minerva79.de - Parapsychologie - Esoterik - mehr Realität

 

Nostradamus-Visionen und ihre Bedeutung

Startseite   Himmel & Erde   Nostradamus   Visionen & Träume   Frühe Schriften   Gefiederte Welt   Meine Bilder

 

Terror in Italien, Russlandfeldzug 1812, Vertreibung der Grande Armee bis Paris

 

Römisches Land wird, wie der Augur [1] erklärt hat,

[in 2:97] vom gallischen [2] Volk sehr gequält werden.

Aber die keltische [3] Nation wird die Stunde fürchten, wenn

der Nordwind [4] sie mit dem Heer sehr weit vertrieben haben wird.

Centurie 2:99 - Lyon 1568

 

Terroir Romain qu’interpretoit augure,

Par gent Gouloise par trop sera vexée:

Mais nation Celtique craindra l’heure,

Boreas, classe trop loing l’avoir poussee.

Centurie 2:99 – Lyon 1568

 

„Römisches Land wird, wie der Augur erklärt hat [2:97], vom gallischen Volk sehr gequält werden“, [5] so die prophetische Sicht des Nostradamus aus dem 16. Jahrhundert. Was war geschehen?

 

Die alten europäischen Monarchien waren entsetzt über die Französische Revolution von 1789-1799, mit ihren für sie existenzgefährdenden Neuerungen wie den Menschen- und Bürgerrechten und der Abschaffung des Absolutismus, der Auflösung absoluter Monarchien die ohne politische Mitwirkung demokratischer Institutionen regieren. Sie erschraken, als hätten sich die Pforten der Hölle aufgetan, als sie von der revolutionären Losung „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ hörten und von der Forderung, dass grundlegende Werte und Ideen der Aufklärung umgesetzt werden sollten.

 

Graf Braschi, gerade Papst Pius VI. (1775-1799) in Rom, hatte auch kein Verständnis für die Französische Revolution. Denn "kann man etwas Unsinnigeres ausdenken als eine derartige Gleichheit und Freiheit für alle zu dekretieren?“ (verordnen, anordnen), so seine Antwort vom 10. 3. 1791 auf die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte.

 

Nach dem Motto „wehret den Anfängen“, bedrohten nun fast alle europäischen Monarchien Frankreich mit Krieg, um diese „neue Mode“ abzuschaffen und die alte Ordnung wieder herzustellen. Es kam zum 1. Koalitionskrieg (1792-1797). Österreich, Preußen, kleinere deutsche Staaten, Großbritannien, Niederlande, Spanien und das Heilige Römische Reich führten Krieg gegen Frankreich. Sogar der christlich katholische Papst trat dem Bündnis der europäischen Staaten bei, verfügte sein Kirchenstaat doch auch über eine Arme.

 

Doch schon 1796 kämpfte die französische Armee des Generals Napoleon im „römischen Land“ südlich des Po und annektierte die päpstlichen Provinzen Bologna, Ferrara sowie die Romagna und 1797 die auch zum Kirchenstaat gehörende Republik Ancona, nachdem sie bereits im April 1796 in 4 Schlachten Teile der österreichischen Armee in Italien und die Truppen des Königreiches Sardinien geschlagen hatte. Im Frieden von Tolentino/Italien, im Februar 1797, musste Papst Pius VI. hohen Reparationszahlungen, der Übergabe von Kunst- und Kulturgütern, wie auch der Abtretung weiter Teile des Kirchenstaates zustimmen.

 

Weitere siegreiche Schlachten gegen die Österreicher in Italien folgten, bis sie vertrieben waren. Gleichzeitig „plünderte er (General Napoleon) alle italienischen Gebiete, in denen er sich aufhielt, mit Sorgfalt und Gründlichkeit aus, sandte viele Millionen an Gold sowie die herrlichen Kunstwerke der italienischer Museen und Gemäldegalerien an das Direktorium nach Paris.“ (Napoleon, E. Tarlé, S. 64)

 

Als am 28. Dezember 1797 in Rom der französische General Duphot ermordet wurde, nahmen die französischen Truppen am 10. Februar 1798 Rom ein. Es wurde zur Repubblica Romana mit einer Verfassung ähnlich der französischen. Das war das Ende des katholischen Kirchenstaates.

 

Die katholische Kirche in dieser neuen Republik sollte nun gesellschaftlich entmachtet, nach und nach aus dem öffentlichen Leben verdrängt werden und sich dem demokratischen Staat unterordnen. Ein „Kult der Freiheit“ wurde eingeführt und viele Freiheitsbäume in ganz Rom gepflanzt. Papst Pius VI. wurde für abgesetzt erklärt, verhaftet und über Siena/Italien, nach Florenz/Italien und weiter nach Valence/Frankreich gebracht, wo er im Sommer 1799 starb.

 

Im folgenden Winter kamen die Kardinäle unter österreichischem Schutz in Venedig zusammen, um einen neuen Papst zu wählen. Es wurde der geborene Graf Luigi Barnaba Chiaramonti, der am 21. März 1800 zum Papst Pius VII., Pontifex maximus und Bischof von Rom gekrönt wurde.

 

Im darauffolgenden Jahr schloss Papst Pius VII. mit nun Frankreichs erstem Konsul Napoleon Bonaparte ein Konkordat (Vertrag zwischen Staat u. Kirche) und erkannte u. a. die Französische Republik, den Zivilstand der katholischen Kirche, die Enteignung des französischen Kirchenbesitzes und die von Napoleon angeordnete Entlassung aller Bischöfe an. Diese Einigung führte auch zur Wiederherstellung eines verkleinerten Kirchenstaates und gipfelte in der Anwesenheit Papst Pius VII. bei der Kaiserkrönung und Salbung Napoleons am 2. Dezember 1804 in der Kathedrale Notre-Dame in Paris.

 

Doch schon 1806 kam es zwischen Napoleon und Pius VII. zu erheblichen Schwierigkeiten, als sich der Papst weigerte, einem Bündnis gegen Großbritannien beizutreten. Die Wirkung war gewaltig, da im November 1807 wieder französische Truppen in den Kirchenstaat einrückten und im Februar 1808 erneut Rom besetzten. Pius VII. musste als weltlicher Herrscher aufhören zu regieren, nur die geistliche Macht blieb ihm. Am 10. Juni 1809 fand die Vereinigung zwischen dem nun nicht mehr existierenden Kirchenstaat und dem Empire Francais bzw. dem Kaiserreich Frankreich statt.

 

Als Pius VII. seinen Gegnern den Bann androhte und sogar Napoleon exkommunizierte, wurde er verhaftet und in Grenoble/Frankreich dann in Savona/Italien und im Jahr 1812, ca. 60 Kilometer südlich von Paris, in Fontainebleau, gefangen gesetzt.

 

All diese Ereignisse in Italien meinte Nostradamus, als er sagte, dass das „römische Land, ... vom gallischen (französischen) Volk sehr gequält werden“ würde. Das war jedoch nur ein Teil des Geschehens, denn bis zum Jahr 1812 hatte Napoleon fast ganz Europa unter seine Kontrolle gebracht.

 

Das große Unheil begann, als Kaiser Napoleon und seine Grande Armée mit 475.000 Mann den Njemen (Memel) überschritt und den Angriff auf Russland eröffnete. Die Katastrophe nahm ihren Lauf und es ist nicht übertrieben, dass es für die französische Armee zum langen Marsch des Todes wurde.

 

Unter unsäglichen Opfern gelangte man am 13. September 1812 bis nach Moskau, dessen Einwohner die Stadt weitgehend verlassen hatten. Doch als am 18. Oktober 1812 die französische Armee Marschall J. Murats in der Schlacht bei Tarutino bei Moskau von russischen Truppen besiegt wurde, befahl Napoleon endgültig den Rückzug, bei dem seine Soldaten immer wieder in Kämpfe verwickelt wurden. Die Verluste waren so groß, dass Mitte Dezember 1812 nur noch ca. 30.000 Mann der Grande Armee den Njemen überschritten. Entlang des Rückzugsweges wurden im Frühjahr 1813 ca. 240.000 Leichen und 130.000 Pferdekadaver gefunden.

 

Nun begannen die Befreiungskriege. Der symbolische „Nordwind Boreas“ wurde stärker, da sich Preußen und Schweden mit Russland verbündeten. Später schlossen sich Österreich und andere Staaten an. Währenddessen "vertrieben" im Juni 1813, unter dem Oberbefehl des englischen Generals Wellington, englische, spanische und portugiesische Truppen die „keltische“ (französische) Armee aus Spanien. Am 16. bis 19. Oktober 1813 kam es zur Entscheidungsschlacht der Befreiungskriege, zur Völkerschlacht bei Leipzig mit ca. 600.000 beteiligten Soldaten. Napoleon erlitt die entscheidende Niederlage und musste sich aus Deutschland zurückziehen.

 

Nach dem Einmarsch der Alliierten mit diversen Schlachten in Frankreich und der Besetzung von Paris im März 1814, zogen die Monarchen von Russland und Preußen in die Stadt ein. Napoleon dankte ab und wurde nach Elba/Italien verbannt. 1815 floh er von der Insel, wurde jedoch in der Schlacht von Waterloo/Belgien vom „Nordwind“, den englischen und preußischen Truppen unter dem britischen General Wellington und dem Preußen Feldmarschall Blücher endgültig besiegt. Am 7. Juli 1815 zogen Teile dieser Truppen in Paris ein, etwas später der französische König Ludwig XVIII., der Kaiser von Russland und der König von Preußen.

 

Russland, England und Preußen, symbolisiert als der „Nordwind Boreas“, hatten die französische Armee „sehr weit vertrieben“ und innerhalb kurzer Zeit ihre Hauptstadt Paris zweimal besetzt.

 

Seitenanfang

 

Anmerkungen:

 

Bild 1: Napoleon Bonaparte im Jahre 1792, Oberstleutnant der korsischen Nationalgarde,

französischer General, Diktator und Kaiser Napoleon I., (geb. 15.8.1769 - †5.5.1821), (Kaiser: 2.12.1804 - 22.6.1815).

  

Bild 2: Kaiser Alexander I. von Russland, (1777 – †1825).

 

[1] Augur, lat. Vogelschauer, Seher, Wahrsager, Weissager.

 

[2] Gallisch, als Gallia bezeichneten die Römer den Raum, der überwiegend

von Kelten (lat. Galli) bewohnt war.

 

[3] Seit etwa 700 v. Chr. besiedelten Kelten (lat. Galli) Frankreich.

 

[4] Boreas, lat. „Nordwind“; Boreas (griechisch“ der Nördliche“) war in der

griechischen Mythologie der Gott des winterlichen Nordwinds. Er war der

Sohn des Titanen Astraios und der Göttin Eos.

 

[5] NAPOLEON von Eugen Tarlé, 1973, Seite 44-64, Auszug

Der italienische Feldzug, 1796-1797

 

„Soldaten, ihr seid nackt und schlecht ernährt... ich aber werde euch in die fruchtbarsten Ebenen der Welt führen... (General Napoleon Bonaparte)

 

Bonaparte war von Anfang an der Meinung, dass der Krieg sich selbst ernähren, dass jeder Soldat unmittelbar und persönlich an dem bevorstehenden Einfall in Norditalien interessiert werden müsse und dass dieser Einfall nicht aufgeschoben werden dürfe, bis die Armee alles Notwendige erhalten habe; man müsse der Armee vielmehr zeigen, dass es nur von ihr abhängt, dem Gegner alles zu nehmen, was sie braucht, und noch manches darüber hinaus.

 

Der Herzog von Parma, der sich genaugenommen überhaupt nicht im Kriegszustand mit Frankreich befand, war eines der ersten Opfer. Bonaparte hörte nicht auf seine Beteuerungen und erkannte nicht seine Neutralität an; er belegte Parma mit einer Kontribution (lat. Kriegssteuer, -entschädigung) von zwei Millionen Goldfranken und verpflichtete es, 1700 Pferde zu stellen...

 

... dann kam die Reihe an die Toskana,... Er besetzte Städte und Dörfer, requirierte (Beschlagnahme für militärische Zwecke) alles für die Armee Notwendige und nahm des öfteren überhaupt alles, was ihn des Nehmens wert schien, von Kanonen, Pulver, Gewehren bis zu Gemälden der Meister der Renaissance. Neben diesen Abgaben an den General waren es die unmittelbaren Plünderung durch die Soldaten, unter denen die Bevölkerung furchtbar litt. Bonaparte betrachtete diese Leidenschaft seiner Soldaten nachsichtig.

 

Es kam infolgedessen sogar zu Unruhen und kleinen Aufständen. In Lugo (bei Ferrara) tötete die Menge fünf französische Dragoner, wofür der Stadt eine unmenschliche Buße auferlegt wurde. Einige hundert Menschen wurden niedergemacht und die Stadt wurde den Soldaten zur Plünderung überlassen, die alle Einwohner, die man feindlicher Absicht verdächtigte oder die einfach im Besitz von Waffen waren, erschlugen...

 

Noch vor Beginn der Verhandlungen in Leoben zerschlug Bonaparte den Kirchenstaat. Papst Pius IV., ein unversöhnliche Feind der Französischen Revolution, betrachtete den General (Napoleon Bonaparte) „Vendémiaire“ (1. Monat des Herbstquartals, 23.9.-22.10.), der sein Oberkommando zum Dank für die Vernichtung der gottgläubigen Royalisten erhalten hatte, als Ausgeburt der Hölle und half daher Österreich, soweit wie nur möglich, in seinem schweren Kampf...

 

Die Truppen des Papstes wurden von Bonaparte schon in der ersten Schlacht zerschlagen. Dann ergab sich eine Stadt nach der anderen... Bonaparte nahm alles Wertvolle was er in diesen Städten finden konnte: Geld, Edelsteine, Gemälde und Kostbarkeiten. Städte und Klöster sowie die Schatzkammern der alten Kirchen boten dem Sieger ungeheure Beute, hier ebenso wie in Oberitalien. Rom wurde von einer Panik ergriffen, es begann eine allgemeine Flucht aller Wohlhabenden und der hohen Geistlichkeit nach Neapel.

 

Papst Pius VI. wurde von Schrecken erfasst. Er sandte Bonaparte ein flehentliches Schreiben... Bereits am 19. Februar 1797 wurde in Tolentino der Friedensvertrag unterzeichnet. Der Papst sollte große Gebiete, den reichsten Teil seiner Besitzungen abtreten, 30 Millionen Franken in Gold zahlen und die wertvollsten Bilder und Statuen seiner Sammlungen abliefern. Diese Gemälde und Statuen aus Rom sandte Bonaparte dann nach Paris, wie schon vorher jene aus Mailand, Bologna, Modena, Parma und Piacenza und später die aus Venedig...

 

Grausam rechnete er mit Bewohnern der Stadt Binasco ab, mit der Stadt Pavia, mit einigen Dörfern, in deren Umgebung die Leichen erschlagener Franzosen gefunden worden waren. In allen Fällen war dies eine durchaus planmäßige Politik Napoleons, an der er immer festhielt: niemals zwecklose Härte, aber stets schonungsloser Massenterror, Ströme von Blut und Berge von Leichen, wo ihm das für die Unterwerfung der von ihm eroberten Länder notwendig war. Er vernichtete im eroberten Italien alle Spuren feudaler Rechte... Dafür plünderte er alle italienischen Gebiete, in denen er sich aufhielt, mit Sorgfalt und Gründlichkeit aus, sandte viele Millionen an Gold sowie die herrlichen Kunstwerke der italienischer Museen und Gemäldegalerien an das Direktorium nach Paris.“  (Inhalte in Klammern sind Ergänzungen von minerva79.de)

 

Kleines Wörterbuch:

 

1. Terroir „Ackerboden“ 12. Jh. terreour, terreoir, aus vlat. terratorium; romain „römisch“, „Römer“, 12/13. Jh. aus lat. (romanus); interpretoit, interpréter „in eine fremde Sprache übersetzen“ va.; „(einen Text) erklären“, 13. Jh. aus lat. (inerpretari); augure, augurer „vorhersagen“ 14. Jh. aus lat. (augurari); 2. par „durch“, „gemäß“, „mittels“ u. ä. 11. Jh.; gent „Volk“ v. a., „Rasse“ 11. Jh.; Gouloyse, gaulois „gallisch“, 17. Jh., ist Abl. von Gaule „Gallien“; trop „zu sehr“ 11. Jh.,  bedeutet afrz. „überaus“, „sehr“, „ziemlich“; sera werden; vexee, vexer „drücken, „schikanieren“, 14. Jh., aus lat. (vexare) „mißhandeln“; 3. mais „vielmehr“, „aber“ 10. Jh., bedeutet afrz. auch „mehr“, „weiters“; nation „Volksgemeinschaft“, 12. Jh., aus lat. (natione), „Geburt“, „Geschlecht“, „Rasse“; Celtique keltisch; craindra, craindre „fürchten“, 12. Jh. criembre, criendre; heure „Stunde“ 12. Jh., ore aus lat. Hora; 4. Boreas, borée „Nordwind“ 16. Jh., aus lat. Boreas; classe „Abteilung“, „Klasse“ 14. Jh., aus lat. classis; trop „zu sehr“ 11. Jh., bedeutet afrz. „überaus“, „sehr“, „ziemlich“; loing, loin „entfernt“ 11. Jh., aus vlat. longe; auoir, avoir „haben“, subst. „Habe“, aus lat. habere; poussee, pousser „stoßen“ 15. Jh.

 

Quellen: U. a. Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache, E. Gamillscheg, 1997.

 

Seitenanfang