minerva79.de - Parapsychologie - Esoterik - mehr Realität

 

Nostradamus-Visionen und ihre Bedeutung

Startseite   Himmel & Erde   Nostradamus   Visionen & Träume   Frühe Schriften   Gefiederte Welt   Meine Bilder

Die Französische Revolution - keine Kirche, Märtyrer und fast pleite.

 

In Kürze werden Opferhandlungen zurückgekehrt sein.

Zuwiderhandelnde werden das Martyrium erleiden.

Es wird weder Mönche, Äbte noch Novizen mehr geben.

Der Honig wird sehr viel teurer sein als das Wachs.

Centurie 1:44 - Lyon 1568

 

En bref seront de retour sacrifices,

Contrevenans seront mis à martyre:

Plus ne seront moines, abbés, ne novices,

Le miel sera beaucoup plus cher que cire.

Centurie 1:44 – Lyon 1568

 

„In Kürze“ [1], also nur ca. 240 Jahre nach dem Empfang dieser Prophezeiung, sollte eine Veränderung in Frankreich eintreten, die stark an die alten Religionen, an das sogenannte Heidentum erinnern würde. „Opferhandlungen“ wurden z. B. im alten Mesopotamien, bei den Germanischen Stämmen, im Judentum, Christentum, dem Islam, im Hinduismus und Buddhismus praktiziert. Sie galten der jeweiligen Gottheit und symbolisieren in dieser Vision das Heidentum [2].

 

Dem Auguren Nostradamus [3] waren also in der Mitte des 16. Jahrhunderts u. a. Bilder einer Veränderung der Religion in Frankreich übermittelt worden, sodass er sich wohl an das Heidentum erinnert fühlte. Was war geschehen?

 

Die Französische Revolution [4] von 1789 bis 1799 betraf besonders den Katholizismus im Land. Viele Menschen sehnten sich nach Freiheit, ohne ständige Bevormundung durch eine zumindest fragwürdige Philosophie [5]. Der „Kult der Vernunft“ und das „Fest des Höchsten Wesens“ verbreiteten sich immer mehr, sodass im November 1793 ein Fest zu Ehren der Vernunft in der Kathedrale von Notre-Dame gefeiert wurde.

 

In der Mitte des Kirchenraums wurde ein „heiliger Berg“ aufgeschüttet, den ein kleiner Tempel mit der Aufschrift „à la Philosophie“ krönte. An einem Altar brannte die Flamme der Vernunft, vor der weiß gekleidete Mädchen eine Prozession abhielten. Eine Schauspielerin, welche die Freiheitsgöttin bzw. die Vernunft verkörperte, trat aus dem Tempel, um sich auf einem mit Laub geschmückten Thron niederzulassen und die Huldigungen der Menschen entgegen zu nehmen.

 

Danach beschloss die Volksvertretung, dass alle Kirchen in der Hauptstadt der Vernunft („Tempel der Vernunft“) geweiht werden und dass der neue Kult in Zukunft regelmäßig gefeiert werden sollte. Viele Städte und Ortschaften folgten dem Pariser Beispiel. Oft wurden Abbilder von Revolutionsmärtyrern an die Stelle derjenigen von Heiligen gesetzt. In den Augen der Katholischgläubigen war tatsächlich das Heidentum, symbolisiert als „Opferhandlungen“, „zurückgekehrt“.

 

„Zuwiderhandelnde“, also Gegner der Revolution, mussten um ihres Glaubens oder der Überzeugung willen leiden, d. h. „das Martyrium erleiden“. In Paris wurden durch die Guillotine über 2.000 Personen hingerichtet, im Rest des Landes nochmals 15.000. Mit den Todesfällen in den überfüllten Gefängnissen und den Schnellverfahren auf den Schlachtfeldern sollen es insgesamt 40.000 Franzosen gewesen sein.

 

Die Revolution forderte die katholischen Geistlichen auf, einen Eid auf die französische Verfassung zu leisten. Nur wenige Bischöfe, aber die Hälfte der Pfarrer leisteten den Schwur. Die unvereidigten Geistlichen durften nicht mehr öffentlich predigen, sie verloren ihr Amt. Papst Pius VI. [6] forderte die Priester auf, ihren bereits geleisteten Eid zu widerrufen und drohte ihnen mit dem Kirchenbann. Ein großer Teil der Pfarrer widerrief. Die Schwierigkeiten mehrten sich. Die Ländereien des katholischen Klerus waren enteignet, die Klöster geschlossen worden. Die Geburts-, Trauungs- und Sterberegister kamen unter staatliche Hoheit. Die Scheidung wurde erlaubt. Kirchliche Prozessionen und das Tragen geistlicher Kleidung wurden unter Strafe gestellt. Der Papst forderte die europäischen Monarchen zum energischen Vorgehen gegen die Revolution auf und verschärfte so die öffentliche Stimmung gegenüber der Kirche. Während der Septembermorde von 1792 wurden mehr als zweihundert Geistliche in den Pariser Gefängnissen ermordet. Mehrere Zehntausend Geistliche gingen ins Exil, rund zweitausend wurden deportiert oder inhaftiert, bildlich ausgedrückt: „Es wird weder Mönche, Äbte noch Novizen mehr geben.“

 

Nostradamus bilanziert zum Abschluss mit dem bildreichen Satz: „Der Honig wird sehr viel teurer sein als das Wachs.“ Das Wachs für Kerzen ist ein Symbol für die katholische Kirche, die den Bürgern den Zehnt [7] abverlangte.

 

„Der Honig“ war u. a. ein Produkt der Revolution, die in Koalitionskriege von 1792 bis 1807 verwickelt wurde, also Kriege, die europäische Staaten gegen das revolutionäre und später gegen das napoleonische Frankreich führten. Die Franzosen wehrten sich mit aller Kraft und erhielten Verstärkung, als am 2. März 1796 Napoléon Bonaparte zum Oberbefehlshaber der französischen Armee in Italien und 1799 zum I.-Konsul Frankreichs ernannt wurde und sich am 2. Dezember 1804 selber zum Kaiser der Franzosen krönte. Bis zum Ende der Herrschaft von Napoléon I. im Jahre 1815 wurden nun auch Eroberungskriege geführt, sodass Frankreich finanziell und an Menschen und Material völlig ausgezehrt wurde.

 

Napoléon I. sein zentrales Wappentier war der Adler, doch  den roten Schal dieses Symbols zierten Bienen, ebenso seinen roten Mantel und sie waren auf Wandtapeten und Vorhängen seines Palastes zu sehen. In Frankreich wurden in seiner Zeit viele Wappen geändert, indem die Lilien [8] durch bonapartistische Bienen ersetzt wurden. „Der Honig“ ist daher ein Symbol für Napoleon I. [9] und seine Regierungszeit, die „sehr viel teurer“ war als der Zehnt der Kirche, symbolisiert „als das Wachs“.

 

Seitenanfang

 

Anmerkungen:

 

Bild 1: Das Wappen des ersten Kaiserreiches unter Napoleon Bonaparte.

Imperial Coat of Arms of France (1804-1815).svg,

Urheber: http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Sodacan

6. März 2009, Own work by uploader, Based on: File:Armoiries-Empire.png

and File:FranceImp1.jpg

 

Bild 2: Napoleon Bonaparte im Krönungsgewand von Anne-Louis Girodet de

Roucy-Trioson, 1767-1824, französischer Historien- und Porträtmaler und Dichter

 

[1] Zeitraum der Visionen, ca. 1555–3797 = 2242 Jahre.

 

[2] Heide, (veraltend Nichtchrist; auch für Ungetaufter, Religionsloser); Atheist, 

Gottesleugner, Gottloser, Nichtchrist, Ungetaufter, Ungläubiger.

 

[3] Augur, lat., Vogelschauer (Priester im alten Rom; Wahrsager).

 

[4] Revolution: [Gewaltsamer] Umsturz der bestehenden politischen u. sozialen Ordnung.

 

[5] Philosophie, gr.-lat., Weisheitsliebe.

 

[6] Pius VI., Papst 1775-1799, als er sich weigerte auf jeglichen weltlichen

Herrschaftsanspruch zu verzichten, wurde er verhaftet und in die französische

Stadt Valence gebracht, wo er starb.

 

[7] Zehnt, bezeichnet eine etwa zehnprozentige Kirchensteuer.

 

[8] Lilie: Seit 1179 schmückte sie das Wappen der Könige von Frankreich –

drei goldene Lilien in blauem Feld.

 

[9] Napoleon I., Napoléon Bonaparte, (1769-1821), Kaiser der Franzosen (1804-1814/15).

 

Kleines Wörterbuch: 

1. En „in“, „auf“ 9. Jh., afrz. auch „unter“, „zwischen“; bref „kurz“ auch brief, so afrz. seit dem 11. Jh., aus lat. brevir; substantiviert afrz. brief „Brief“; de „von“, aus lat. de „von“, „betreffs“, u. ä.; retour „Rückkehr“ 12. Jh., ist postverb. Subst. von retourner „zurückkehren“, 9. Jh. „Abwenden, aus vlat. retornare „zurückwenden, „zurückdrehen“; sacrifices „Opfer“ 12. Jh., aus lat. sacrificium; 2. contrevenants, contrevent „äußerer Fensterladen“, „Windstütze“ 17. Jh., ist substantiviertes contre vent „gegen den Wind“; mis, mettre „stellen“, „setzen“ u. ä. 10. Jh., aus lat. mittere „senden“; martyre „Märtyrertod“ 12. Jh. martirie, martire, aus lat. martyrium; 3. plus „mehr“ 11. Jh., aus lat. plus, ne 1. „nicht“ 7. Jh. no, afrz. vorvokalisch nen, vgl. nenni, aus lat. non, 2. „weder“, „noch“ va.; moine, „Mönch“ 11. Jh., abbé „Abt“ 12. Jh., afrz. Nom. ábes; novice „Novice“, „Neuling“ 12. Jh., aus lat. novicius „Neuling“; 4. le, la, les 1. „der, die“ usf., 2. „ihn“, „sie“; miel „Honig“ 10. Jh., aus spätlat. mele für lat. neutrales mel, dazu seit dem 13. Jh. die Abl. mielleux „honigsüß“; beaucoup „viel“ 13./14. Jh., aus beau und coup; cher „teuer“ 12. Jh. chier, aus lat. carus; cire „Wachs“ 12. Jh., aus lat. cera.  

 

Quellen: U. a. Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache, E. Gamillscheg, 1997.

 

Seitenanfang