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Nostradamus-Visionen und ihre Bedeutung

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Exitus der „Grande Armée“ - Sieg der alten monarchistischen Ordnung

 

Der Adler wird bei den Zelten zurückgedrängt,

Durch andere Vögel wird er von dort vertrieben.

Wenn der Lärm von Zimbeln, Trompeten und Glockenspiel ertönt,

werden sie den Verstand der törichten Dame zurückgeben.

Centurie 2:44 - Lyon 1568

 

L’aigle pousée entour de pavillons,

Par autres oiseaux d’entour sera chassée:

Quand bruit des cymbres / cymbes, tube & sonnaillons

Rendront le sens de la dame insensée.

Centurie 2:44 - Lyon 1555 u. 1568

  

Schon im Jahre 1867 kommentierte der Nostradamusinterpret Le Pelletier in seinem Buch „Les Oracles de Michel de Nostradamus“ [1] diese Vorhersage dahin gehend, dass der napoleonische Adler auf das Gebiet Frankreichs „zurückgedrängt“ wurde. Der „Adler“ ist ein Symbol für Kaiser Napoleon I. (1. Konsul ab 1799, Kaiser 1804-1814), dessen Wappen so geschmückt war und dessen Armeen je einen vergoldeten Adler als Standarte erhielten.

 

Nach dem Russlandfeldzug Napoleons I. im Jahre 1812 mit circa 430.000 Soldaten, von denen nur ungefähr 10 Prozent zurückkamen, ruhte er sich nicht im Élysée-Palast bzw. im Élysée-Napoléon Palast in Paris aus, sondern war ständig mit seiner Armee unterwegs, symbolisch gesprochen „bei den Zelten“. Vergeblich versuchte er bei Leipzig die Truppen der nun verbündeten russischen, preußischen, österreichischen und schwedischen Armeen zu bezwingen. Es kam zur Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege, zur Völkerschlacht bei Leipzig am 16.-19.10.1813, mit etwa 600.000 beteiligten Soldaten.

 

Die Grande Armée [2] wurde "vertrieben", musste aus Leipzig fliehen und konnte 23.000 verwundete Soldaten nicht mitnehmen. Das französische „Empire“ hatte seine Machtambitionen auf deutschem Gebiet endgültig verloren und zog sich mit den restlichen 100.000 Soldaten zurück.

 

Zu Beginn des Jahres 1814 erfolgte der alliierte Vorstoß nach Frankreich. Die Franzosen verteidigten sich tapfer, doch sie wurden immer mehr „zurückgedrängt“, ja fast im eigenen Land „herumgejagt“ [3]. Es gab u. a. Schlachten bei St. Die, 10.1.1814; Brienne, 29.1.; La Rothiere, 1.2.; Montmirail, 11.2.; Vauchamps, 14.2.; Montereau, 18.2.; Bar-sur-Aube, 27.2.; Laon, 9.3.; Arcis-sur-Aube 20.21.3.; Fère-Champenoise 25.3. und auf dem Montmartre bei Paris am 30.3.1814 mit der Folge, dass Paris von der Koalitionsarmee besetzt wurde.

 

Am 31. März 1814 zogen die Monarchen von Preußen und Russland in Paris ein. Die „Zimbeln [4], Trompeten und Glocken“ [5] ertönten und der Armeemarsch II, 38 [6], der mehr als „Pariser Einzugsmarsch“ bekannt ist, erklang.

 

Am 12. April 1814 musste Kaiser Napoleon I. bedingungslos abdanken. Von den Alliierten wurde ihm die Insel Elba/Italien als souveränes Fürstentum übertragen. An seine Stelle trat König Ludwig XVIII. und die alte Ordnung wäre fast wieder hergestellt worden, wenn Kaiser Napoleon I. nicht im März 1815 die Insel verlassen hätte, um auf der Straße „Route Napoléon“, sozusagen im „Adlerflug“ (Vol d'Aigle), nach Paris zurückzukehren, sodass König Ludwig XVIII. fliehen musste.

 

Großbritannien, Österreich, Russland und Preußen schlossen erneut einen Koalitionsvertrag gegen Frankreich. Das Ende nahte, als in der Schlacht von Waterloo/Belgien (1815) der „Adler“, Kaiser Napoleon I., von den englischen und preußischen Truppen unter dem britischen General Wellington und dem Preußen Feldmarschall Blücher endgültig besiegt wurde. Am 7. Juli 1815 zogen Teile dieser Truppen in Paris ein, etwas später der französische König Ludwig XVIII., der Kaiser von Russland und der König von Preußen.

 

Die Französische Revolution, gehörte der Vergangenheit an, die Napoleonbegeisterung nahm sukzessive ab, da er selbst nach St. Helena im Südatlantik verbannt wurde, wo er 1821 starb. Kriege gehörten erstmal zur Vergangenheit und bis zur „Julirevolution von 1830“ war es ja noch ein bisschen hin, sodass die Dame Frankreich unter Ludwig XVIII. zum normalen Leben zurückfand, so wie es der Seher ca. 250 Jahre vorher symbolisiert mit den Worten vorausgesagt hatte, dass man „den Verstand der törichten Dame zurückgeben“ werde.

 

„Dame“ als Symbol für Frankreich zwingt sich auf, da „la France“ und „la République“ weiblich sind und auch das am meisten bekannte Symbol für Frankreich „Marianne“, welche der Maler Eugène Delacroix auf dem Bild „Die Freiheit führt das Volk“ (1830) dargestellt hat und die heute als Büste fast alle französischen Rathäuser, als Statue viele Plätze schmückt und selbst auf Briefmarken und Münzen an die Werte „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ (Liberté, Égalité, Fraternité) erinnert.

 

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Anmerkungen:

 

Bild 1: Französische Standarte; Pierre-Philippe Thomire nach Antoine-Denis Chaudet: "Adler des 25. Infanterieregiments, Modell", 1804, Vergoldete Bronze, 30 x 26 cm, 2 kg, © Musée de l'Armée

 

Bild 2: Französische Marianne-Briefmarke des Staatspräsidenten Francois Hollande vom 14. Juli 2013. Jeder Präsident bestimmt seine eigene Marianne-Marke.

 

[1] Le Pelletier: Les oracles de Michel de Nostredame, astrologue, médecin et conseiller ordinaire des rois Henri II, François II et Charles IX., Paris 1867, S. 220

 

[2] La Grande Armée (die Große Armee) ist der Name, den die französische Armee zwischen 1805 und 1815 in der Zeit Kaiser Napoleons I. führte.

 

[3] Dr. N. Centurio, Nostradamus, Der Prophet der Weltgeschichte, 1960, S. 56

 

[4] Handzimbeln bestehen aus zwei gegeneinander zu schlagenden Becken und bestehen meist aus Bronze oder Messing. Sie werden in der klassischen und Volksmusik eingesetzt.

 

[5] Wahrscheinlich Glockenspiel bzw. Militär-Lyra. Sie besitzt 25 bis 27 waagerechte Klangplatten aus Metall, die mit einem Schlägel angeschlagen werden.

 

[6] Pariser Einzugsmarsch, Armeemarsch II, 38; komponiert von J. H. Walch, Musiker, Komponist und Kapellmeister, 1775-1855

 

Kleines Wörterbuch:

 

1. Aigle „Adler“ 12. Jh., schon afrz. neben aille, aus lat. aquila; poussee, pousser „stoßen“ 15. Jh.; poussé „getrieben“; treiben, stoßen, drängen, übertreiben; entour  „Umgebung“ 10. Jh. entorn, ist afrz. Präposition „um ... herum“, die substantivische Bedeutung seit dem 16. Jh., vgl. endroit; aus vlat. intorno zunächst als Adverbium, afrz. „in die Runde“, aber schon vorhistorisch als Präposition gebraucht, zu lat. tornus, afrz. torn „Drehung“, „Wendung“, „Runde“; des „von ... an“; pavillons „Lagerzelt“, „Standarte“ 12. Jh. pavaillon, aus lat. papilione; Flagge, Pavillon, Trichter; 2. par „durch“, „gemäß“, „mittels“ u. ä. 11. Jh.; autres, autre „anderer“ 11. Jh. aus lat. alter „der andere“; oyseaux, oiseau „Vogel“ 11. Jh., aus lat. aucellus; sera werden; chassée „gejagt“, „vertrieben“; chasse „Jagd“ 12. Jh., aus vlat. captia; 3. quand „als“, „wenn“ 10. Jh. quant, aus lat. quando; bruit „Lärm“ 12. Jh.; des „von ... an“; cymbres „Cimbern“, lat. Cimbri; cimbale „Zymbel“, „Klingspiel“ 12. Jh., aus lat. (cymbalum); tube „Röhre“ 17. Jh., lat. tube, im 14. Jh. belegte tou; Röhre, Schlager, Hit, Song; sonnaillons, sonnaille „Viehglocke“, „Schelle“ 14. Jh., afrz. auch sonail; sonnailler „ununterbrochen tönen, schellen“; 4. rendront, rendre „zurückgeben“, „wiedergeben“, „übergeben“ u. a. 10. Jh., aus vlat. rendere; rendront: werden; le, les, la, 1. „der, die“ usf., 2. „ihn“, „sie“; sens „Sinn“, „Verstand“, „Richtung“ 11. Jh., aus lat. sensus „Wahrnehmung“, „Gedanke“ u. ä., mit dem Wort ist afrz. sen zusammengefallen, dieses = „Verstand“, „Richtung“; de „von“, aus lat. de „von“, „betreffs“, u. ä.; dame „Edelfrau“ v. a.; „Dame“ 11. Jh., afrz. „Herrin“, „Gebieterin“, „Ehefrau des Ritters“, „ehrende Bezeichnung für verheiratete Frauen“, aus lat. domina „Herrin“; insensée sinnlos, unsinnig, verrückt, absurd, fantastisch, exentrisch.

 

Quellen: U. a. Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache, E. Gamillscheg, 1997.

 

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