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Nostradamus-Visionen und ihre Bedeutung

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„Die stärksten Bataillone haben immer recht“, Napoleon Bonaparte, der Herr Europas.

 

Er wird einen so wilden Nahmen haben,

als hätten  die drei Schwestern [1] den Namen in sein Schicksal gesetzt.

Danach wird er das große Volk mit Worten und Taten führen.

Mehr Lärm und Berühmtheit wird kein anderer haben.

Centurie 1:76 - Lyon 1568

 

D’un nom farouche tel proferé sera,

Que les trois seurs auront fato le nom:

Puis grand peuple par langue & faict dira,

Plus que nul autre aura bruit & renom.

    Centurie 1:76 - Lyon 1568        

 

Im 18./19. Jahrhundert verglichen Gegner des französischen Kaisers Napoleon I. ihn mit dem Engel des Abgrundes aus der Bibel und fügten vor dem Namen „Apollyon“ ein „ne“ ein. [2] Napoleon (ne appolyon) sein Name würde dann im Griechischen in etwa „das ist wirklich ein Zerstörer“ bedeuten. In der Tat ein „wilder Name“. Hinzu kam, dass sich auf der Place Vendom in Paris, auf der von 1806-1810 errichteten Siegessäule Colonne Vendome, die Inschrift befand, NEAPOLIO IMP AVG, Napoleon Imperator Augustus (erhabener Kaiser).

 

Und tatsächlich avisiert der christliche Johannes von Patmos im 1. Jahrhundert in einer Bildersprache, dass ein Engel ‚den Brunnen des Abgrundes auftun’ würde und das ‚Heuschrecken auf die Erde kommen, um die Menschen zu quälen’. Diese Tierchen „hatten Panzer wie eiserne Panzer“ und „Schwänze wie Skorpione und Stacheln“, in denen „ihre Kraft war“, um „Schaden zu tun den Menschen“. Chef dieser dunklen Kräfte war der „Engel des Abgrundes,... auf Griechisch hat er den Namen Apollyon“, d. h. Verderber, im Hebräischen auch Untergang, Vertilgung und Abgrund. (Bibel, Offenbarung 9:3-11) [3]

 

Napoleon, diesen „wilden Namen“ trug auch der Junge von der französischen Insel Korsika im Mittelmeer, dessen Vater es im Jahre 1799 nach vielen Bemühungen gelang, seine beiden Söhne Josef und Napoleon nach Frankreich auf die Schule von Auton zu schicken. Noch im selben Jahr erhielt der zehnjährige Napoleon ein Stipendium für die Kriegsschule von Brienne in Frankreich.

 

Die Französische Revolution (1789-1799) brachte den jungen Berufssoldaten Napoleon vorwärts, doch der Weg war mühsam und gefährlich. Die Befreiung Toulons, die Feldzüge in Italien und Ägypten, aber auch die Niederschlagung eines Aufstandes in Paris am 5. Oktober 1795 (Vendémiaire) [4], machten ihn populär. Er wurde zum Divisionsgeneral und etwas später zum Oberbefehlshaber im Innern ernannt.

 

„Papst Pius VI., ein unversöhnlicher Feind der Französischen Revolution, betrachtete den General „Vendémiaire“, der sein Oberkommando zum Dank für die Vernichtung der gottgläubigen Royalisten erhalten hatte, als Ausgeburt der Hölle.“ [5] Wobei zu bedenken ist, dass der Junge aus Korsika ein Bürger dieser Welt war und weil das Sein das Bewusstsein formt und immer noch galt, dass ‚so wie die Alten singen, die Jungen zwitschern’, war er, wie viele andere auch, quasi nur eine „Ausgeburt“ dieser Welt. Als Vielleser und fast ständig beim Selbststudium, wird ihm die Geschichte seiner eigenen religiösen Gruppe nicht entgangen sein, was dann in seinem Innern wohl Anlass für Diskrepanzen war, die sich später in seinem Verhalten gegen den Klerus manifestierten.

 

Durch einen Staatsstreich am 9. 11. 1799, übernahm er als einer von drei Konsuln die Macht in der Französischen Republik, krönte sich am 2. 12. 1804 zum Kaiser der Franzosen und führte „das große Volk mit Worten [6] und Taten.

 

Seine Persönlichkeitsstruktur und die politischen Realitäten jener Zeit zeugten einen Despoten, der eine uneingeschränkte Herrschaft ausübte, mit einem absolutistischen Regierungssystem. Er wollte alle leiten, allen Befehlen. Er war das Alphamännchen. Kritik war eher unerwünscht. Z. B. reichte ein Dekret, sodass von 73 bestehenden Zeitungen 69 ihr Erscheinen einstellen mussten. Die restlichen 4 wurden streng zensiert. Zu seinen innenpolitischen Feinden gehörten u. a. die republikanischen Jakobiner, welche die politische Linke vertraten und seine größten Feinde waren. Sie wurden bis zum Ende des Kaiserreiches rücksichtslos verfolgt.

 

„Mehr Lärm und Berühmtheit wird kein anderer haben“, denn in den Koalitionskriegen gegen Frankreich, in der Zeit von 1792 bis 1815, mussten die europäischen monarchistischen Machtrivalen in mehr als 60 größeren und kleineren Schlachten lernen, dass Napoleon Bonaparte ein Feldherr in hoher Vollendung war. 1812 hatte er fast ganz Europa unter seine Kontrolle gebracht. (Karte) Der Preis war hoch! Etwa 3,5 Millionen Soldaten aus verschiedenen Nationen mussten in den Feldzügen Napoleons ihr Leben lassen. So kamen allein aus dem Krieg gegen Russland im Jahre 1812 von ca. 475.000 Soldaten nur ca. 30.000 zurück.

 

Die vielen Schlachten entvölkerten auch Frankreich. Am Ende des Kaiserreiches 1815 gab es viele Dörfer ohne Männer im kampffähigen Alter. Bezieht man die unzähligen Zivilisten und Angehörigen von Soldaten in die vom Krieg betroffenen Länder mit ein, so ist es nicht übertrieben vom unermesslichen Leid zu sprechen, was die Menschen ertragen mussten, so als hätten  die drei Schwestern (die Bedeutung seines) Namens („das ist wirklich ein Zerstörer“) in sein Schicksal gesetzt“.

 

Und es ist kein Wunder, dass sich die Finanzen Frankreichs am Ende der Herrschaft Napoleons in einem relativ gutem Zustand befanden, also fast ohne Staatsschulden. Mussten sich doch die unterworfenen Länder im hohen Maße mit Soldaten und finanziell an den Kriegen beteiligen. Manche Historiker sprechen sogar von einer hemmungslosen und unerhörten Ausplünderung der unterjochten Länder.

 

Nach dem verlustreichen Rückzug aus Russland und diversen Verteidigungsschlachten auf französischen Boden, wurde der Kaiser, Feldherr und Gesetzgeber Napoleon I., im Rahmen der Befreiungskriege letztendlich in der Schlacht bei Waterloo/Belgien von englischen und preußischen Truppen besiegt. Die Sieger verbannten ihn auf die englische Insel St. Helena, eine kleine Insel im Südatlantik, wo er im Oktober 1815 ankam, seine Memoiren schrieb und im Mai 1821 verstarb.

 

Auch diese vorgenannten historischen Ereignisse sah der Seher in einer Vision Mitte des 16. Jh. voraus, also zukünftige Fakten die nach der Geburt des Korsen im Jahre 1769 sukzessive Wirklichkeit wurden. Die bekannten Nostradamusforscher beziehen diese Centurie ebenfalls auf Napoleon I., so auch der bekannte Interpret Anatole le Pelletier im Jahre 1867. [7]

 

1840 wurde der Leichnam des Kaisers aus der britischen Besitzung St. Helena nach Frankreich überführt und in der Chapelle Saint-Jérôme, einer Seitenkapelle des Invalidendoms, beigesetzt. Heinrich Heine (1797-1856) mit seinen großen dichterischen Fähigkeiten, wenn auch hier etwas verklärend, öffnet die Herzen für den Jungen aus Korsika:

 

„Hab' selber sein Leichenbegängnis gesehn, - Ich sah den goldenen Wagen. - Und die goldenen Siegesgöttinnen drauf, - Die den goldenen Sarg getragen. / Den Elysäischen Feldern entlang - Durch des Triumphes Bogen, - Wohl durch den Nebel, wohl über den Schnee, - Kam langsam der Zug gezogen. / Misstönend schauerlich war die Musik. - Die Musikanten starrten. - Vor Kälte. Wehmütig grüßten mich - Die Adler der Standarten. / Die Menschen schauten so geisterhaft - In alter Erinn'rung verloren - Der imperiale Märchentraum - War wieder heraufbeschworen. / Ich weinte an jenem Tag. Mir sind - Die Tränen ins Auge gekommen, - Als ich den verschollenen Liebesruf, - Das "Vive l'Empereur!" vernommen.“

 

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Anmerkungen:

 

Bild: Napoleon im Alter von 16 Jahren, Zeichnung eines unbekannten Malers, 1785

 

[1] Die „drei Schwestern“ sind die drei Parzen, Schicksalsgöttinnen in der römischen Mythologie. In der griechischen Mythologie nennt man sie Moiren. Sie heißen Klotho, Lachesis und Atropos und weisen den Menschen ihr Schicksal zu.

 

[2] Die Weissagungen des Nostradamus, C. Loog, 1921, S. 39

 

[3] Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken auf die Erde, und ihnen wurde Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben. Und es wurde ihnen gesagt, sie sollten nicht Schaden tun dem Gras auf Erden noch allem Grünen noch irgendeinem Baum, sondern allein den Menschen, die nicht das Siegel Gottes haben an ihren Stirnen. Und ihnen wurde Macht gegeben, nicht dass sie sie töteten, sondern sie quälten fünf Monate lang; und ihre Qual war wie eine Qual von einem Skorpion, wenn er einen Menschen sticht. Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und nicht finden, sie werden begehren zu sterben und der Tod wird von ihnen fliehen. Und die Heuschrecken sahen aus wie Rosse, die zum Krieg gerüstet sind, und auf ihren Köpfen war etwas wie goldene Kronen, und ihr Antlitz glich der Menschen Antlitz; und sie hatten Haar wie Frauenhaar und Zähne wie Löwenzähne und hatten Panzer wie eiserne Panzer, und das Rasseln ihrer Flügel war wie das Rasseln der Wagen vieler Rosse, die in den Krieg laufen, 10 und hatten Schwänze wie Skorpione und hatten Stacheln, und in ihren Schwänzen war ihre Kraft, Schaden zu tun den Menschen fünf Monate lang; 11 sie hatten über sich einen König, den Engel des Abgrunds; sein Name heißt auf Hebräisch Abaddon und auf Griechisch hat er den Namen Apollyon.“ (Luther-Bibel 1984, Offenbarung 9:1-11)

 

[4] „Bonaparte wurde sofort zum Gehilfen von Barras ernannt. Als er sich mit der Lage vertraut gemacht hatte, sah er, wie stark die Aufständischen (die Royalisten bzw. Königlichen) und wie groß die Gefahr für den Konvent (Nationalversammlung in Frankreich 1792 bis 1795 in Paris) war. Doch er hatte seinen Aktionsplan, der auf den schonungslosen Einsatz der Artillerie aufbaute... Er (der Konvent) begann kaum zu tagen, als Bonaparte seine Geschütze beim Konventsgebäude auffahren ließ.

 

Der historische Tag des 13. Vendémiaire (5. Oktober 1795) brach an, der im Leben Napoleons eine weit größere Rolle spielte, als sein erstes Auftreten – die Einnahme von Toulon (1793). Als die Kolonnen der Aufständischen zum Konvent zogen, donnerten ihnen die Kanonen Bonapartes entgegen. Besonders schrecklich war das Gemetzel am Vorhof der Kirche Saint-Roche, wo der Gegner seine Reserven zusammen gezogen hatte ... Gegen Mittag war alles zu Ende. Einige hundert Tote zurücklassend und die Verwundeten mit sich schleppend, liefen die Aufständischen nach allen Richtungen auseinander und verbargen sich in den Häusern... Der Vorhof der Kirche Saint-Roche war mit einer einzigen blutigen Masse bedeckt.“ (NAPOLEON von Eugen Tarlé, 1973, S. 36, 37)

 

[5] Napoleon von Eugen Tarlé, 1973, S. 52

 

[6] U. a. auch der Code civil, das französische Gesetzbuch zum Zivilrecht, welches durch Napoleon I. im März 1804 eingeführt wurde und als ein bedeutendes Gesetzwerk der Neuzeit gilt.

 

[7] Les Oracles de Michel de Nostradamus von Anatole le Pelletier, 1867, S. 207

 

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Kleines Wörterbuch:

 

1. D’un „ein“; nom „Name“ 9. Jh., aus lat. nomen; farouche „wild“ 13. Jh. faroche neben forasche; tel „so beschaffen“ 11. Jh.; proferé, proférer „laut vorbringen“ 13. Jh. aus lat. (proferre); sera „werden“; 2. que „welcher“, „was“, „dass“; les, le, la, 1. „der, die“ usf., 2. „ihn“, „sie“; trois „drei“ 10. Jh., aus lat. tres; soeur „Schwester“ 11. Jh., afrz. suer; auront „werden“; fato „Schicksal“; 3. puis „dann“ 10. Jh. poisse, ist afrz. auch als Präposition im Gebrauch, aus lat. postea „später“; grand „groß“ 10. Jh., afrz. grant, peuple „Volk“ 9. Jh. poblo, 12. Jh. pueble; par „durch“, „gemäß“, „mittels“ u. ä. 11. Jh.; langue „Sprache“, „Zunge“; fait „Tat“ u. ä. 12. Jh., aus lat. factum; dire „sagen“ 10. Jh. aus lat. dicere; 4. plus „mehr“ 11. Jh., aus lat. plus; que „welcher“, „was“, „dass“; nul „keiner“ 9. Jh., aus lat. nullus; autre „anderer“ 11. Jh. aus lat. alter „der andere“; bruit „Lärm“ 12. Jh.; des „von ... an“; renom „Ruhm“.

 

Quellen: U. a. Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache, E. Gamillscheg, 1997.  

 

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