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Nostradamus-Visionen und ihre Bedeutung

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Deutsch-Französischer Krieg 1870/71  -  Gründung des Deutschen Reiches.

 

Tiefer gelegene Orte des Landes Lothringen werden

mit den deutschen Tiefländern vereinigt, durch die von

 der Belagerung der Picardie, Normandie und Maine.

Und diese werden sich zu Cantonen vereinigen.  

Centurie 10:51 - Lyon 1568

 

Des lieux plus bas du pays de Lorraine,

Seront des basses Allemaignes unis,

Par ceux du siege Picards, Normans, du Maisne,

Et aux cantons se seront reunis.  

Centurie 10:51 – Lyon 1568

 

Im Juli 1870 erklärte Napoleon III., Kaiser der Franzosen (1852-1870), dem Königreich Preußen [1] den Krieg. Der Grund war die Kandidatur des Prinzen Leopold v. Hohenzollern-Sigmaringen für den spanischen Thron.

 

Frankreich sah das europäische Kräftegleichgewicht in Gefahr. Um des Friedens willen gab Wilhelm I., König v. Preußen (1861-1888), nach und drängte seinen Verwandten Leopold zum Verzicht der Thronkandidatur. Napoleon III. war dennoch nicht zufrieden und verlangte ein persönliches Entschuldigungsschreiben und eine Garantie des Verzichts der Hohenzollern auf den spanischen Thron auch für die Zukunft. Wilhelm I. lehnte diese Forderungen Frankreichs ab.

 

Anfang August 1870 begannen der Krieg. Am 1. September 1870 kam es zur Entscheidungsschlacht bei Sedan/Frankreich. Am nächsten Tag kapitulierte Napoleon III. mit 83.000 Mann vor den Deutschen und wurde mit seiner gesamten Armee gefangen genommen.

 

Dadurch wurde ein Großteil der deutschen Truppen frei. Prinz Karl v. Preußen konnten daher gegen die neu aufgestellten französischen Armeen in der Picardie [2], Normandie [3] und Maine [4] vorgehen und sie an einem Entsatz des belagerten Paris hindern. Bildlich ausgedrückt, die deutschen Truppen führten eine „Belagerung der Picardie, Normandie und Maine" durch.

 

Die Kapitulation der Stadt Paris erfolgte am 28. Januar 1871. Im Frieden von Frankfurt am Main (1871) musste Frankreich auf weite Teile seiner Verwaltungsbezirke Bas-Rhin/Elsass (dt. Niederrhein) und Haut-Rhin/Elsass (dt. Oberrhein), Moselle/Lothringen und Meurthe-et-Moselle/Lothringen verzichten. „Lothringen" ist ein Symbol für beide Landesteile.

 

Die Gebiete wurden zum Reichsland Elsass-Lothringen mit den bedeutendsten Städten Straßburg, Mühlhausen und Metz. Die beiden erstgenannten Bezirke sind ein Teil der Oberrheinischen Tiefebene und darum ein Hinweis in der bildlichen Sprache des Sehers: „Tiefer gelegene Orte des Landes Lothringen werden mit den deutschen Tiefländern vereinigt."

 

„Tiefländer" ist geografisch gemeint, d. h. der Norddeutsche Bund (1867), ein von Preußen beherrschter Bundesstaat. Zuletzt hatte Preußen 1866 noch einige Länder wie z. B. das Königreich Hannover und Schleswig-Holstein annektiert. Das ganze Gebiet erstreckte sich im Norden an der Ost- und Nordsee, von der Memel (Ostpreußen) bis zur niederländischen und belgischen Grenze. Im Süden bis nach Oberschlesien, jedoch ohne die Königreiche Bayern, Württemberg und das Großherzogtum Baden.

 

Der Norddeutsche Bund, das Kgr. Bayern, das Kgr. Württemberg und das Großherzogtum Baden kämpften mit 462.000 Infanteristen, 56.800 Kavalleristen und 1.584 Geschützen in Frankreich, auch in den Gebieten „Picardie, Normandie und Maine". Diese deutschen Länder würden sich gemäß der Prophezeiung aus dem 16. Jh. „zu Cantonen" [5] oder als Bundesländer „vereinigen".

 

Das geschah am 18. Januar 1871, als der preußische König Wilhelm I. im Spiegelsaal des Schlosses Versailles/Frankreich zum Kaiser (1871-1888) des Deutschen Reiches (1871-1945) erklärt wurde.

 

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Anmerkungen:

 

Bild 1: Quadriga auf dem Brandenburger Tor in Berlin nach einer Zeichnung des deutschen Malers Karl Wilhelm Kolbe. Quadriga: Vierergespann, wurde als zweirädriger Kriegswagen schon von der babylonischen Gottheit Marduk benutzt. Siehe babylonischer „Schöpfungsmythos“ Enuma elisch (IV. Tafel, Zeilen 50-58)

 

Bild 2: Wilhelm I., geb. 22. 3. 1797 als Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen in Berlin; verst. 9. 3. 1888 in Berlin) aus dem Haus Hohenzollern. Seit 1858 Regent, seit 1861 König von Preußen, ab 1866 Präsident des Norddeutschen Bundes, ab 1871 erster Deutscher Kaiser.

 

[1] Königreich Preußen (1701-1918) im Norddeutschen Bund.

 

[2] Picardie, Region in Nordfrankreich am Ärmelkanal, nordöstlich der Normandie.

 

[3] Normandie, historisches Gebiet im Nordwesten Frankreichs, grenzt an den Ärmelkanal.

 

[4] Maine, südwestlich von Paris, ehemalige französische Provinz.

 

[5] Canton, Kanton, Bundesland in der Schweiz, Bezirk, Kreis, Département in Frankreich.

 

Kleines Wörterbuch: 

1. Lieu: „Ort" 10. Jh., aus lateinisch locus; plus: „mehr" 11. Jh., aus lat. plus; bas: „niedrig" 12. Jh., auch „leise", dann substantiv „Tiefe", afrz. bas „Tiefe"; pays „Land", „Heimat" 10. Jh., bedeutet altfranzösisch auch „Vaterland"; Lorraine: „Lothringen"; 2. basses: basse 1. „Baß", „Baßgeige" 16. Jh., aus italienisch basso, d. i. subst. aus basso „niedrig", 2. „Sandbank", „Untiefe", baisse, besse „tiefliegender Grund" 13. Jh., basse „sanfte Neigung"; Allemaignes: allemand „deutsch" 13. Jh. aleman; unis: unir „vereinigen" 12. Jh., afrz. gelegentlich auch onir, aus lat. unire; 3. par: „durch", „gemäß", „mittels" u. ä. 11. Jh.; ceux, celui, celle, celles „derjenige" usf., ist afrz. die substantivische Form von cel, celle; siege: „Sitz" 11. Jh., „Belagerung" 12./13. Jh., ist postverbales Substantiv von afrz. assegier „belagern" 11. Jh.; Picards: „Picardie"; Normans: „Normandie"; Maisne: „Maine"; 4. canton: „Landstrich" va.; „Kanton" seit 1467 für die Schweizer Kantone, 13. Jh. „Ecke", „Winkel"; reunis: réunir „vereinigen" 14./15. Jh., aus italienisch riunire, s. unir.

 

Quellen: U. a. Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache, E. Gamillscheg, 1997.

 

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