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Nostradamus-Visionen und ihre Bedeutung

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Französische Revolution, Entmachtung der Kirche und eine neue Zeitrechnung

 

„Und beim Beginn dieses Jahres [wird] eine größere Verfolgung der christlichen Kirche

[in Frankreich] durchgeführt, als sie [je] in Afrika [1] stattgefunden hat. Und diese wird

von diesem Zeitpunkt an bis zum Jahr 1792 andauern, wenn man glauben wird,

man müsste eine neue Zeitrechnung einführen.“

 

„Et commencant icelle année sera faicte plus grande persecution à l’Eglise

Chrestienne  que n’a esté faicte en Afrique, et durera ceste icy jusques à l’an mil sept

cens nonante deux que l’on cuidera estre une renovation de siecle: ...“ Aus dem

Brief an  Heinrich II., König von Frankreich, von Michel Nostradamus,

Salon-de-Procence, 27. Juni 1558

  

Während der Französischen Revolution tagte auch am 4. und 5. August 1789 die Nationalversammlung, denn das Feudalsystem, wozu u. a. der Kirchenzehnt zählte, sollte abgeschafft werden. Die Katholische Kirche wurde enteignet und alle ihre Güter in den Staatsbesitz überführt.

 

Dann eine Steigerung! Am 26. August 1789 kam es zur Proklamation der Menschen und Bürgerrechte, die u. a. auch das höchste Wesen (Etre supreme) einführte und den Katholizismus als Staatsreligion abschaffte, d. h., er verlor seine bisherige Bevorzugung gegenüber andern Religionen.

 

Die Revolution bahnte sich ihren Weg. Die alte Ständeordnung wurde beendigt. Somit viel auch der Vorrang des Klerus als erster Stand weg. Im Oktober 1789 untersagte ein Dekret die Ablegung von Ordensgelübden, die Klöster wurden abgeschafft und im Sept. 1790 mussten die Geistlichen einen Eid auf die Verfassung leisten. Nur die Hälfte beteiligten sich, die anderen verloren ihre Arbeit. Ihnen wurde verboten, öffentlich zu predigen.

 

Papst Pius VI. "goss Öl aufs Feuer", indem er die Menschenrechte und die Revolution verurteilte und den Priestern befahl, den abgelegten Eid zu widerrufen, da sie sonst den Kirchenbann erleiden müssten. Die Reaktionen kamen schnell, denn französische Truppen besetzten die päpstlichen Gebiete Avignon und Comtat Venaissin in Frankreich.

 

Im September 1792 übernahm der Staat die Sterbe-, Trauungs- und Geburtsregister und die Ehescheidung wurde erlaubt. Verboten wurden kirchliche Prozessionen und das Tragen von Priestergewändern. Es kam zu Umzügen des Volkes mit Kirchengerätschaften, zur Entweihung von Kirchen und zu Bilderstürmen, also zur Zerstörung kirchlicher Bilder und Denkmäler.

 

Der Papst bedrängte die europäischen Monarchen, gegen die Französische Revolution vorzugehen und die öffentliche Stimmung verschärfte sich in Frankreich, sodass während der Septembermorde „1792“ auch circa 200 Geistliche in Pariser Gefängnissen hingerichtet wurden.

 

Tausende Priester flohen ins Ausland über tausend wurden deportiert oder inhaftiert. Der Seher Nostradamus hatte in einer Vision Bilder über die „Verfolgung der christlichen Kirche“ in Frankreich ca. 250 Jahre vorher gesehen und schrieb: „Und diese wird von diesem Zeitpunkt an bis zum Jahr 1792 andauern, wenn man glauben wird, man müsste eine neue Zeitrechnung einführen.“

 

Und tatsächlich wurde der gregorianische Kalender, der ère vulgaire (gemeine Ära), abgeschafft, was die Trennung von Staat und Kirche vervollständigen sollte. Der neue Republikanische Kalender, calendrier républicain, sollte keine christlichen Merkmale mehr enthalten, wie z. B. Weihnachten und kirchliche Feiertage. Die „neue Zeitrechnung“ begann „1792“ im ‚Jahre I der Republik’ und galt ab dem 22. September des gleichen Jahres.

 

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Anmerkungen:

Bild: Der Dritte Stand trägt die Kirche und den Adel. Die Realität in Frankreich vor der Revolution im Jahr 1789. Bibliothéque nationale de France, erstellt: 1. Januar 1789.

 

[1] Die Christenverfolgungen in Afrika waren in den Regierungszeiten der römischen Kaiser Decius (249-251), Valerian (253-260) und Diokletian (303-311) besonders tragisch, da es behördliche und systematische Verfolgungen im gesamten Römischen Reich waren, wozu auch Nordafrika gehörte.

 

Viele Christen verweigerten unter Kaiser Decius ein Opfer für die Götter Roms und den Kaiser. Sie wurden gefoltert, verbrannt, enthauptet, manchmal gekreuzigt oder in der Arena von wilden Tieren zerrissen. Im günstigsten Fall kamen die Männer als Sklaven in die Bergwerke und die Frauen in die Freudenhäuser. Anderen nicht christlichen Opferverweigerern erging es ebenso.

 

Die Situation verschärfte sich unter Kaiser Valerian, der ein generelles Versammlungsverbot für Christen anordnete und ihre Bischöfe verhaften und hinrichten ließ.

 

In Kaiser Dokletians Herrschaftszeit vielen die letzten, aber gewalttätigsten reichsweiten Christenverfolgungen. So verfügte er 303 n. Chr. einen Erlass, demzufolge im gesamten Römischen Reich alle christlichen Geistlichen ins Gefängnis gebracht werden mussten, auch um sie zu foltern. Die Todesstrafe galt für alle, die das Kaiseropfer verweigerten.

 

So traten zu allen Zeiten in der Geschichte des Christentums Verfolgungen in unterschiedlichster Intensität auf. Erst mit Kaiser Konstantin (306-337 n. Chr.) der das Christentum privilegierte und mit der Mailänder Vereinbarung, die seit 313 n. Chr. im ganzen Reich die Religionsfreiheit garantierte und letztlich auch mit der Erklärung des Christentums zur Staatsreligion im Jahre 380 n. Chr., hörten die Verfolgungen auf. Aber im 7. und 8. Jahrhundert nahmen die Exesse durch den Islam wieder zu, sodass das Christentum in Nordafrika weitestgehend verdrängt wurde. Es soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass seit Konstantin die Christen über viele Jahrhunderte mit Andersgläubigen Gleiches oder Ähnliches taten.

 

 „Wie viele Gläubige in den ersten drei Jahrhunderten als "Blutzeugen" ihres Glaubens umkamen, darüber gibt es keine halbwegs verlässlichen Zahlen. Vermutlich waren es aber weit weniger, als frühchristliche Quellen angeben. Die sind meist apologetisch gefärbt und neigen daher zu Übertreibungen.“ (Vor die Löwen, von Ulrich Schwarz, Spiegel Geschichte 1/2009)

 

Der Islam stand den Römern nicht nach, stammt der Name doch vom arabischen Verb aslama („sich hingeben, sich ergeben, übergeben“) ab und bedeutet „Unterwerfung unter Gott“, „völlige Hingabe an Gott“. Das wurde gegenüber anderen Völkern und Andersgläubigen weitgehend mit Gewalt durchgesetzt, von Mohammed, ca. 570-632 n. Chr., an!

 

Dem Beispiel ihres Gründers folgend eroberten dann im 7. und 8. Jahrhundert islamische Heere fast die gesamte nordafrikanische Mittelmeerküste und erreichten 647 n. Chr. das heutige Tunesien. Noch im 12. u. 13. Jahrhundert führten die Almohaden eine so strenge islamische Herrschaft, unter der das Christentum im westlichen Nordafrika, dem Maghreb, nahezu ausgerottet wurde. (Geschichte Afrikas. München 1997, S. 66, John Iliffe, * 1. Mai 1939, britischer Historiker)

 

Für die unterworfenen, bereits christianisierten Völker, bestand die Möglichkeit den Islam anzunehmen, also den Glauben, die Konfession zu wechseln oder tributpflichtig (Dhimmi) zu werden, d. h. eine Kopfsteuer (Dschizya) zu zahlen, die sie nicht verweigern durften, da sonst ihr Leben in Gefahr war. Sie waren Bürger zweiter Klasse und wurden diskriminiert und diskreditiert.

 

So mussten sie z. B. honigfarbene Umhänge und eine gelbe Kopfbedeckung tragen. An ihre Häuser wurden schwarze Teufelsköpfe gemalt und ihre Gräber wurden eingeebnet. Gottesdienste waren unauffällig zu halten, Kreuze durften nicht gezeigt werden. Neu errichtete Kirchen mussten zerstört werden. Beschäftigung in Staatsämtern war ihnen verboten und Schulen von Muslims durften nicht besucht werden. Auf Pferden sollten Christen nicht reiten, nur auf Eseln und es war einem Christen verboten eine Muslimin zu heiraten, aber ein Muslim konnte sich eine Christin zur Frau nehmen usw.

 

711 n. Chr. drangen Streitkräfte des Islam dann in Spanien ein und unterwarfen in einem achtjährigen Feldzug fast das ganze Land bis nach Südfrankreich. „Sie plünderten sich wiederholt durch das Rhonetal, terrorisierten Südfrankreich, besetzten Arles, Avignon, Nîmes, Narbonne, welches sie 793 in Brand setzten, verwüsteten 981 Zamora (Spanien) und deportierten 4.000 Gefangene. Vier Jahre darauf brannten sie Barcelona nieder, töteten oder versklavten sämtliche Bewohner, verwüsteten 987 das portugiesische Coimbra, welches daraufhin sieben Jahre lang unbewohnt blieb, zerstörten León (Spanien) mitsamt Umgebung.“ (Islamisches Spanien. Das Land, wo Blut und Honig flossen. Die Weltwoche, Ausgabe 35/2005, E. Sorg)

 

Die Stadt Santiago des Compostela/Galicien/Spanien wurde dem Erdboden gleichgemacht und ein paar Tausend christliche Überlebende traten den Weg in die Sklaverei an. Das ist nur ein kleiner Auszug, denn eine Brutalität und Grausamkeit reihte sich an die andere. Angst und Schrecken wurden verbreitet - es war ein großer Terror:

 

„Allah, auf diese Weise wurde eine solche Angst unter den Ungläubigen gesät, dass sie es nicht wagten, sich zu rühren und gegen die Eroberer zu kämpfen; nur als Bittsteller näherten sie sich diesen und flehten um Frieden,“ so im 17. Jh. der Historiker al-Maqqari aus Tlemcen/Nordafrika.

 

Der jüdische Philosoph, Rechtsgelehrte und Arzt Moses Maimonides musste 1149 als Vierzehnjähriger vor der Judenverfolgung aus Cordoba/Spanien fliehen. Erhalten ist sein „Brief in den Jemen“ von 1172 (Kairo), in dem er sich auch auf die Erlebnisse im islamischen Spanien bezog:

 

 „Bedenkt, meine Glaubensgenossen, dass Gott uns unserer großen Sündenlast wegen mitten unter dieses Volk, die Araber, geschleudert hat. Nie hat uns ein Volk so beschwert, erniedrigt, gedemütigt und gehasst wie sie, wir wurden von ihnen in unerträglicher Weise entehrt.“

 

Und!

 

„In keiner Religion ist dieser Fanatismus, die rücksichtslose, vor keinem Frevel zurückschreckende Verfolgung aller Andersdenkenden, so dominierend geworden und geblieben wie im Christentum in all seinen Erscheinungsformen.“ (Eduard Meyer, 1855-1930, deutscher Althistoriker, Ägyptologe und Altorientalist, Ursprünge und Anfänge des Christentums, 4. u. 5. A., 1921 – Blüte und Untergang des Hellenismus in Asien, 1925, zitiert in „Abermals krähte der Hahn“, S. 503, Karlheinz Deschner)

 

„Fast ganz Europa war viele Jahrhunderte hindurch mit Blut getränkt, das auf direkten Antrieb oder jedenfalls mit voller Zustimmung der geistlichen Behörden vergossen war ... Ziehen wir all dies in Betracht, so ist es sicherlich keine Übertreibung zu sagen, dass die Kirche den Menschen ein größeres unverdientes Leid zugefügt hat als irgendeine andere Religion, zu der Menschen sich jemals bekannten.“ (William E. H. Lecky, 1838-1903, irischer Historiker u. Publizist, History of the Rise and Influence of the Spirit of Rationalism in Europa, I. 330; II. 32,38, zitiert in „Abermals krähte der Hahn“ S. 546, Karlheinz Deschner)

 

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Kleines Wörterbuch:

 

Et „und“ aus lat. et; commencant, commencer „anfangen“ 10 Jh., aus vlat. cominitiare, d. i. Abl. von initium „Anfang“; année „Zeitraum eines Jahres“ 12. Jh., aus vlat. annata; plus „mehr“ 11. Jh., aus lat. plus; grande, grand „groß“ 10. Jh., afrz. grant; persecution, persécoteur „Verfolger“12. Jh., aus lat. persecutore, davon seit dem 14. Jh. rückgebildet pérsecuter „verfolgen“; Église „Kirche“ 11. Jh., aus vlat. eclesia, Chrestienne, chrétien „Christ“ 9. Jh. dreisilbig chrestiien, aus lat. christianus „christlich“, dazu seit dem 11. Jh. die Ableitung chrétienté „Christenheit“; en „in“, „auf“ 9. Jh., afrz. auch „unter“, „zwischen“; Afrique „Afrika“; durera, durer „dauern“ 11. Jh. aus lat. durare, dazu durant „während“, im 13. Jh. belegt aus lat. durante; jusques, jusque „bis“ 10. Jh., afrz. auch jesque, josque; an „Jahr“ 11. Jh., aus lat. annus, mil „tausend“ 12. Jh., aus lat. mille; cens, cent „hundert“ aus lat. centum, cens „Zins“ 13. Jh., aus lat. census; nonante „neunzig“ 12. Jh., aus vlat. nonanta für lat. nonaginta; deux „zwei“ aus lat. duos; que „welcher“, „was“, „dass“; cuidera, cuider „glauben“ 11. Jh. cuidier, cuier; renovation „Erneuerung“ 13. Jh., aus lat. renovatione; de „von“, aus lat. de „von“, „betreffs“, u. ä.; siecle „Jahrhundert“, „Laienwelt“ 10. Jh. in der zweiten Bedeutung, aus lat. seculum „Jahrhundert“, „das irdische Leben“.

  

Quellen: U. a. Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache, E. Gamillscheg, 1997.

 

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