minerva79.de - Parapsychologie - Esoterik - mehr Realität

 

Nostradamus-Visionen und ihre Bedeutung

Startseite   Himmel & Erde   Nostradamus   Visionen & Träume   Frühe Schriften   Gefiederte Welt   Meine Bilder

Wien u. das Abendland gerettet. Das Ende der osmanischen Hegemonialpolitik.

 

Sehr lange vor solchen Machenschaften

werden die aus dem Osten mit der Kraft des Mondes

 bis zum Jahr 1700 große Beute machen

und fast die nördliche Ecke unterwerfen.  

Centurie 1:49 - Lyon 1568

 

Beaucoup avant telles menées,

Ceux d’Orient par la vertu lunaire:

L’an mil sept cent feront grand emmenées,

Subiugant presque le coing Aquilonaire.

 Centurie 1:49 – Lyon 1568  

 

Noch ist unbekannt auf welche Ereignisse und welchen Vierzeiler sich der Seher bezog, als er von „Machenschaften“ oder „Intrigen“ schrieb, die sich in ferner Zukunft ereignen sollten. Von diesen Ereignissen aus blickte er dann weit zurück, um so auf eine große Gefahr für das Abendland am Ende des 17. Jahrhunderts aufmerksam zu machen.

 

Wie der Prophet symbolisiert schrieb, sollte es sich um eine Macht „aus dem Osten“ handeln, die sich „mit der Kraft des Mondes“ permanent ausdehnen bzw. „große [Land]-Beute“ machen würde.

 

Er bezog sich auf das Osmanische Reich bzw. das Türkische Reich, dass sich von ca. 1300 n. Chr. an, durch die über mehrere Jahrhunderte andauernde Annektierung anderer Länder, letztendlich über drei Kontinente erstreckte. Von Algerien im Westen bis zur iranischen Grenze im Osten und von Ungarn im Norden bis zum Jemen im Süden, Ägypten eingeschlossen. Das Zentrum bildete das Gebiet der heutigen Türkei. Durch den Satellitenstaat Krim dehnte es sich weiter bis zur Ukraine nach Südrussland aus.

 

Der „Mond“ bzw. die Mondsichel ist ein Symbol des Islam. Besonders im muslimischen Osmanischen Reich dominierte dieses Zeichen, einschließlich eines Sterns. Diese beiden Bilder sind auch heute noch Bestandteile der türkischen Flagge.

 

Es wird erzählt, dass Osman I. (1258-1326 n. Chr.) im Traum eine Mondsichel sah, die sich von einem Ende der Erde bis zum anderen ausdehnte. Folglich entschied er, dieses Zeichen als Symbol für seine Dynastie zu übernehmen, um quasi „mit der Kraft des Mondes“ zu siegen und zu expandieren, ähnlich dem christlichen „in hoc signo vinces“, zu deutsch „In diesem Zeichen wirst du siegen“. [1]

 

Aus der Karte ist gut ersichtlich, welche „nördliche Ecke“, „Spitze“ oder „Keil“ gemeint war, da das osmanische Territorium den Balkan einschloss und fast bis zur Südspitze von Istrien/Kroatien und über Budapest/Ungarn hinaus reichte, ca. 140 km von Wien entfernt. Der sogenannte „Goldene Apfel“ und das ‚Tor nach Westeuropa’, osmanische Symbole für Wien, lagen in fast greifbarer Nähe und die "Gelegenheit machte Diebe", als sich das Heilige Römische Reich mit Frankreich unter Ludwig XIV. im Krieg befand und durch den Dreißigjährigen Krieg, die Religionskriege und die Pestepidemie von 1679 geschwächt war.

 

Es kam zur Zweiten Wiener Türkenbelagerung der Stadt Wien vom 14. Juli bis 12. September 1683 unter Sultan Mehmet IV. Der Kampf war furchtbar und eine Niederlage zeichnete sich ab. Fast zu spät erreichte ein deutsch-polnisches Ersatzheer unter König Johann III. Sobieske von Polen und Herzog Karl V. Leopold von Lothringen die Stadt Wien. Es besiegte in der Schlacht am Kahlenberg die Osmanen und befreite die Stadt.

 

Dieser Sieg war auch die Einleitung des osmanischen Rückzuges vom Balkan und die Beendigung der türkischen Hegemonialpolitik. [2] 1688 eroberten die kaiserlichen Truppen Belgrad, 1691 wurden die Osmanen bei Novi Slankamen (Serbien) und 1697 bei Senta (Serbien) vernichtend geschlagen.

 

Am 26. Januar 1699 („1700“) kam es zum Frieden von Karlowitz (Serbien, Donau), der auch den Aufstieg Österreichs zur europäischen Großmacht einleitete. Die Osmanen verloren Ungarn und Siebenbürgen und den größten Teil Slawoniens und Kroatiens.

 

Die „nördliche Ecke“ des Osmanischen Reiches war geschrumpft, der „Goldene Apfel“ Wien und der Okzident (Abendland) gerettet, so wie es dem Seher 150 Jahre vorher in einer Vision gezeigt wurde.

 

Seitenanfang:

 

Anmerkungen:

 

Karte: 800px-Ottoman_Empire_16-17th_century.jpg - gemeinfrei

 

Bild: © „TurkishFlag“ von Armagan TEKDONER - Eigenes Werk.

Flagge des Osmanischen Reiches von 1844 - 1923

 

[1] „In hoc signo vinces“, lateinisch – zu deutsch „In diesem Zeichen wirst du siegen“. Eusebios von Caesarea, 260-340 n. Chr., Theologe und Kirchenschriftsteller, verfasste die Biografie Kaiser Konstantins I. (274-337 n. Chr.). Derzufolge soll dem Kaiser vor der Schlacht gegen den römischen Kaiser Maxentius im Jahre 312 ein leuchtendes Kreuz mit der Inschrift „In diesem Zeichen wirst du siegen“ erschienen sein. Auch soll er einen Traum gehabt haben, in dem Christus anordnete, dass er das Kreuz gegen seine Feinde einsetzen sollte. Das Kreuz (Labarum) wurde anschließend zum Feldzeichen. (Eusebios, Vita Constantini 1,28)

 

[2] Hegemonie, altgriechisch = Heerführung, Hegemonie, Oberbefehl. Die Überlegenheit eines Staates, einer Organisation oder einer Institution in wirtschaftlicher, religiöser, politischer, militärischer oder kultureller Hinsicht. Die unterlegenen Länder haben meistens nur geringe Möglichkeiten ihre eigenen Vorstellungen durchzusetzen. Die Umsetzung scheitert sehr oft an der Übermacht und den Einflussmöglichkeiten des Hegemons (Herrscher in der Hegemonie).

 

Kleines Wörterbuch:  

 

1. Beaucoup „viel“ 13./14. Jh., aus beau und coup; avant „vor“ ist afrz. räumlich und zeitlich verwendet, s. aber devant „voran“, „vor“ 11. Jh., afrz. auch davant; telles „solchen“; menée „Fluchtweg des Hirsches“, plur. „Intrigen“, „Umtriebe“, afrz. 11. Jh., „Verfolgung“, „lautes Rufen“, „Hornsignal“, auch „Hirschjagd“; 2. ceux, celui, celle, celles „derjenige“ usf., ist afrz. die substantivische Form von cel, celle; orient „osten“ 11. Jh. aus lat. oriente; dazu seit dem 15. Jh. die Abl. orienter „gegen Osten wenden“, „die Lage feststellen“; par „durch“, „gemäß“, „mittels“ u. ä. 11. Jh.; la, les, le, 1. „der, die“ usf., 2. „ihn“, „sie“; vertu „Seelenstärke“, „Tugend“ u. ä. 10. Jh., afrz. auch „Mut“, aus lat. virtute „Mannhaftigkeit“, „Mut“, lunaire „den Mond betreffend“ 15. Jh. aus lat. lunaris; 3. an „Jahr“ 11. Jh., aus lat. annus; mil „tausend“ 12. Jh., aus lat. mille; sept „sieben“ 11. Jh. set, aus lat. septum; cent „hundert“ aus lat. centum; grand „groß“ 10. Jh., afrz. grant; emmenées, emmener „davon führen“ 12. Jh. en mener, 4. subiugant, subjuguer „unterwerfen“ 12. Jh., aus lat. subjugare; presque „fast“ 13. Jh., aus ursprünglich satzeinleitendem pres ce que „nahe daran, was, dass“; coin „Spitze“, „Keil“, dann von innen betrachteter „Winkel“, in den ersten beiden Bedeutungen seit dem 12. Jh., in der dritten seit dem 16. Jh., aus lat. cuneus „Keil“; Aquilonaire, aquilon „Nordwind“ 12. Jh., aus lat. aquilone.  

 

Quellen: U. a. Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache, E. Gamillscheg, 1997.

Seitenanfang: