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Nostradamus-Visionen und ihre Bedeutung

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Napoleon I., „Sohn des Glücks“, auf Korsika geboren, „teuer u. Metzger“ zugleich.

Ein Kaiser wird nahe Italien geboren,

welcher dem Reich teuer verkauft wird:

Es werden die Leute sagen, mit denen er sich verbündet:

Man finde an ihm weniger einen Fürsten, als einen Metzger.

Centurie 1:60 – Lyon 1568

 

Un Empereur naistra pres d’Italie,

Qui à l’Empire sera vendu bien cher:

Diront avec quels gens il se ralie,

Qu’on trouvera moins prince que boucher.

Centurie 1:60 – Lyon 1568

 

Es war die Zeit, als der französische Astronom Charles Messier im Marineobservatorium in Paris mit seinem Teleskop den Himmel absuchte und am 8. August 1769 den Kometen C/1769 P1 entdeckte, der in der zweiten Augusthälfte immer besser sichtbar wurde, auch ohne Teleskop, da er Sonne und Erde immer näher kam. Und es war die Zeit, als 1769 in der Schlacht bei Ponto Nuovo/Korsika eine französische Armee die korsischen Truppen besiegte, nachdem Genua/Italien zuvor die Insel an Frankreich verkauft hatte und als Madame du Barry im April 1769 an den französischen Hof kam, um die Freundin Ludwig XV., „des Vielgeliebten“, zu werden.

 

Da erblickte am 15. August 1769 Napoléon Bonaparte in Ajaccio auf Korsika das Licht dieser Welt oder nach Goethe diese „dunkle Erde“ [1]. Er besuchte die dortige Stadtschule und wurde im Alter von 9 Jahren (1778) mit seinem Bruder nach Frankreich geschickt, wo sie das College von Autun besuchten. Bereits nach einem Jahr kam er auf die Kadettenschule von Brienne, um eine militärische Laufbahn anzustreben. Eine Erfolg versprechende Wahl, wenn man berücksichtigt, dass allein im 18. Jahrhundert ca. 30 europäische Kriege tobten mit ca. 5 Millionen Toten [2].

 

<-klick. Aufgrund guter Leistungen erhielt Napoleon bereits mit 16. Jahren sein Offizierspatent und die folgende Französische Revolution (1789-1799) brachte den jungen Berufssoldaten vorwärts, doch der Weg war mühsam und gefährlich. Die Befreiung Toulons/Frankreich, die Feldzüge in Italien und Ägypten, aber auch die Niederschlagung eines Aufstandes in Paris am 5. Oktober 1795 (Vendémiaire), machten ihn populär. Er wurde zum Divisionsgeneral und etwas später zum Oberbefehlshaber im Innern ernannt.

 

Durch einen Staatsstreich am 9. 11. 1799, übernahm er als einer von drei Konsuln die Macht in der Französischen Republik und krönte sich am 2. 12. 1804 zum „Kaiser“ der Franzosen.

 

Seine Persönlichkeitsstruktur und die politischen Realitäten jener Zeit zeugten einen Despoten, der eine uneingeschränkte Herrschaft ausübte, mit einem absolutistischen Regierungssystem. Er wollte alle leiten, allen Befehlen. Er war das Alphamännchen. - Doch das Sein formt das Bewusstsein und ‚so wie die Alten singen, zwitschern die Jungen’ und so war er quasi auch nur, wie wir alle, eine Hervorbringung dieser Welt.

 

Im Dezember 1804 wurde also offenbar, wer dieser „Kaiser“ war, der „nahe [bei] Italien geboren“ werden sollte. Das zu erkennen war im 16. bis 18. Jahrhundert noch nicht möglich gewesen, da die kaiserlichen Herren mehr Wien und Graz als Geburtsort bevorzugten, nur je einer kam in Brüssel, Nancy/Frankreich und Florenz zur Welt.

 

In den Koalitionskriegen gegen Frankreich von 1792 bis 1815 mussten die Feinde der Revolution und des Emporkömmlings Napoleon, die europäischen monarchistischen Machtrivalen, in mehr als 60 größeren und kleineren Schlachten lernen, dass Napoleon Bonaparte ein Feldherr in hoher Vollendung war. 1812 hatte er fast ganz Europa unter seine Kontrolle gebracht. [Karte]

 

Jedoch der Preis war hoch, er wurde quasi dem Reiche teuer verkauft“. Etwa 3,5 Millionen Soldaten aus verschiedenen Nationen mussten in den Feldzügen Napoleons ihr Leben lassen. So kamen allein aus dem Krieg gegen Russland im Jahre 1812 von ca. 475.000 Soldaten nur ca. 30.000 zurück. Die vielen Schlachten entvölkerten auch Frankreich. Am Ende des Kaiserreiches 1815 gab es viele Dörfer ohne Männer im kampffähigen Alter.

 

In finanzieller Not verkaufte Napoleon 1803 die riesige französische Kolonie Louisiana in Nordamerika, die damals die heutigen Staaten Louisiana, Arkansas, Missouri, Iowa, Oklahoma, Kansas, Nebraska u. South Dakota, sowie Teile von diversen anderen heutigen Staaten umfasste, insgesamt 2.144.4765 km² (Frankreich 668.763 km²) für 15 Millionen US-Dollar, für einen heutigen Wert von ca. 230 Millionen US-Dollar. Auch mussten sich die unterworfenen Länder in Europa im hohen Maße mit Soldaten und finanziell an den Kriegen beteiligen. Manche Historiker sprechen sogar von einer ‚hemmungslosen und unerhörten Ausplünderung der unterjochten Länder’.

 

An Anbetracht von Millionen Kriegstoten in ganz Europa und der Entvölkerung im eigenen Land war es verständlich, dass die Verbündeten und seine Feinde zu dem Fazit kamen: „Man finde an ihm weniger einen Fürsten, als einen Metzger,“ was auch durch ein Gespräch zwischen dem österreichischen Staatskanzler von Metternich und Kaiser Napoleon I. im Jahre 1809 in Dresden bekräftigt wurde:

 

Kaiser Napoleon I. zum österreichischen Staatskanzler von Metternich im Jahre 1809 in Dresden: „Nun gut, was will man denn von mir? ... Dass ich mich entehre? Nimmermehr! ... Eure Herrscher, geboren auf dem Throne, können sich zwanzigmal schlagen lassen und doch immer wieder in ihre Residenzen zurückkehren, das kann ich nicht, ich, der Sohn des Glücks! Meine Herrschaft überdauert den Tag nicht, an dem ich aufgehört habe, stark und folglich gefürchtet zu sein.“ - „Sie sind nicht Soldat ... Ich bin im Felde aufgewachsen, und ein Mann wie ich schert sich wenig um das Leben einer Million Menschen.“ Junge Freiheit Verlag GmbH. & Co., Mario Kandil.

 

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Anmerkungen:

 

Bild: Napoleons Rückzug aus Russland, Gemälde, Öl auf Leinwand,  Adolph Northen (1828-1876),deutscher Maler.

 

[1] Und so lang du das nicht hast, - Dieses: Stirb und Werde! - Bist du nur ein trüber Gast - Auf der dunklen Erde.“ Aus dem Gedicht „Selige Sehnsucht“ von J. W v. Goethe.

 

[2]Für das 18. Jahrhundert vermerkt Urlanis ... dass die Toten-Bilanz gerade deshalb auf über fünf Millionen Krieger anstieg, verkneift sich der Sowjet-Statistiker. Die größten Verluste hatte, laut Urlanis, Frankreich mit 1,4 Millionen toten Kriegern. Erst an vierter Stelle, hinter Österreich (780 000) und der Türkei (600 000), liegt Russland mit 550 000 vor Deutschland mit 500 000 Toten.“ Kriegstote – Zu lange vermisst, Zeitgeschichte, Spiegel 48/1966, 21.11.1966

 

Kleines Wörterbuch:

 

1. Un „einer“ 10. Jh., aus lat. unus; empereur "Kaiser" 11. Jh. emperere - empreor, aus lat. (imperator, imperatore); naitre „geboren werden“ 10. Jh., aus vlat. nascere für lat. nasci; pres „bei“, „nahe“ ist ursprünglich adverbiell, aus lat. presse oder vlat. presso „gedrängt“; 2. qui, 1. „welcher“ aus lat. qui, 2. „welchen“, „wen“, empire „Herrschaft“ 11. Jh. emperie, empirie, aus lat. imperium; sera, werden; vendu „verkauft“; cher „teuer“ 12. Jh. chier, aus lat carus; 3. dire „sagen“ 10. Jh., aus lat. dicere; aves avis „Meinung“ 13. Jh.; quel „wie beschaffen“, „welcher“ 10. Jh. aus lat. qualis; gens „Leute“ 11. Jh. la gent; il „er“ aus lat. ille „jener“; se „sich“ aus lat. se; ralie allié „Verbündete“; 4. qu’on das; trouver „finden“, 12. Jh.; moins „weniger“ 12. Jh., aus lat. minus; prince „Prinz“ 12. Jh., aus lat. princeps „der Vornehmste“; que „welcher“, „was“, „dass“; boucher 1. „verstopfen“ 13. Jh., boschier, 2. „Metzger“ 12. Jh. bouchier.

 

Quellen: U. a. Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache, E. Gamillscheg, 1997.  

 

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