“

 

7. Summa, wie gesagt, ich diskutiere nicht viel mit Juden von den Artikeln unseres Glaubens. Sie sind von Jugend auf erzogen mit Gift und Groll gegen unseren Herrn, sodass keine Hoffnung ist, bis sie dahin kommen, dass sie durch ihr Elend zuletzt mürbe und so gezwungen werden zu bekennen, dass der Messias gekommen und unser Jesus ist. Sonst ist es viel zu früh, ja gar umsonst mit ihnen zu diskutieren, wie Gott dreifaltig, Gott Mensch ist und Maria Gottes Mutter ist. Denn wenn so etwas keine Vernunft, kein menschliches Herz zulässt, wie viel weniger solch ein verbittertes, giftiges, blindes Herz der Juden! Was Gott selbst nicht bessert mit solchen grausamen Schlägen, das werden wir mit Worten und Werken nicht bessern können (wie gesagt). Moses konnte den Pharao weder mit Plagen, noch mit Wundern, noch mit Bitten, noch mit Drohungen bessern, er musste ihn im Meer ersaufen lassen (2. Mose 14:28).

 

8. So wollen wir nun, um unseren Glauben zu stärken, den Juden etliche grobe Torheiten in ihrem Glauben und in ihrer Auslegung der Schrift erklären, weil sie so giftig über unseren Glauben lästern. Kommt irgendein Jude zur Besserung, dass er sich schäme, ist es um so besser. Wir reden jetzt nicht mit Juden, von den Juden und von ihrem Tun, dass es unsere Deutschen auch wissen mögen.

 

9. Darnach nennen sie ihn [Jesus Christus] ein Hurenkind und seine Mutter Maria eine Hure, da sie mit einem Schmied Ehebruch [8] begangen habe [8a]. Ich muss so grob, doch ungern reden, gegen den unleidlichen Teufel. Nun wissen sie sehr wohl, dass sie das aus lauter Hass und Mutwillen lügen, weil sie auch ihre arme Jugend und einfältigere Juden bitter genug vergiften gegen die Person unseres Herrn, damit sie seine Lehre (die sie nicht verneinen können) nicht zulassen. Auch wollen sie nicht das heilige Volk sein, denen Gott um ihrer Gerechtigkeit willen den Messias geben soll. Gott hat geboten im achten Gebot, man solle nicht falsch reden wider den Nächsten, nicht lügen noch trügen, nicht schmähen noch lästern, auch den Feinden nicht ...

 

10. Nun was hat ihnen die arme Magd Maria getan? Womit wollen sie beweisen, dass sie eine Hure ist? Sie hat nichts getan, nur einen Sohn getragen, der Jesus heißt. Ist es denn ein böses Ding, dass ein junges Weib ein Kind gebiert oder sollen sie alle Huren heißen, die ein Kind tragen? Wo wollen ihre Weiber und sie selbst bleiben? Sind sie auch alle Huren und Hurenkinder? Ja, ihr verfluchten Gojim *, das ist etwas anderes. Wisst ihr nicht, die Juden sind Abrahams edles Blut, beschnitten und Könige im Himmel und auf Erden. Was sie sagen, das ist recht. Wenn nun unter den verfluchten Gojim eine Jungfrau wäre, so rein und heilig wie der Engel Gabriel und von den geringsten edlen Fürsten einer spräche, sie wäre eine Erzhure und ärger wie der Teufel, so müsste es also sein, bedürfte keines anderen Beweises, außer diesem: Es hat es ein übles Maul vom Geblüt Abraham gesagt, wer darf nein dazu sagen? Wiederum, wenn eine Erzhure vom edlen Blut der Juden wäre, so hässlich wie der Teufel selbst? Wenn es den edlen Herren gefiele, so ist sie reiner wie ein Engel. Denn die Macht haben die edlen beschnittenen Herren, die verfluchten Gojim zu belügen, zu schwächen, zu schänden, zu lästern und zu fluchen, wie sie wollen. Auch sich selbst zu segnen, zu ehren, zu preisen und zu loben, selbst wenn es Gott anders wollte. Meinst du, es sei ein solch schlechtes Ding um einen Juden? Gott im Himmel und alle Engel müssen lachen und tanzen, wenn sie hören, dass ein Jude einen Forz lässt, auf dass du verfluchter Gojim fortan weißt, wie ein herrlich Ding es um einen Juden ist. Wie dürfen sie sonst so kühnlich Maria eine Hure schelten, an der sie keine Schuld wissen, wenn sie nicht solche Macht hätten, Gott und sein Gebot mit Füßen zu treten? (* alle Nichtjuden)

           

11. Weiter lügen und lästern sie über ihn und seine Mutter, dass sie ihn zur Unzeit empfangen habe. Dieses Stücklein meinen sie sehr giftig, bitter und böse. Mose schreibt, 3. Mose 18,19 [9], dass ein Weib, wenn sie ihre Tage hat, keinen Geschlechtsverkehr haben soll, bei Verlust des Leibes und des Lebens. Denn was zur selben Zeit der Reinigung empfangen wird, wird auch eine untüchtige, gebrechliche Frucht. Es werden wahnwitzige Kinder, natürliche Narren, Kielkröppe, Wechselbälge und ähnliche Menschen, die ein zerrüttetes Gehirn ihr Leben lang haben. Damit wollen nun die Juden uns Christen schänden, dass wir einen natürlich geborenen Narren vom Mutterleib an oder einen rechten Kilkrop für einen Messias ehren. Für solche unsinnigen und verfluchten Gojim halten sie uns, die hochverständigen, beschnittenen und tief erleuchteten Heiligen. Wohlan, das sind des Teufels eigene Gedanken und Worte.

 

12. Auch Sebastian Münster zeigt in seiner Bibel an, dass ein giftiger Rabbi existieren soll, der die liebe Mutter Christi nicht Maria, sondern Haria, sterquilinium*, einen Dreckshaufen nennt. Und wer weiß, was sie mehr unter sich reden, wovon wir nichts wissen? Man sieht wohl, dass der Teufel zu allerlei Lügen und Lästerung verführt , was er aufs Gemeinste immer erdenken kann. Also gönnen sie auch der lieben Mutter Maria, der Tochter Davids, die ihnen kein Leid getan hat, auch ihren rechten Namen nicht, wie sollten sie ihr dann das Leben, Gut oder Ehre gönnen? Und was sollten sie uns verfluchten Gojim gönnen, wenn sie ihrem eigenen Fleisch und Blut, das unschuldig ist, von dem sie nichts Böses wissen, alle Schande und Übel wünschen und darlegen? (* Mist)

 

13. Nun seht, welch eine feine, dicke, fette, Lüge es ist, zu behaupten, sie seien bei uns gefangen. Es ist über 1400 Jahre her, dass Jerusalem zerstört worden ist und wir Christen 300 Jahre [10] lang von den Juden gemartert und verfolgt [10a] worden sind in aller Welt (wie oben gesagt). Da möchten wir klagen, dass sie uns Christen in dieser Zeit gefangen und getötet haben, was die reine Wahrheit ist. Auch wissen wir heute noch nicht, welcher Teufel sie in unser Land gebracht hat, wir haben sie nicht von Jerusalem geholt.

 

14. Außerdem hält sie jetzt niemand. Land und Straßen stehen ihnen offen. Mögen sie ziehen in ihr Land, wann sie wollen. Wir möchten ihnen gern ein Geschenk dazugeben, damit wir sie loswerden. Denn sie sind uns eine schwere Last, wie eine Plage, Pestilenz und eitel Unglück in unserem Land. Als Wahrzeichen, sie sind oft mit Gewalt vertrieben (schweige das wir sollten halten) worden: aus Frankreich (das sie Zarpart nennen aus Obadja 20), als einem sonderlichen Nest. Jetzt neulich wurden sie von dem lieben Kaiser Carolo aus Spanien (welches sie Sefarad, auch aus Obadja, nennen), dem allerbesten Nest, vertrieben. Gut verstehen sie den Propheten Obadja, machen aus Zarpart Frankreich und aus Sefarad Spanien. Das reimt sich wie eine Kuh zur Windmühle. Und dieses Jahr wurden sie aus der ganzen Bömischen Krone vertrieben. Hatten sie doch in Prag eines der besten Nester. Ebenso wurden sie aus Regensburg, Magdeburg und mehr Örtern bei meinem Leben vertrieben. 

 

15. Heist das gefangen halten, wenn man einen nicht leiden kann im Lande oder Hause? Jawohl, sie halten uns Christen in unserem eigenen Lande gefangen. Sie lassen uns arbeiten in Nasenschweiß, Geld und Gut gewinnen. Inzwischen sitzen sie hinter dem Ofen, faulenzen, pompen und braten Birnen. Fressen, saufen, leben sanft und wohl von unserem erarbeiteten Gut. Sie haben uns und unsere Güter gefangen durch ihren verfluchten Wucher, spotten dazu und spucken uns an, weil wir arbeiten und sie faule Junker sein lassen von dem Unseren. Sie sind also unsere Herren, wir ihre Knechte mit unserem eigenen Gut, Schweiz und Arbeit. Danach fluchen sie über unseren Herrn und uns als Lohn und Dank. Sollte der Teufel hier nicht lachen und tanzen, wenn er ein solches feines Paradies bei uns Christen haben kann, weil er durch die Juden, seine Heiligen, das Unsere frisst und uns zum Lohn Maul und Nasen voll tut und über Gott und den Menschen spottet und flucht.

 

16. Weil nun gewiss ist, dass wir sie nicht gefangen halten, womit verdienen wir, dass solche edlen, großen Heiligen uns so feind sind? Wir nennen ihre Weiber nicht Huren, wie sie Maria, Jesus sein Mutter, betiteln. Wir nennen sie nicht Hurenkinder, wie sie unseren Herrn Christus beschimpfen. Wir sagen nicht, dass sie zur Zeit der Reinigung * empfangen und einen natürlichen Narren geboren hat, wie sie unseren Herrn bezeichnen. Wir sagen nicht, dass ihre Weiber Haria ** sind, wie sie unsere liebe Mutter nennen. Wir fluchen ihnen nicht, sondern wünschen ihnen alles Gute, leiblich und geistig, beherbergen sie bei uns, lassen sie mit uns essen und trinken. Wir stehlen und zerpfriemen *** ihre Kinder nicht, vergiften ihr Wasser nicht, uns dürstet nicht nach ihrem Blut. Womit verdienen wir denn solch grausamen Zorn, Neid und Hass von solchen großen heiligen Kinder Gottes? (*Periode, Tage; **Mist, Dreckhaufen, ***verb., mit pfriemen zerstechen)

 

17. Wir müssen mit Gebet und Gottesfurcht eine scharfe Barmherzigkeit üben, ob wir nicht etliche aus der Flamme und Glut erretten können: Rächen dürfen wir uns nicht. Sie haben die Rache tausendmal schlimmer am Halse, als wir ihnen wünschen mögen. Ich will meinen treuen Rat geben.

 

[18] Erstens, sollte man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecken und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufen und beschütten, sodass ewig kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sieht. Und das sollte man zu Ehren unseres Herrn und der Christenheit tun, damit Gott sieht, dass wir Christen sind und solches öffentliches Lügen, Flüche und Lästerungen über seinen Sohn und seine Christen nicht geduldet oder bewilligt haben. Denn was wir bisher aus Unwissenheit geduldet haben (ich habe es selbst nicht gewusst), wird uns Gott verzeihen. Da wir es aber jetzt wissen, sollen wir da, direkt vor unserer Nase, den Juden ihr Haus schützen und bewachen, in dem sie das Christentum und uns belügen, lästern, fluchen, anspeien und schänden (wie oben gehört)? Das wäre genau so schlimm, als täten wir es selbst und viel ärger, wie man wohl weiß.

 

19. Moses schreibt im 5. Mose 13, 16, dass wenn eine Stadt Götzendienst treibt, man sie mit Feuer ganz zerstören und nichts davon behalten soll. Und wenn er jetzt lebte, so wäre er der Erste, der die Judenschulen und Häuser anstecken würde. Denn er hat eindringlich geboten, 5. Mose 4, 2 und 12, 32, sie sollten nichts zu seinem Gesetz hinzufügen noch hinwegnehmen, um zu verhüten, dass sie seine Lehre vom Messias und über das wahre Gesetzesverständnis entstellen. Und Samuel sagt in 1. Kapitel, 15, 28, es sei Götzendienst, Gott nicht zu gehorchen. Nun ist die Lehre der Juden jetzt nichts anderes, als eitle Zusätze der Rabbiner und Abgötterei des Ungehorsams gegen den Messias und das Gesetz, sodass Mose bei ihnen nicht mehr wiederzuerkennen ist. So sind auch wegen Moses ihre Schulen nicht zu akzeptieren, weil sie ihn ebenso schänden wie uns und es ist daher nicht nötig, dass sie eigene, freie Kirchen haben.

 

[20] Zum anderen sollte man auch ihre Häuser zerbrechen und zerstören. Denn sie treiben darin dasselbe, was sie in ihren Schulen treiben. Eher sollte man sie unter ein Dach oder in einen Stall tun, wie die Zigeuner, damit sie wissen, dass sie nicht die Herren in unserem Lande sind, wie sie sich rühmen, sondern im Elend und gefangen, weil sie ohne Unterlass vor Gott über uns Zeter schreien und klagen.

 

21. Zum Dritten sollte man ihnen alle ihre Betbüchlein und Talmude nehmen, weil sie Abgötterei, Lügen, Fluch und Lästerung beinhalten.

 

[22] Zum Vierten sollte man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbieten künftig zu lehren. Denn ein solches Amt haben sie mit allem Recht verloren, weil sie die Armen Juden mit dem Spruch des Moses, 5. Mose 17, 12, 12, gefangen halten, da er gebietet, dass sie ihren Lehrern gehorchen sollen, da sie sonst sterben müssten. Doch Moses fügt aber erklärend hinzu, was sie dich lehren nach dem Gesetz des Herrn. So etwas übergehen die Bösewichter und missbrauchen den Gehorsam des armen Volkes zu ihrem Frevel gegen das Gesetz des Herrn und gießen ihnen so Gift, Fluch und Lästerung ein. Genauso wie uns der Papst mit dem Spruch aus Matthäus 16, 18:  „Du bist Petrus“ gefangen hielt, sodass wir alles glauben mussten, was er vorlog und betrog aus seinem Teufelskopf und uns nicht nach dem Worte Gottes lehrte. Dadurch verlor er die Fähigkeit zu lehren.

 

23. Zum Fünften sollte man den Juden das Geleit und die Straße ganz und gar verbieten, denn sie haben nichts auf dem Lande zu schaffen, weil sie nicht Herren, noch Amtsleute, noch Händler oder dergleichen sind, sie sollen daheimbleiben. Mir wurde berichtet, dass ein reicher Jude jetzt auf dem Lande mit zwölf Pferden (der will ein Kochab werden) unterwegs ist und wuchert [11] Fürsten, Herren, Land und Leute aus und dass große Herren scheel zusehen. Werdet ihr Fürsten und Herren solchen Wucherern nicht ordentlicherweise die Straße verbieten, so sollte sich gegen sie etwa eine Reiterei sammeln, weil sie aus diesem Büchlein lernen werden, was die Juden sind und wie man mit ihnen umgehen und ihr Wesen nicht schützen sollte. Denn ihr sollt und könnt sie auch nicht schützen, es sei denn, ihr wollt vor Ort aller ihrer Gräuel teilhaftig werden. Was daraus Gutes kommen möchte, das wollt wohl bedenken und vorkommen. 

 

[24] Zum Sechsten sollte man ihnen den Wucher verbieten, der ihnen von Mose verboten wurde, wo sie nicht in ihrem Land Herren über fremde Lande waren und sie nehmen ihnen alle Barschaft und Kleinod an Silber und Gold und legen es beiseite um es zu verwahren. Und dies ist die Ursache: Alles was sie haben (wie oben gesagt), haben sie uns gestohlen und geraubt durch ihren Wucher, weil sie sonst keine anderen Einnahmen haben. Solches Geld sollte man dazu brauchen (und nicht anders), dass wenn ein Jude sich ernstlich bekehrt, man ihm davon etwas auf die Hand gebe, hundert zwei drei Floren, nach dem Bedürfnis der Person, damit er Nahrung für sein armes Weib und Kindlein kaufen kann und die Alten oder Gebrechlichen damit unterhalte. Denn solches böse gewonnenes Gut ist verflucht, wenn man es nicht mit Gottes Segen zu einem guten nötigen Zweck wendet.

 

25. Sie rühmen sich aber, Mose habe ihnen erlaubt oder geboten an Fremden zu wuchern, 5. Mose 23, 20, (sonst haben sie auch keinen Buchstaben mehr zum Schein für sich). Darauf ist zu antworten: Es sind zweierlei Juden oder Israel. Die Ersten sind die, welche Mose aus Ägypten ins Land Kanaan führte, wie ihn Gott befohlen hatte. Denselben gab er sein Gesetz, das sie in demselben Land halten sollten, nicht weiter und das alles, bis das der Messias käme. Doch es war vielmehr eine Nachlassung als ein Gesetz, welches sie nicht eher brauchen sollten, sie hätten denn Moses sein Gesetz vorher gehalten (das Sie noch nie gehalten haben). Und wie sollten sie den Fremden so etwas tun, die sie es von ihnen nicht akzeptieren würden, es sei denn, sie wären zuvor von ihnen unterworfen worden. Aber das war ein seltsames Wildbret. Denn im Allgemeinen waren sie den Fremden zinspflichtig und untertan, wie die Richter- und Könige-Bücher * zeigen. Wir aber sind ihnen nicht untertan, sondern sie sollen uns untertan sein. Darum ist ihr Wucher eitler Diebstahl und Räuberei gegen ihre Oberherren und gegen Moses. (* Bibel)

 

[26] Zum Siebenten sollte man den jungen starken Juden und Jüdinnen Dreschflegel, Axt, Erdhacke, Spaten, Rocken und Spindel in die Hand geben und sie ihr Brot im Schweiße der Nase verdienen lassen, wie es Adams Kindern aufgelegt worden ist, 1. Mose 3, 19. Denn es taugt nicht, dass sie uns verfluchten Gojim* im Schweiße unseres Angesichtes arbeiten lassen und sie, die heiligen Leute, verzehren es hinter dem Ofen in faulen Tagen, Feisten und Pompen und dazu sich noch lästerlich rühmen, dass sie die Herren der Christen sind, von unserem Schweiß. Man müsste ihnen das faule Schelmenbein aus dem Rücken vertreiben. (* alle Nichtjuden)

H 

27. Sorgen wir uns aber, dass sie uns an Leib, Weib, Kind, Gesindel und Vieh Schaden zufügen könnten, wenn sie uns dienen oder arbeiten sollten, weil wohl zu vermuten ist, dass solche edlen Herren der Welt und giftige bittere Würmer, die keine Arbeit gewohnt sind, sich ungern so stark unter die verfluchten Gojim demütigen würden. So lasst uns bei gemeiner Klugheit der anderen Nationen bleiben, wie Frankreich, Spanien und Böhmen und mit ihnen rechnen, was sie uns abgewuchert haben und danach gütlich geteilt. Sie aber sollten für immer aus dem Land getrieben werden. Denn, wie gehört, Gottes Zorn ist so groß über sie, dass sie durch sanfte Barmherzigkeit nur schlimmer und schlimmer, durch Schärfe aber wenig besser werden. Drum immer weg mit ihnen. 

 

28. Summa, liebe Fürsten und Herren, die Juden unter sich haben, ist euch mein Rat nicht annehmbar, so trefft einen besseren, dass wir und ihr alle der unleidlichen teuflischen Last der Juden entledigt werden. Das wir nicht vor Gott schuldig und teilhaftig werden aller Lügen, des Lästerns, Speiens und Fluchens, was die rasenden Juden gegen die Person unseres eHerrn Jesu Christi, seine lieben Mutter, alle Christen, alle Obrigkeit und unser selbst so frei und mutwillig machen. Last sie keinen Schutz, noch Schirm, noch Geleit, noch Gemeinschaft haben, auch nicht euer und eurer Untertanen Geld und Güter durch den Wucher ihnen dazu dienen und helfen lassen. Wir haben eigene Sünden genug, noch vom Papsttum her und tun täglich viel dazu mit allerlei Undankbarkeit und Verachtung seines Wortes und aller seiner Gnaden, dass es nicht nötig ist, auch diese fremden, schändlichen Laster der Juden auf uns zu laden und ihnen trotzdem Gut und Geld zu geben. Lasst uns daran denken, dass wir nun täglich gegen den Türken streiten und wir Erleichterung unserer eigenen Sünden und Besserung unseres Lebens bedürfen. Ich will hiermit mein Gewissen gereinigt und entschuldigt haben, weil ich es treulich angezeigt und gewarnt habe.

 

29. ... ein solch verzweifeltes, durchböset, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ist es mit diesen Juden, da diese 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen waren und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen, das ist nicht anderes, da ist kein menschliches Herz gegen uns Heiden. So etwas lernen sie von ihren Rabbinern in den Teufelsnestern ihrer Schulen.

 

[30] Wollen aber die Herren sie nicht zwingen, noch ihren teuflischen Mutwillen steuern, dass man sie zum Lande hinaustreibe, wie gesagt, und lasse ihnen sagen, dass sie hinziehen in ihr Land und Güter in Richtung Jerusalem und daselbst lügen, fluchen, lästern, speien, morden, stehlen, rauben, wuchern, spotten und alle solche lästerlichen Gräuel treiben, wie sie es bei uns tun. Und lassen uns unsere Herrschaft, Land, Leib und Gut, vielmehr unseren eHerrn Messias, Glauben und Kirchen unbeschwert und unbeschmissen mit ihren teuflischen Tyranneien und Bosheiten. Ob sie Freiheiten (Privilegia) vorweisen könnten, sie würden ihnen nicht helfen, denn es kann niemand Freiheit geben, solche Gräuel zu üben, dann wären dadurch alle Freiheiten verwahrlost und verloren.

 

31. Willst du hier sagen: Ja, die Juden glauben und wissen das nicht, weil sie das neue Testament nicht annehmen, antworte ich also: Die Juden mögen wissen oder glauben dies oder jenes, wir Christen aber wissen es, dass sie öffentlich Gott den Vater lästern und fluchen, wenn sie über diesen Jesus lästern und fluchen. Wenn nun Gott jetzt oder am Jüngsten Tage mit uns Christen reden wird: Hörst du es, du bis ein Christ und hast gewusst, dass die Juden über meinen Sohn und mich öffentlich gelästert und geflucht haben, du aber hast ihnen Raum und Platz dazu gegeben, sie auch geschützt und geschirmt, damit sie es ungehindert und ungestraft tun konnten in deinem Lande, Stadt und Haus. Sage mir, was wollen wir hier antworten?

 

32. Denn, dass ein jeglicher für seine Person nicht glaubt, omissive et privatim, das müssen wir jedermann lassen auf sein Gewissen. Aber öffentlich frei in Kirchen und vor unseren Nasen, Augen und Ohren solchen Unglauben für richtig zu rühmen, zu singen, zu lehren, zu verteidigen und den rechten Glauben zu lästern und zu fluchen, um damit andere an sich zu ziehen und die unseren zu hindern, das ist etwas anderes. Es wird uns nicht helfen, dass die Juden nicht glauben, noch wissen, noch achten das neue Testament, weil wir es wohl wissen und nicht zulassen können, dass es die Juden schänden und verfluchen vor unseren Ohren. Dann ist unser Stillschweigen und Zusehen ebenso viel, als täten wir es selbst. Also belasten uns die leidigen Juden mit ihren teuflischen, lästerlichen, gräulichen Sünden in unserem eigenen Lande.

 

33. Demnach soll und muss es uns Christen kein Scherz, sondern großer Ernst sein, hiergegen Rat zu suchen, und unsere Seelen von den Juden, das ist vom Teufel und ewigen Tod zu erretten. Und ist der, wie oben gesagt.

 

[34] Erstens, dass mann ihre Synagogen mit Feuer verbrenne und werfe hinzu, wer da kann, Schwefel und Pech. Wer auch höllisches Feuer zuwerfen kann, das wäre auch gut, auf das Gott unseren Ernst und alle Welt ein solches Exempel sehen kann, dass wir ein solches Haus (darin die Juden Gott, unseren lieben Schöpfer und Vater, mit seinem Sohn, so schändlich gelästert haben) bisher unwissend geduldet, nunmehr ihm seinen Lohn gegeben haben.

 

[35] Zum anderen, dass man ihnen alle ihre Bücher wegnehme, Betbücher, Talmude, auch die ganze Bibel und nicht ein Blatt ließe und hebe es auf für die, die sich bekehren. Denn das alles brauchen sie zum Lästern über den Sohn Gottes, das ist, Gott selbst den Vater, Schöpfer iHimmels und der Erde (wie gesagt ist), und werden es nie mehr anders brauchen.

 

36. Unsere Oberherren, die Juden unter sich haben, wünsche und bitte ich, dass sie eine scharfe Barmherzigkeit gegen diese elenden Leute üben, wie oben gesagt. Ob es etwas (wiewohl es misslich ist) helfen könnte, so wie es die treuen Ärzte tun, wenn das heilige Feuer in die Beine gekommen ist? Dann handeln sie mit Unbarmherzigkeit und schneiden, sägen, brennen Fleisch, Adern, Bein und Mark ab. Gleiches tue man hier auch. Verbrenne ihre Synagogen, verbiete alles, was ich droben erzählt habe, zwinge sie zur Arbeit und gehe mit ihnen um nach aller Unbarmherzigkeit. So, wie es Mose in der Wüste tat, als er dreitausend tot schlug [12], dass nicht der ganze Haufen verderben musste. Sie wissen wahrlich nicht was sie tun und wollen es wie besessene Leute nicht wissen, hören noch lernen. Darum kann man hier keine Barmherzigkeit üben, um sie in ihrem Wesen zu stärken. Will das nicht helfen, so müssen wir sie wie die tollen Hunde wegjagen, damit wir nicht an ihrer gräulichen Lästerung und Lastern teilhaftig werden und mit ihnen Gottes Zorn verdienen und verdammt werden. Ich habe das Meine getan. Ein jeglicher sehe, wie er das Seine tut. Ich bin entschuldigt.

 

„Die Juden starben mit Weib und Kind. Sie wurden von den Christen erschlagen,

ertränkt, lebendig verbrannt, gerädert, gehenkt, zerhackt, gevierteilt, erwürgt und

lebendig begraben. Sie wurden mit Stricken und an den Haaren zum Taufbecken gezerrt.

Und der hohe Klerus hat sich an diesen Zwangstaufen aktiv beteiligt.“

W. Maurer, Kirche und Synagoge, 1953, S. 28

 

„Ihr habt gehört, dass gesagt ist: „Du sollst deinen Nächsten lieben“ (3. Mose 19,18)

und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die

euch verfolgen.“ [13] - „Vielmehr, „wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen;

dürstet ihn, gib ihm zu trinken ...“ Lass dich nicht vom Bösen überwinden,

sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ [14]

 

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Anmerkungen:

 

Bild 1: © Martin-Luther-Denkmal (errichtet zwischen 1889 und 1890) in Erfurt. 24 July 2005, own photograph by User:DannyBusch, Author: DannyBusch

 

Bild 2: © Euskirchener Synagoge (Ausschnitt aus einer Ansichtskarte, vermutlich 1890). Archiv H.-D. Arntz. In der Reichskristallnacht, am 10. November 1938, wurde diese Synagoge von den Nationalsozialisten des Deutschen Reiches (1871-1945) niedergebrannt.   Die Synagoge hatte eine Höhe von insgesamt 30 Metern. Dass eigentliche Gebäude war ca. 15 Meter hoch und 22 Meter tief. Die Synagoge verfügte über circa 200 Sitzplätze. http://www.hans-dieter-arntz. de/erinnerungen_an_die_euskirchener_synagoge.html

 

[1] Gregory Baum, Grässer, Erich, Der Alte Bund im Neuen, 1985, 135, 136 (AaO. S. 146),

 

[2] Johannes Chrysostomus, 4. Jh., Erzbischof von Konstantinopel, Heiliger, Kirchenlehrer, Vertreter des christlichen Antijudaismus, Adversus judaeos, 1,5 (M. P. G. XL VIII., 8 Predigten gegen die Juden.

 

[3] Nikolaus von Lyra, 1270/75-1349, biblischer Theologe des Mittelalters.

 

[4] Paulus Burgensis, um 1352-1435, spätmittelalterlicher Theologe und Exeget jüdischer Herkunft.

 

[5] Die Belagerung Jerusalems begann am Passahfest im März 70 n. Chr., als sich nach Flavius Josephus ca. 3 Millionen Menschen in der Stadt aufhielten. Die römischen Soldaten brannten im Laufe der Kämpfe den Tempel nieder. Am 7. September 70 war die Stadt endgültig besiegt. Circa 1,1 Millionen Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Die letzten Juden in der Bergfestung Masada widersetzten sich den Römern bis 73. n. Chr. Die Soldaten fanden beim Eindringen ca. 960 tote jüdische Frauen, Kinder und Männer, die sich selbst getötet hatten, so die Überlieferung.

 

[6] Vespasian, römischer Kaiser von 69-79 n. Chr.,

 

[7] Titus, Heerführer, Sohn des Vespasian, späterer römischer Kaiser.

 

[8] „Doch wir wollen uns nun wieder zu den Worten zurückwenden, die Celsus den Juden sagen lässt, zu der Behauptung nämlich, "die Mutter Jesu sei von dem Zimmermann, mit dem sie verlobt war, verstoßen worden, weil sie des Ehebruchs überführt worden sei und von einem Soldaten namens Panthera, geboren habe". Aus: Contra Celsum, [Kelsos, 2. Jh.], 1. Buch, Kapitel 1,32, Origenes schuf das Buch zwischen 245 u. 248 n. Chr.

 

[8a]

Toledot Jeschu – Leben Jesu []

 

 Typus J. C. Wagenseil, 1681, in:

 

Das Leben Jesu nach jüdischen Quellen, Samuel Kraus,

jüdischer Gelehrter, Berlin 1902, S. 28, 29

 

„Es handelt sich um das Verständnis eines nahezu anderthalb Jahrtausende alten

[jüdischen] Textes.“ (Vorrede, S. 3) „Ich habe mich des Toldoth Jeschu angenommen ...

es Punkt für Punkt geprüft und habe gefunden, dass die darin enthaltene Darstellung des

Lebens Jesu zwar gehässig und in sofern also jüdisch ist, dass aber die Tatsachen selbst,

um mich wissenschaftlich auszudrücken, auf guten und zwar christlichen Quellen

beruhen, ... (Einleitung, S. 2).

 

„Inhalt: Der fromme Jochanan zu Bethlehem ist mit Mirjam [Maria], der Tochter einer verwitweten Nachbarin verlobt. Joseph Pandira, ein böser Mensch aus dem Stamme Juda, beschließt Mirjam zu verführen und beschläft die menstruierende Jungfrau, die ihn für ihren Verlobten hält und dagegen protestiert, am Abend eines Sabbaths. – Nach drei Monaten findet Jochanan sie schwanger, äußert zu seinem Lehrer Simon ben Schatach den Verdacht gegen Pandira, kann diesem aber nichts beweisen und flieht vor Scham nach Babel.

 

Mirjam gebiert Jesus, der alsdann den R. Elchanan als Lehrer erhält. Durch unehrerbietiges Verhalten gegen die Rabbinen erregt Jesus den Verdacht, dass er „mamser ben niddah“ [Mamser, Unverschämter, Hurenkind / ben niddah, Sohn einer Unreinen] sei, eine Vermutung, die Simon ben Sch. bestätigt, worauf Jesus aus der Gemeinde gestoßen und „Jeschu“ genannt wird. Er flieht nach Obergaliläa.

 

Als auch dort seine Schande später bekannt wird, kommt er nach Jerusalem und erlernt unter Gefahr den „Schem“ im Allerheiligsten. Darauf tritt er in Bethlehem öffentlich wider die Behauptung seiner schmählichen Geburt auf, nennt sich den jungfräulich-geborenen Sohn Gottes und tut Wunder.

 

Auf Veranlassung der geängstigten Oberen der Juden kommt er endlich nach Jerusalem vor die Königin Helena, die infolge seiner Wunder an ihn glaubt und die oberen der Juden hart anlässt. Diese lassen nunmehr ihren Genossen Judas ebenfalls den „Schem“ lernen und veranstalten vor der Königin einen Wettkampf zwischen Jesus und Judas, wobei beide in der Luft fliegen und Judas Jesum verunreinigt [„er urinierte auf Jesum“, MS Strassburg, S. 38] und so besiegt.

 

Jesus wird zum Tode verurteilt, entflieht aber, reinigt sich im Jordan und tut neue Wunder. Auf Veranlassung der Oberen der Juden mischt sich Judas unerkannt unter Jesu Jünger und beraubt ihn des „Schem“, (den Jesus in seinem Fleische auf Papier verborgen hatte.)

 

Um den „Schem“ von Neuem zu erlangen, zieht Jesus mit seinem Anhang zum Passah nach Jerusalem. Judas verrät das den Juden und als Jesus in den Tempelhof kommt, verbeugt sich Judas vor ihm, wodurch Jesus unter der Schaar seiner gleich gekleideten Jünger erkannt, von den Juden gefangen, gegeißelt, gesteinigt und gehängt wird und zwar an einen Kohlstängel, da kein anderes Holz ihn trägt. Nachdem er am Passah-Vorabend abgenommen und begraben ist, stiehlt Judas den Leichnam und wirft ihn in den Wasserkanal seines Gartens.

 

Als die Jünger den Leib nicht mehr finden, glaubten sie, Jesus sei auferstanden. Auch die Königin glaubt dies und bedroht die Juden, wie sie den unschuldigen Jesum ermordet hätten. Die Juden setzten vor Trauer ein Fasten an, während dessen R. Thanechuma am Garten Judas vorbeigeht, der von dem Vorgefallenen nichts weiß, auf die Kunde davon den Leichnam hervorholt, der dann am Schwanz eines Pferdes vor die erstaunte Königin geschleift wird.

 

Hierauf große Feindseligkeiten der Nazarener wider die Juden und Auftreten der 12 Apostel. Da übernimmt es einer der jüdischen Oberen, Simon Kepha, der Verführung der Juden durch die Nazarener Einhalt zu tun, indem er jene völlig von der Gemeinde Israels abscheidet. Er erlernt den „Schem“, gibt sich als Apostel Jesu aus, tut Wunder und gibt dann den Nazarenern (pseudo)-christliche Gesetze. Sie glauben und folgen seinen Worten.

 

Darauf zieht er sich in einen eigens für ihn gebauten Turm (die spätere Peterskirche) zurück, wo er bis zu seinem Tode auf einen Stein sitzt. (Vgl. die Bildsäule des Petrus daselbst.) Nach seinem Tode tritt ein nazarenischer Weiser in Rom (!) auf, der die Gesetze des Petrus verwirft und anstatt der Beschneidung die Taufe empfiehlt, ferner die Feier des Sonntags anstatt des Sabbath, aber alsbald, ehe er noch zu seiner Bestätigung ein Wunder tun kann, durch einen von Kirche herabfallenden Stein erschlagen wird. Hierauf wird zum Schluss Judicum 5,31 angewendet.“ -  Cod. hebr. B. H. 27 (fol. 206 a – 211 b; alte Katalog-Nr. „Cod. hebr. XXI 4“) der Leipziger Stadtbibliothek, früher im Besitze Wagenseil’s. Pap. 4°. Deutsche Cursive.

 

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Manuskript Vindobona.

Geschichte von ihm und seinem Sohn, Auszug

Aus „Das Leben Jesu nach jüdischen Quellen“ von Samuel Kraus,

Berlin, 1902, Seite 88 - 93

 

„Während des zweiten Tempels, in den Tagen des Kaisers Tiberius [Kaiser 14 – 37. n. Chr.] und Herodes [Agrippa] II. Königs von Israel [geb. 27 n. Chr. † 93. n. Chr.], der viel Böses tat, wie aus Josippon [953 n. Chr. anonym in Italien geschrieben] zu ersehen.

 

Damals gab es einen Mann aus der Nachkommenschaft des Hauses David, der hieß Joseph Pandera. Der hatte eine Frau, die hieß Maria. Es war aber selbiger Mann gottesfürchtig und war Schüler des R. Schemeon ben Schetach.

 

Der Nachbar des erwähnten Joseph war ein Bösewicht, der hieß Jochanan der Böse, ein Missetäter, Ehebrecher ... Was tat aber jener Bösewicht? ... [Da] trat der Bösewicht ins Haus und fand Maria von ihrem Manne abgesondert liegen, weil sie in Menstruation war.

 

Da machte sich der Bösewicht [Jochanan] auf und schlief mit ihr ... und sie wurde von ihm schwanger ... Da sprach Josef: Wenn ich hier bleibe, wird es mir zur Schmach und Schande sein ... so ging Josef nach Babylon ... Aber dieser Bastard Josua [Jesus] ging an R. Schimeon und den Gesetzeslehrern vorüber, aber erhobenen Hauptes, wie ein Gottloser und Niederträchtiger, so ging er ins große Lehrhaus in Tiberias.

 

Als dieser Bastard [Jesus] an ihnen vorbeigegangen war, sagte einer von den Gesetzeslehrern: Das ist ein Bastard. Der zweite sagte: Bastard und Sohn einer Menstruierenden ... Und du [Jesus] hast Gesetzesnormen gelehrt vor deinem Lehrer, wie ein Bastard und Sohn einer Menstruierenden! ...

 

So kamen auch alle Gesetzeslehrer überein, den Bastard Josua [Jesus] erwürgen zu lassen, weil er in Anwesenheit seiner Lehrer Gesetzesnormen gelehrt hatte ... Als er hörte, dass die Sache, er sei ein Bastard und Sohn einer Menstruierenden ruchbar wurde und dass seine Mutter bei ihrem Manne buhlte und dass ihn die Weisen zum Tode verurteilten, da war er von Zittern ergriffen und floh von Tiberias nach Jerusalem.“

 

 „Die verschiedenen Texte von „Toledot Jeschu“ (Ma´aseh Jeschu etc.) mit ihren

mannigfachen Berührungen, Entlehnungen, Abweichungen, Widersprüchen lassen

sich nach fünf Haupttypen gruppieren.“ Dr. E. Bischoff in „Das Leben Jesu nach

jüdischen Quellen“ von Samuel Kraus, Berlin, 1902, S. 27

 

Typus de Rossi, Cod. hebr. 96 de Rossi, Biblioteca reale in Parma, Pap. 4°. Ital. rabbin. Schrift (17. Jh.). Karäischen Ursprungs. - Typus Huldreich, Textausgabe mit lateinischer Übersetzung und Noten von J. J. Huldreich (Huldricus Leyden, 1705, 8°). - Moderner slavischer Typus, Manuskript aus Sonkilev Rusland, im Besitze von Dr. E. Bischoff-Leipzig. 1862 in Sonkilev geschrieben. - Typus Kairo, Fragment einer aramäischen Fassung von Toledot Jeschu , in der Geniza (Synagogen Rumpelkammer) zu Kairo von Schlechter-Oxford gefunden. - Manuskript Strassburg - Manuskript Vindobona - Manuskript Adler aus dem Jemen - Manuskript Leyden (Grablegung u. Auferstehung Jesu) - Aus drei slavischen Manuskripten (Die Verführung) -  Fragment aus Persien (Die Verführung, der erste Disput) - Aus Cod. Wien No. 54 (Kreuzauffindungslegende) - Fragment aus Geniza in Kairo (Aramäisches Original) - Aus dem „Prüfstein“ des Schemtop ibn Schaprut.

 

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[9] „Du sollst nicht zu einer Frau gehen, solange sie ihre Tage hat, um in ihrer Unreinheit mit ihr Umgang zu haben.“ Bibel, 3. Mose 18:19

 

[10] Sporadische Verfolgung der Christen bis zur „Konstantinischen Wende“ 313 n. Chr., als das Christentum unter Kaiser Konstantin I., den Großen, 306-337 römischer Kaiser, zur wichtigsten Religion im Römischen Reich wurde. Die Mailänder Vereinbarung garantierte im ganzen Reich die Religionsfreiheit, auch für die Christen. 380 n. Chr. wurde das Christentum Staatsreligion im römischen Reich. Der Verfolgung der Juden war bis ins 20. Jahrhundert Tor und Tür geöffnet.

 

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„Dass Gott die Nazarener [Christen] verfluchen möge.“ 

 

„Das ... Judentum ... stellt ein Image [Vorstellung, Bild, Meinung] von Jesus vor, das auf dem Grundmotiv beruht: Jesus war ein Täuscher, ein Betrüger. Das Christentum ist eine Leugnung Gottes, ein böser Atheismus. Es ist eine Leugnung des Gesetzes.

 

Das in dieser mentalen Lage wurzelnde talmudische Judentum der ersten Jahrhunderte n. Chr. bildet folgende Jesus-Story aus: Jesus war das uneheliche Kind eines römischen Soldaten namens Panthera. Seine Wunder wirkte er durch Magie, die er in Ägypten gelernt hat. Seine Schüler stehlen nach seinem Tode seinen Leib, erfinden die Geschichte seiner Auferstehung. Jesus ist ein Betrüger Israels. Die Judenchristen erscheinen im Talmud als Minim: Betrüger, Verräter, Häretiker ...

 

Samuel der Kleine (zweite Hälfte des ersten Jahrhunderts) verfasst eine Erklärung über Häretiker [jmd., der von der offiziellen Lehre abweicht; Ketzer], die so formuliert ist, dass die Judenchristen sie nicht aussprechen können; diese wird aufgenommen in die täglichen Segensgebete in der Synagoge, zu den 18. Segnungen [Achtzehnbittengebet]. Wahrscheinlich vor Ende des ersten Jahrhunderts sind alle Synagogen der Diaspora [Verstreutheit] informiert über diese Verfluchung. Von diesem Augenblick an können die Christen nicht mehr am jüdischen Leben teilnehmen.“ (Gottes erste Liebe, 1967, S. 61, 62, von Friedrich Heer, 1916-1983, Dr. der Philosophie, Kulturhistoriker, Schriftsteller u. Publizist)

 

Es war Rabban Gamliel II., † um 114, ein jüdischer Patriarch, der für den endgültigen Ausschluss der Judenchristen aus den Synagogen sorgte und er verfügte die Einfügung der von Samuel dem Kleinen formulierten „birkat ha-minim“, die Verfluchung der Häretiker, in das jüdische Achtzehnbittengebet. Judenchristen waren Juden, die an Jesus Christus als Messias glaubten. Sie stellten bis etwa 100 n. Chr. die Mehrheit im Urchristentum. Christen nichtjüdischer Herkunft wurden Heidenchristen genannt.

 

Gebet/Birkat ha-minim: „Den Abtrünnigen sei keine Hoffnung und die freche Regierung mögest du eilends ausrotten in unseren Tagen und die Nazarener [Christen] und die Minim [Ketzer, Abtrünnige, Abweichler, Andersdenkende] mögen umkommen in einem Augenblick, ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens und mit den Gerechten nicht aufgeschrieben werden. Gepriesen seist du, Jahwe, der Freche beugt.“ (P. Billerbeck, 1853-1932, evangelischer Pfarrer u. Gelehrter des Judentums)

 

Überliefert auch im ersten Gebetbuch um 900 n. Chr. – Amram Gaon, das älteste jüdische Gebetbuch der Welt mit dem Ketzersegen. Quellenrekonstruktion:

 

Gebet/Birkat ha-minim: „Für die Apostaten [Abtrünnige] gebe es keine Hoffnung. Und lasse die Nazarener [Christen] und die minim (Ketzer) zugrunde gehen in einem Augenblick. Und lasse alle unsere Feinde und die, die uns hassen, ganz schnell abgeschnitten sein. Und die Herrschaft des Übermuts rotte ganz schnell aus und zerbreche sie und beuge sie in unseren Tagen. Gesegnet seist Du, JHWH, der Du die Feinde zerbrichst und die Übermütigen/Frevler beugst.“

 

„So erwähnt Justin [100-165 n. Chr., Kirchenvater, Philosoph] in seinem „Dialog gegen Trypho“, dass die Juden „in ihren Synagogen die Christusgläubigen verwünschen“ a). Epiphanius [um 315-403 n. Chr.] schreibt sogar, dass sie, „dreimal am Tage, wenn sie in ihren Synagogen beten, sie (die Christen) verwünschen und verfluchen, indem sie sagen, dass Gott die Nazarener verfluchen möge“ b).

 

Ähnlich auch Hieronymus [347-420 n. Chr.]: „(Die Juden) verwünschen (blasphemant) Tag und Nacht den Erlöser und überhäufen, wie ich oft gesagt habe, unter dem Namen ‚Nazarener’ (sub nomine Nazarenorum) dreimal am Tage die Christen mit Schimpfworten“ c).

 

Ohne Zweifel bezieht sich die nach Epiphanius und Hieronymus dreimal täglich ausgesprochene Verwünschung der Christen bzw. Nazarener auf das dreimal gebetete Achtzehnbittengebet, genauer auf die 12. Barakha, die birkat ham-minim [12. Bitte].“

 

Quellen: a) Dialog contra Trypho, Kap. 16, vgl. auch Kap. 93 u.ö., zum ganzen Kraus, a.a.O., Seite 130 ff., E. Schürer, Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi, Band II, Leipzig 1907, S. 543 f. - b) Epiphanius Haeresien XXIX, 9. - c) Ad Is 52,4 ff. uö. - zitiert in Studien zur Geschichte und Theologie des rabbinischen Judentums, Peter Schäfer, 1978, S. 47.

 

Justin: „Den Gerechten [Jesus] habt ihr ja getötet und vor ihm seine Propheten 5. Und jetzt verstoßt ihr die, welche auf ihn und auf den allmächtigen Gott, den Weltschöpfer, der ihn gesandt hat, ihre Hoffnung setzen und entehrt sie, soweit es bei euch möglich ist, indem ihr die Christusgläubigen in euren Synagogen verfluchet.“ (Justin der Märtyrer, Kirchenvater, Philosoph, † um 165 n. Chr., Erste Apologie, 31.)

 

Justin: „..., denn in dem unlängst geführten jüdischen Kriege [Bar-Kochba-Aufstand, 133-135 n. Chr.] hat Barchochebas [Simon bar Kochba, Sohn des Sterns, † 135 n. Chr., jüdischer Messias], der Anführer des jüdischen Aufstandes, die Christen allein zu schrecklichen Martern hinschleppen lassen, wenn sie Jesus Christus nicht verleugneten und lästerten.“ (Justin der Märtyrer, Kirchenvater, Philosoph, † um 165 n. Chr., Erste Apologie, 31.)

  

[11] Wucher: Ausbeutung, Betrug, Gaunerei, Profitgier, Übervorteilung, Zinswucher, Nepp, Beutelschneiderei.

 

[12] „Und Mose stellte sich auf im Tore des Lagers und sprach: Her zu mir, wer für den Herrn ist! Und es versammelten sich zu ihm alle Söhne Levis. 27 Und er sprach zu ihnen: Also spricht der Herr, der Gott Israels: Leget ein jeder sein Schwert an seine Hüfte, gehet hin und wieder, von Tor zu Tor im Lager und erschlaget ein jeder seinen Bruder und ein jeder seinen Freund und ein jeder seinen Nachbarn. O. Verwandten28 Und die Söhne Levis taten nach dem Worte Moses und es fielen von dem Volke an selbigem Tage bei dreitausend Mann.“ (Bibel, 2. Mose 32, 26-28)

 

[13] Matthäus-Evangelium 5:43, 44, Lutherbibel, 1984, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

 

[14] Paulus an die Römer, 12:20, 21, Lutherbibel, 1984, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

 

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