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Nostradamus-Visionen und ihre Bedeutung

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Beginn des II. Weltkrieges 1939, Überfall auf Polen, Frankreich ohne Chance.

 

Siebenmal wird man das britische Volk sich verändern sehen

in 290 Jahren, nachdem es sich mit Blut befleckt hat.

Frankreich ist keineswegs eine Stütze Deutschlands.

Der Widder [1] zweifelt an seinem bastaner [2] Pol [3].

Centurie 3:57 - Lyon 1568

 

Sept fois changer verrez gent Britannique,

Taintz en sang en deux cens nonante an:

Franche non point par appuy Germanique,

Aries doubte son pole Baftarnan.

Centurie 3:57 - Lyon 1568

 

Mehr als „siebenmal" hat sich „das britische Volk in 290 Jahren" verändert. Wesentliche Wechsel waren z. B., dass König Karl I. von England 1649 unter dem englischen Staatsmann Oliver Cromwell hingerichtet und die Monarchie durch die Republik Cromwells (1649-1660) abgeschafft wurde. Es folgte die Restauration der Stuarts (1660-1688), die alte Ordnung wurde wieder hergestellt. Die "Glorious Revolution" von 1688, mit der parlamentarischen Monarchie als Folge.

 

Veränderungen ergaben sich auch durch den Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714), dem Siebenjährigen Krieg 1756-1763, die Napoleonischen Kriege 1793-1815, dem I. Weltkrieg 1914-1918 und dem II. Weltkrieg 1939-1945. 17 Königinnen und Könige kamen und gingen. Das Britische Weltreich eroberte in den „290 Jahren" weltweit ständig neue Länder und wurde so die größte Kolonialmacht der Geschichte. Im Jahre 1921 erreichte es eine Größe von mehr als 37 Millionen Quadratkolometer, fast ein Viertel der Landoberfläche dieses Planeten. Im 20. Jahrhundert löste sich das Riesenreich nach und nach auf. 

 

„Siebenmal wird man das britische Volk sich verändern sehen", bezeichnet wohl eher alle Umgestaltungen in den genannten 290 Jahren. Eine ähnliche Symbolik findet sich auch in anderen Centurien, wie z. B. in 1:15, wo eine Zeitspanne von siebzig Kriegen im Hinblick auf Frankreich erwähnt wird. 

 

Die Hinrichtung eines Monarchen, hier Karl I. von England, war im 16. Jahrhundert ein unglaublicher Skandal. Nostradamus war selber ein überzeugter Monarchist, wie das aus seinem Brief an Heinrich II., König von Frankreich, zweifelsfrei hervorgeht. Der Seher äußert sich in der Weise, dass das britische Volk sich durch die gesetzwidrige Enthauptung des Königs „mit Blut befleckt hat."

 

Der Nostradamusforscher C. Loog hatte bereits 1921 ein gutes Gefühl für die große Bedeutung dieser Prophezeiung. Er schreibt: „Zu Zeiten des Tacitus (Germania) saß der deutsche Stamm der Bastarner jenseits der Weichsel, also in "Polen" ... Nostradamus will uns offenbar erzählen, dass 1939 mit der letzten und größten englischen Krise auch eine Krise für das wiedererstandene Polen Hand in Hand geht." Loog rechnete zum Jahr 1649, dem Todesjahr Karl I., 290 Jahre hinzu und kam so auf das Jahr 1939, in dem "die letzte bemerkenswerte Änderung in England eintreten" würde. Es war der  Beginn des 2. Weltkrieges. (Die Weissagungen des Nostradamus, 1921, J. Baum-Verlag)

 

Die Geschichte: Nach der Annektion Österreichs 1938 und der Teilung der Tschechoslowakei 1938/39 wurde Polen das nächste Ziel des Deutschen Reiches (1871-1945) unter A. Hitler. Deutschland forderte die Angliederung der Freien Stadt Danzig an das Deutsche Reich und einen exterritorialen Zugang durch den Polnischen Korridor, also durch den Landstreifen zwischen Pommern und der unteren Weichsel bzw. Ostpreußen, den das Deutsche Reich gemäß dem Versailler Vertrag von 1919 an Polen abtreten musste. Das Gebiet war zwischen 30 und 90 Kilometer breit, umfasste den größten Teil Westpreußens, Teile Pommerns und trennte die Freie Stadt Danzig und Ostpreußen vom Deutschen Reich ab. Polen existierte vor dem I. Weltkrieg nicht. Erst im Herbst 1918 war es zur Wiedererrichtung Polens gekommen. Davor grenzte das Deutsche Reich an das Kaiserreich Russland. 

 

Polen lehnte die Forderungen des Deutschen Reiches ab. Am 31. März 1939 gab Großbritannien eine Garantieerklärung für den Fall eines deutschen Angriffs auf Polen ab, an die Frankreich sich mit einer Bekräftigung der bestehenden Allianz anschloss und so zum Kriegsgegner des Deutschen Reiches wurde. Am 28. April kündigte Hitler den deutsch-polnischen Nichtangriffspakt. Am 1. September 1939 überfiel die deutsche Wehrmacht Polen und löste so den 2. Weltkrieg aus.

 

Als „Widder" wird in der Astrologie u. a. Deutschland bezeichnet, also in dieser Prophezeiung das Deutsche Reich unter Hitler (1933-1945). Es zweifelte „an seinem Bastarner Pol", an seinen ehemaligen östlichen Gebieten, da es zumindest die 1919 verlorenen deutschen Landesteile wieder eingliedern wollte. Erst nach dem II. Weltkrieg wurde bekannt, dass die Sowjetunion und das Deutsche Reich Polen auflösen wollten, d. h., sie teilten es bereits im August 1939 in einem Vertrag, dem Hitler-Stalin-Pakt, unter sich auf. 

 

Nach dem römischen Geschichtsschreiber Tacitus (55-115 n. Chr.) waren die „Bastarner" ein an der Weichsel lebender germanischer Stamm und somit ein Symbol für Polen. Und wahrscheinlich gab der Seher mit der Wahl des Wortes „Pol" für Polen noch einen zusätzlichen geografischen Hinweis. 

 

Etwas später, am 10. Mai 1940, folgte der deutsche „Schlag nach Westen". Nur sechs Wochen nach Kriegsbeginn war Frankreich besiegt und somit ironisch formuliert „keineswegs eine Stütze Deutschlands." 

 

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Anmerkungen:

 

Bild: „Argali (PSF)“ von Pearson Scott Foresman. Argali ist ein Riesenwildschaf und lebt in den Bergen Asiens, Südsebiriens, Nepals, im Altai-Gebirge usw. Bei Schafen wird das männliche Tier Widder genannt.

 

[1] Aries, lateinisch Aries "Widder", ein Sternbild, in der Astrologie Deutschland u. a.

 

[2] Bastarner "Bastarner", ein an der Weichsel lebender germanischer Stamm.

 

[3] Pol, pole „Pol", „Drehpunkt", aus lat. polus „Himmel". "Pol" kann ein zusätzlicher Hinweis auf Polen sein.

 

Kleines Wörterbuch: 

 

1. Sept „sieben" 11. Jh. set, aus lat. septum; foys, fois, „mal" 11. Jh. feiz, aus lat. vices „Wechsel"; changer, change „Tausch" 12. Jh., ist postverb. Subst. von changer „tauschen", „wechseln", nfrz. changer „ändern"; verres, voir „sehen" 10. Jh., afrz. veeir, veoir, aus lat. videre, nfrz. voir „erleben", „sehen"; gent 1. „Volk" va.; „Rasse" 11. Jh., 2. „hübsch", „zierlich" 11. Jh.; Britanique, „britisch"; 2. taintz, nfrz. tacher „beflecken"; sang „Blut" 10. Jh. aus lat. sanguis; deux „zwei" aus lat. duos; cent „hundert" aus lat. centum, cens „Zins" 13. Jh., aus lat. census; nonante „neunzig" 12. Jh., aus vlat. nonanta für lat. nonaginta; an „Jahr" 11. Jh., aus lat. annus; 3. franche, francais „französisch" 11. Jh. francois, fem. francesche 12. Jh. oder Neuableitung von France aus lat. Francia; non „nein" in Zusammensetzungen mit „nicht-", „un-" aus lat. non; point „Stich", „Punkt" 12. Jh., dann als Verstärkung der Negation in ne ... point „keinesweg"; appuy, appui „Stütze" 12. Jh., ist postverb. Subst. von appuyer „stützen", „unterstützen"; Gemanique, 1. „germanisch", 2. „deutsch"; 4. aries, aus lat. aries „Widder"; doubte, doute „Zweifel" 11. Jh., afrz. auch „Furcht", ist postverb. Subst. von douter „zweifeln", aus lat. dubitare „zweifeln", „fürchten"; son „sein" 9 Jh.; pol, pole „Pol", „Drehpunkt" 13. Jh., aus lat. polus „Himmel"; Bastarnan, „Bastarner".

 

Quellen: U. a. Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache, E. Gamillscheg, 1997.  

 

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