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Nostradamus-Visionen und ihre Bedeutung

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Kaiser Leopold I., König J. Sobieski u. Herzog Karl V. von Lothringen retten Europa

 

Beim Rhein der norischen Berge

wird ein Großer geboren aus dem Volk, das zu spät gekommen ist.

Er wird Sarmatien und Pannonien verteidigen,

sodass man nicht wissen wird, was aus ihm werden wird.

Centurie 3:58 - Lyon 1568

 

Aupres du Rin des montaignes Noriques,

Naistra un grand de gens trop tard venu:

Qui defendra Saurome & Pannoniques,

Qu'on ne scaura qu'il sera devenu.

Centurie 3:58 – Lyon 1568

 

„Ein Großer“, Leopold I., wurde am 9. Juni 1640 in Wien geboren. Von 1658-1705 war er Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, ab 1655 König von Ungarn, 1656 von Böhmen und 1657 von Kroatien und Slawonien. Seine Regierungszeit wurde auch durch den insgesamt 240 Jahre andauernde habsburgisch-französischen Gegensatz [1] wegen der Vorherrschaft in Europa beeinflusst und besonders durch Abwehrkämpfe gegen das Osmanische Reich, das der Erbfeind des Okzident, des Christlichen Abendlandes [2] und besonders des habsburgischen Österreichs war.

 

Die „norischen Berge“ gehören zu der in den Ostalpen, östlich des Inn [3] gelegenen ehemaligen römischen Provinz Noricum, welche im Norden durch die Donau [4] begrenzt wurde, dem Fluss, der in seiner Bedeutung in etwa dem „Rhein“ [5] gleich kommt. Die östliche Grenze reichte ungefähr bis St. Pölten/Österreich. Nur 60 km weiter östlich liegt Wien [6] an der Donau, in der alten römischen Provinz "Pannonien".

 

Hier also, in Wien, symbolisiert „beim Rhein der Norischen Berge“, sollte ein „Großer geboren“ werden, der „Sarmatien“ und „Pannonien“ verteidigen würde, Kaiser Leopold I.

 

Die Sarmaten siedelten einst zwischen Weichsel/Polen und Wolga/Russland, zwischen Ostsee und dem Schwarzen Meer, besonders jedoch in Südrussland und der Südukraine. Die Römer bezeichneten dieses Gebiet als "Sarmatien". Ein Teil davon erhielt auch den geografischen Namen Sarmatische Tiefebene (Ukraine/Galizien). Die Provinz „Pannonien“ reichte im Osten bis Budapest/Ungarn und südwärts die Donau entlang bis fast nach Belgrad/Serbien. Als grobe Südgrenze kann der Fluss Save (Serbien u. Kroatien) gelten, während das Gebiet im Westen bis ins heutige Slowenien reichte.  

 

Diese Bereiche waren im 16./17. Jahrhundert ganz oder teilweise vom Osmanischen Reich besetzt, das fast bis zur Südspitze von Istrien/Kroatien und vom Osten her über Budapest/Ungarn hinaus reichte, ca. 140 km von Wien entfernt.

 

Bereits Mitte des 15. Jahrhunderts mussten Ungarn und Kroatien („Pannonien“) große Gebietsverluste durch das Osmanische Reich hinnehmen. Serbien („Pannonien“) wurde ganz unterworfen. 1529 war es zur Ersten Türkenbelagerung Wiens gekommen. 1541 wurde ein großer Teil des Königreichs-Ungarn annektiert und 1593-1606 kam es zum Langen Türkenkrieg. Im Kampf 1663/64 konnte die auf Expansion drängenden Osmanen, welche sich mit ihrem Hauptheer auf den Weg nach Wien befanden, in der Schlacht bei Mogersdorf/Österreich ‚abgewehrt’ werden.

 

Ständig auf Länderraub überfielen die Türken dann 1672 die damals polnische Ukraine („Sarmatien“), das Königreich Polen-Litauen („Sarmatien“) und Lemberg in Galizien („Sarmatien“). Erschwerend kam noch hinzu, dass Leopold I. in einen Kampf in Polen (1655-1660) gegen Karl X. von Schweden eingriff, der auch die ungarische Grenze bedrohte. 1683 kam es zum letzten osmanischen Expansionsversuch zum Großen Türkenkrieg (1683-1699) und zur Zweiten Wiener Türkenbelagerung (1683).

 

Kaiser Leopold I. und sein Hof hatten Wien vorher verlassen. Er sammelte ein kaiserlich-deutsch-polnisches Heer, da zwischen ihm und dem polnischen König Johann Sobieski [7] ein Defensivbündnis bestand, für den Fall, dass die Türken Wien oder Krakau angreifen würden. König Sobieski und Herzog Karl V. von Lothringen [8] besiegten anschließend in der Schlacht am Kahlenberg/Wien („Pannonien“) die Osmanen und befreiten die Stadt aus höchster Not.

 

Dieser Sieg war auch die Einleitung des osmanischen Rückzuges vom Balkan ("Panonien") und die Beendigung der türkischen Hegemonialpolitik [9]. 1688 eroberten die kaiserlichen Truppen die Stadt Belgrad, welche seit 1521 im türkischen Besitz war. 1691 wurden die Osmanen bei Novi Slankamen (Serbien) und 1697 bei Senta (Serbien) vernichtend geschlagen.

 

Im Frieden von Karlowitz/Serbien (1699) erhielt Kaiser Leopold I. die bisher türkisch beherrschten Teile Ungarns, Siebenbürgen/Rumänien und Slawonien/Kroatien. Polen erhielt Podolien [10] mit Kamieniec Podolski und Gebiete in der Ukraine zurück. Damit hatte der Aufstieg Österreichs zur europäischen Großmacht und die Entstehung der Donaumonarchie ihren Anfang genommen.  

 

Im Hinblick auf andere europäischen Großmächte, wie z. B. Spanien, Portugal, Frankreich und Großbritannien, die auch aufgrund ihrer Kolonien als Großmächte galten, war Österreich quasi „zu spät gekommen“, die Welt war bereits aufgeteilt. Immerhin, auf dem Wiener Kongress (1814/15) wurde Österreich (Österreich-Ungarn), neben Großbritannien, Preußen, Russland und Frankreich erstmals als Großmacht bezeichnet und danach bestimmten diese fünf die europäische Ordnung.

 

Der Seher berichtet in seiner Prophezeiung jedoch nur über einen Ausschnitt, d. h. von der "Verteidigung bzw. Abwehr" der Osmanen, zumal diese von dem französischen König Ludwig XIV., einem Vetter Leopolds I., unterstützt wurden. Nostradamus berichtet hier nicht von den anderen Kriegen, wie dem Holländischen- (1672-1679), dem Pfälzischen Krieg (1688-1697) und Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714), an denen Kaiser Leopold I. während seiner 47jährigen Herrschaft beteiligt war und auch nicht von dem weiteren Werdegang des tapferen Weggefährten und Schwagers Herzog Karl V. von Lothringen. All das symbolisierte er wohl mit den Worten, „sodass man nicht wissen wird, was aus ihm werden wird.“ [11]

 

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Anmerkungen:

 

Bild: Freiheitsstatue im Jardin du Luxembourg (bis 2012).

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Statue_of_Liberty_ParisJardinduLuxembourg.JPG

© The first statue of liberty. Located in the Jardin du Luxembourg, Paris.

Date on the book November 15, 1889, 23. Oktober 2009,

Own work, Author: KeithGard.

 

[1] Als Habsburgisch-französischen Gegensatz wird in der Geschichte der von 1516 bis 1756 dauernden Konflikt zwischen dem Haus Habsburg und dem Königreich Frankreich um die Vorherrschaft in Europa beschrieben. Er beeinflusste 240 Jahre lang die gesamte europäische Macht- und Bündnispolitik verursachte zahlreiche Kriege, von denen der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) der schlimmste war. Ca. 1640 kam auch der Begriff Erbfeindschaft in Bezug auf das deutsch-französische Verhältnis auf, u. a. weil Frankreich den traditionellen „Erbfeind“ des christlichen Abendlandes und speziell des habsburgischen Österreich, das Osmanische Reich (Türkei), unterstützte. Erschwerend kamen die ab 1667 französischen Raubkriege Ludwigs XIV., (1638-1715) hinzu, die über 45 Jahre anhielten, bei denen Elsass-Lothringen annektiert und die Pfalz verwüstet wurde. Die Verwandtschaft, Leopold I. und Ludwig XIV. waren Vettern über ihre spanischen Mütter, war dem Frieden leider nicht förderlich.

 

[2] Das Abendland beinhaltete ursprünglich den westlichen Teil Europas, u. a. Deutschland, England, Frankreich, Italien und Spanien. Es wurde auch als Christliches Abendland oder Okzident (lat. occidens „Westen“) bezeichnet. Der Gegensatz ist der Orient (lat. oriens „Osten“) oder das Morgenland.

 

[3] Der Inn (Aenus lat. Name) ist ein rechter, 517 km langer Nebenfluss der Donau in der Schweiz, in Österreich und Deutschland. Die Mündung ist bei Passau/Deutschland. Der Fluss entspringt beim Malojapass im Schweizer Engadin in 2.484 m Höhe nahe dem Lunghinsee im Kanton Graubünden, nahe St. Moritz. Der Inn bildet ca. 150 km die Grenze zwischen der alten römischen Provinzen Noricum und Vindelicia, Raetia secunda, dann fließt er südwestlich ca. 367 km durch die Provinz Vindelicia/Raeti prima und weiter süd-westlich bis in die Rätischen Alpen/Schweiz/Kanton Graubünden.

 

[4] Donau (im Altertum Ister), zweitlängster Fluss Europas. Sie entspringt im südlichen Schwarzwald und mündet nach 2 850 Kilometern an der rumänischen Küste in das Schwarze Meer.

 

[5] Rhein (französisch Rhin; im Altertum Rhenus), einer der Hauptflüsse Europas. Der Rhein ist mit 1320 Kilometern der längste Fluss Deutschlands. Er fließt durch die Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Frankreich, Deutschland und die Niederlande oder an ihren Grenzen entlang, bis er in die Nordsee mündet. Er bildet sich weit oben in den Schweizer Alpen (Kanton Graubünden) aus dem Vorderrhein und dem Hinterrhein, die bei der Stadt Chur zusammenfließen. (Alte römische Provinz Vindelicia, Raetia prima).

 

[6] Wien (lat.Vindobona), Hauptstadt Österreichs, im Nordosten des Landes an der Donau gelegen. Wien war für Jahrhunderte das wirtschaftliche und politische Zentrum des österreichischen Kaiserreiches und von 1867 bis 1918 die Hauptstadt der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.

 

[7] Johann III. Sobieski, 17. 8. 1629 in Olesko, heute Oblast Lwiw/Ukraine - 17. Juni 1696, war ein polnischer Adeliger, Staatsmann, Feldherr und ab 1674, als König von Polen und Großfürst von Litauen, der gewählte Herrscher des Staates Polen-Litauen, aus dem Adelsgeschlecht der Sobieskis. Er gilt als der Retter Wiens während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung, indem er bei der Schlacht am Kahlenberg am 12. 9. 1683 mit seinen Ulanen den entscheidenden Angriff gegen die Türken führte.

 

[8] Karl V. Leopold v. Lothringen, 3. April 1643 in Wien - 18. April 1690 in Wels/Österreich, war Titularherzog von Lothringen von 1675 bis 1690. Er war der Sohn von Herzog Nikolaus Franz und Claudia von Lothringen, sowie der Schwager Kaiser Leopolds I..

 

Ab 1663 stand er in kaiserlichen Diensten, nahm an der Schlacht bei Mogersdorf gegen die Osmanen teil. 1671 kämpfte er in Ungarn unter General Johann Sporck. Bei der Belagerung von Murau in der Steiermark hatte er kommandierenden Rang. Im Jahr darauf war er Befehlshaber der kaiserlichen Kavallerie unter Raimondo Montecuccoli. In der Schlacht bei Seneffe 1674 wurde er am Kopf verwundet. Im September 1675 wurde er zum Generalissimus der kaiserlichen Armeen ernannt, und 1676 nahm er an der Belagerung von Philippsburg teil.

 

Ebenfalls im September 1675 nahm er den Titel eines Herzogs von Lothringen an, nachdem sein Onkel Karl IV. im gleichen Monat gestorben war. Er wurde auch von allen Staaten Europas – mit Ausnahme Frankreichs, das Lothringen seit langem besetzt hielt – als Herzog anerkannt. Durch seine Ehe wurde er 1678 der Schwager des Kaisers Leopold I.. 1679 wurde er zum Statthalter von Tirol und den Vorlanden ernannt.

 

Er war als kaiserlicher Feldherr (1675–88) an der Schlacht am Kahlenberg am 12. September 1683 und bei der Eroberung von Ofen 1686 entscheidend beteiligt, ebenso wie 1687 an der Rückeroberung Ungarns, Slawoniens und Transsylvaniens (Großer Türkenkrieg, Schlacht bei Mohács).

 

Im Mai 1688 trat er sein militärisches Amt an Kurfürst Max Emanuel von Bayern ab. Wenig später wurde er reaktiviert, übernahm ein Kommando im Pfälzischen Erbfolgekrieg, bei der er erkrankte. Er kehrte vorerst nach Innsbruck zurück, wollte dann aber nach Wien reisen, um mit Kaiser Leopold I. über eine umfassende Armeereform zu verhandeln.

 

Obwohl er sich nicht wohl fühlte, reiste er nach Wien, starb aber 18. April 1690 in Wels an einer Lungenembolie. Nach Voltaire soll der französische König Ludwig XIV. zu seinem Tod gesagt haben: le plus grand, le plus sage et le plus généreux de mes ennemis est mort – der größte, weiseste und großzügigste seiner Gegner sei gestorben.

 

[9] Hegemonie, altgriechisch = Heerführung, Hegemonie, Oberbefehl. Die Überlegenheit eines Staates, einer Organisation oder einer Instution in wirtschaftlicher, religiöser, politischer, militärischer oder kultureller Hinsicht. Die unterlegenen Länder haben meistens nur geringe Möglichkeiten ihre eigenen Vorstellungen durchzusetzen. Die Umsetzung scheitert sehr oft an der Übermacht und den Einflussmöglichkeiten des Hegemons (Herrscher in der Hegemonie).

 

[10] Podolien ist ein altes Gebiet in der südwestlichen Ukraine und im nordöstlichen Moldawien. In der Antike lebten dort Skythen und Sarmaten. Ein wichtiger Fluss ist z. B. der Dnister.  Eine wichtige Stadt ist die östliche Stadt Kamjanez-Podilskyj (polnisch Kamieniec Podolski), die ab 1373 zu Polen und von 1672 bis 1699 zum Osmanischen Reich gehörte.

 

[11] „Qu'on ne saura qu'il sera devenu." "Wir wissen nicht, was werden wird."

 

Kleines Wörterbuch:

 

1. aupres „daneben“ 16. Jh., ist verschmolzen aus präpositionalem au pres de „in der Nähe von“ zu substantivischem le près „die Nähe“; du „des“ für älteres deu, Rin, Rhin „Rhein“; des „von ... an“, montaignes, montagne „Berg“ 12. Jh., bedeutet der Bildung nach „Gebirge“, tritt für das untergehende mont „Berg“ ein, s. mont und monde, aus vlat. montania; Noriques, „Noricum“; 2. naistra, naitre „geboren werden“ 10. Jh., aus vlat. nascere für lat. nasci; un „einer“ 10. Jh., aus lat. unus; grand „groß“ 10. Jh., afrz. grant; de „von“, aus lat. de „von“, „betreffs“, u. ä.; gent „Volk“ v. a., „Rasse“ 11. Jh.; gens „Leute“ 11. Jh. la gent, aus lat. gens, gente „Stamm“, „Geschlecht“, „Volk“   trop „zu sehr“ 11. Jh., bedeutet afrz. „überaus“, „sehr“, „ziemlich; tard „spät“ 11. Jh. tart, aus lat. tarde; venu, venue „Kommen“, „Entwicklung“ 12. Jh., ist subst. Part. von venir „kommen“; 3. qui, 1. „welcher“ aus lat. qui, 2. „welchen“, „wen“, afrz. cui, aus lat. cui „welchem“; defendra, défendre „verteidigen“, „verbieten“ 11. Jh., afrz. defendre „verteidigen“, „abhalten“, „abwehren“, daher „verbieten“, aus lat. defendere „abwehren“, „verteidigen“; Savrome „Sauromatien“, Pannoniques „Pannonien“; 4. ne 1. „nicht“ 7. Jh. no, afrz. vorvokalisch nen, vgl. nenni, aus lat. non, 2. „weder“, „noch“ va.; devenu, devenir „werden“ 10. Jh., aus lat. devenire „herabkommen“, „wohin geraten“ u. ä. afrz. auch „herkommen von“, „geschehen“ u. ä.

 

Quellen: U. a. Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache, E. Gamillscheg, 1997.

 

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