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Nostradamus-Visionen und ihre Bedeutung

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Das Osmanische Reich u. Russland „pressen“ Persien – 1727 - Hamadan als Wende

 

 Das dritte Land, das unter dem Widder steht,

das Jahr 1727 im Oktober,

Der König von Persien wird von denen aus Ägypten gefangen.

Streit, Tod, Verluste. Für das Kreuz große Schande.

Centurie 3:77  - Lyon 1568

 

Le tiers climat sous Aries comprins,

L'an mil sept cens vingt & sept en Octobre:

Le Roy de Perse par ceux d'Egypte prins:

Conflit, mort, perte: à la croix grand opprobre.

Centurie 3:77 – Lyon 1568

 

Der Nostradamusforscher C. Loog deutet die erste Zeile dieser Centurie: „Die Sonne geht im Osten auf, das erste Zeichen des Tierkreises, den die Sonne im Laufe des Jahres durcheilt ..., ist der Widder. Es ist also ohne Weiteres zu verstehen, dass „Widder“ und der „Osten“ identisch sind. Der Vierzeiler ist also ein gekürzter Geschichtsbericht über einen Krieg eines ... östlichen Staates, des Königs von Persien und der Türken (die Herrscher über Ägypten zu Nostradamus seiner Zeit), in dem der Oktober 1727 eine Rolle spielt.[1]

 

Historiker berichten, dass nach dem Zusammenbruch des persischen Safawidenreiches (1722) [2] und einer weiteren Schwächung durch den andauernden Bürgerkrieg zwischen den schiitischen Safawiden unter Tahmasp II. [3] und sunnitisch afghanischen Paschtunen unter Aschraf Khan [4], Russland und das Osmanische Reich die Gelegenheit nutzten, um sich an ihrem Nachbarn zu bereichern. Auf Vermittlung des französischen Gesandten [5] bei dem Osmanischen Reich wurde schon 1724 ein Teilungsabkommen über Persien geschlossen. [6]

 

Russland hatte zuvor Gebiete, in Aserbaidschan, wie die Stadt Derbent und einen Teil der Region Schirwan besetzt, ebenso Dagestan, Gilan, Manzanderan und Astrabad am Kaspischen Meer, die ihnen der persische Schah Tahmasp II. 1723 abgetreten hatte. Die Osmanen, welche 1720 Georgien und einen anderen Teil von Schirwan erobert hatten, waren damit nicht einverstanden. Krieg drohte.

 

Der Vergleich oder das Teilungsabkommen vom Juli 1724 bestätigte Russland den Besitz der vorgenannten Provinzen, dem Sultan Ahmed III. (1703-1730) wurde Georgien zugesprochen und es wurde gebilligt, wenn dieser sich in einigen anderen persischen Landschaften ausbreiten würde [7], d. h. alle Territorien westlich der Linie Ardabil-Hamadan. [8] (Karte: Safawidenreich)

 

Den Propheten Nostradamus empörte wohl dieser „Kuhhandel“, zumal zwischen einem christlichen Land wie Russland und dem islamischen Osmanischen Reich, das ja zeitweise als eine Art „Erzfeind“ einiger christlicher Länder galt und er kommentierte dieses unseriöse Geschacher zulasten eines Dritten: Für das Kreuz große Schande.“

 

„Streit, Tod, Verluste“: Die osmanischen Truppen des Sultans Achmed III. fielen 1726 in Persien ein und bedrohten die Hauptstadt Ispahan. Durch große Verluste und den Mangel an Lebensmitteln wurden sie zum Rückzug gezwungen und 1726 bei Kermanschah/Persien von den Truppen des Schahs Aschraf Khan geschlagen. Verhandlungen zwischen Persern und Osmanen folgten, denenzufolge es am 3. September 1727, quasi im „Jahr 1727 im Oktober“, zum Frieden von Hamadan/Persien kam, doch die eroberten persischen Gebiete wurden nicht zurückgegeben. [9]

 

Dieser Vorgang belegt u. a., dass Persien bzw. „der König von Persien von den [symbolischen] Ägyptern [wie] gefangen“ war, eingepresst und bedroht von den großen russischen- und osmanischen Reichen. „Ägypten“ konnte als verschleierndes Symbol vom Seher gewählt werden, da es im 16. Jahrhundert zum Osmanischen Reich gehörte. (Karte: Osmanisches Reich)

 

Und doch war das „Jahr 1727“ mit dem ersten Sieg über die Osmanen eine Wende, denn die Welt gebar Nadir Khan [10], rekrutiert 1719, „der zweite Alexander“ oder „der Napoleon Persiens“ genannt, General von Tahmasp II. (1722, 1729-1732). Er war den Bedrängern gewachsen und konnte als späterer persischer Schah (1736-1747) die früheren Grenzverhältnisse zwischen Persien und dem Osmanischen Reich in etwa wieder herstellen.

 

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Anmerkungen:

 

Bild: Ashraf Shah Hotaki 1725-1729, Autor: Maulvi Abdurab Ahadi

 

[1] Die Weissagungen des Nostradamus, C. Loog, 1921, S. 27

 

[2] Sultan Hosein, geb. in Isfahan/Persien. Die Safawiden waren eine Fürstendynastie in Persien von 1501-1722. Schiitische Muslime (Staatsreligion). Schah von Persien 1694-1722.

 

Stärkung des Schiitentums und wachsende Intoleranz gegenüber islamischen Suniten, Juden u. Christen (Armenier). – Muslimische Sunniten u. Zoroastrier (Zarathustra) in Persien sollten zwangsweise zum schiitischen Islam bekehrt werden. Verbot v. Alkohol u. Opium, Schariaanwendung. - 1717-1720 Rebellion der Sunniten aus Kurdistan u. Schirwan u. Aufstand der sunnitischen afghanischen Paschtunen vom Stamm der Ghilzai unter Mir Mahmud Hotaki mit Angriffen gegen Kerman/Persien 1719 u. 1721, Yazd/Persien 1722 u. einer Belagerung der Hauptstadt Isfahan/Persien v. März bis Okt. 1722. - Okt. 1722: Aufgabe des schiitischen Schahs Sultan Hosein u. die Anerkennung Mir Mahmud Hotakis als neuen Schah Persiens. - 1725 tötet Schah M. M. Mahmud H. fast alle safawidischen Prinzen. - Hosein, Schah a. D., blieb weiterhin Gefangener. Sein Sohn Tahmasp II. konnte bei der Belagerung 1722 frühzeitig fliehen, um ein neues Heer aufzustellen. - Herbst 1726: Der osmanische Gouverneur von Bagdad Ahmad Pascha marschiert in Richtung Isfahan/Persien. Schah Aschraf Khan (1725-1729), vom Stamm der afghanischen Ghilzai, lässt den gefangenen ehemaligen Schah Hosein 1726 hinrichten u. schickt seinen Kopf an die Osmanen.

 

Mir Mahmud Hotaki, geb. in Isfahan/Persien vom Stamm der Ghilzai, afghanischer Paschtune (ostiranisch- sprachiges Volk), sunnitischer Muslim, Schah von Persien 1722-1725.

 

Vater: Mir Wais Hotak, Führer der Ghilzai in Kandahar/Afghanistan, † 1715. - Nachfolger: Sohn Mir Mahmud Hotaki. - Schah Sultan Hosein v. Persien machte ihn zum Gouverneur von Kandahar/ Afghanistan. – M. M. Mahmud wollte jedoch alles. - Seine Feldzüge: Gegen Kerman/Persien 1719 u. 1721, Belagerung von Yazd/Persien 1722. - Belagerung der Hauptstadt Isfahan/Persien v. März bis Okt. 1722, bis 80.000 Tote. - Okt. 1722: Aufgabe des safawidischen u. schiitischen Schah Hosein u. seine Anerkennung Mir Mahmud Hotakis als neuer Schah Persiens, der die sunnitische Hotaki-Dynastie gründete. 1725 tötet Schah M. M. Mahmud H. fast alle safawidischen Prinzen. - Hosein, Schah a. D., war weiterhin Gefangener. – Schah M. M. Mahmud H. verfiel dem Wahnsinn und starb im April 1725.

 

[3] Tahmasp II., geb. in Sabzevar/Persien, die Safawiden waren eine Fürstendynastie in Persien von 1501-1722, schiitische Muslime (Staatsreligion). Schah von Persien 1729-1732.

 

Herrscher der Safawiden-Dynastie. Sohn von Sultan Hosein (1694-1722). Tahmap II. ernannte sich im November 1722 zum neuen Herrscher u. wurde erst im November 1729 gekrönt. Er war frühzeitig aus Isfahan/Persien geflohen (1722) u. konnte daher nicht wie seine Brüder von M. M. Mahmud H. ermordet werden. - Russland erobert 1722/23 Derbent u. Baku am Kaspischen Meer. Friedensvertrag in Sankt Petersburg im Sept. 1723 m. Tahmasp II. Er musste die Provinzen Schirwan, Gilan, Mazandaran u. Gorgan am Kaspischen Meer an Russland abtreten. - Die Osmanen besetzen 1723/24 große Teile Aserbaidschans, Georgiens u. im Westen Städte wie Hamadan u. Kermanschah in Persien. - Tahmasp II., die Stämme Afscharen, Kadscharen u. sein General Nadir Khan bekämpften im Bürgerkrieg erfolgreich die sunitisch-paschtunischen Afghanen. - In der Hauptstadt Isfahan/Persien herrschte noch der Nachfolger von M. M. Mahmud H., sein Cousin u. sunitischer Paschtune,  Aschraf Khan (1725-1729), der von Tahmasp II. seinem General Nadir Khan besiegt wurde. Ende 1729 war Tahmasp II. wieder in der Hauptstadt Isfahan/Persien zurück. Die schiitischen Safawiden waren erneut an der Macht. - Nadir Khan konnte auch die Osmanen zurückdrängen. Tahmasp II. wurde 1732 durch Nadir Khan abgesetzt, der sich im März 1736 selbst zum Schah (1736-1747) krönte. Die Afschariden-Dynastie begann, die Safawiden-Dynastie war endgültig vorbei. Tasmasp II. u. sein Sohn Abbas III. wurden 1740 getötet.

 

[4] Aschraf Khan,vom Stamm Ghilzai, afghanische Paschtunen (ostiranisch- sprachiges Volk), sunnitische Muslime, Schah von Persien 1725-1729.

 

Herrscher aus der Hotaki-Dynastie. Nachfolger von Mir Mahmud Hotaki, Schah 1722-1725. Neffe des Mir Wais Hotak aus Kandahar. Bürgerkriegsgegner des Safawiden Tahmasp II., Schah (1722) 1729-1732, Sohn des Hosein. Das Reich verfiel unter dem Druck des Russen, der Osmanen u. des persischen Widerstandes. Als die Osmanen in Persien einmarschierten, ließ Aschraf Khan den ehemaligen Sultan Hosein 1726 hinrichten und schickte seinen Kopf an die Osmanen. Aschraf Khan besiegte 1726 die Osmanen bei Kermanschah/Persien. Verhandlungen folgten, die zu  einem Friedensvertrag in Hamadan am 3. September 1727 führten. Ende September 1729 wurde Aschraf Khan von Nadir Khan, General des Safawiden Tahmasp II., in der Schlacht bei Damghan/Persien besiegt. Beim Rückzug nach Kandahar (Afghanistan) wurde er ermordet, was zum Ende der Hotaki-Dynastie führte.

 

[5] Die Beziehungen zwischen Frankreich und dem Osmanischen Reich waren gut, auch bedingt durch den habsburgisch*-französischen Gegensatz, einen dauernden Konflikt zwischen 1516 und 1756 um die Vorherrschaft in Europa. Diverse militärische Auseinandersetzungen waren die Folge, einschließlich des Dreißigjährigen Krieges. - Österreich und das Osmanische Reich führten fast ständig Krieg. Von 1526 bis 1739 kam es zu sieben österreichisch-türkischen Kriegen. (* österreichische Monarchie)

 

Johann Baptist Schels berichtet: „Als Ludwig XV. (König v. Frankreich, 1715-1774) den Thron bestieg, ließ Achmed 1721 (Achmed III., 1703-1730, Osm. Reich) seinen Glückwunsch durch einen Gesandten nach Paris überbringen, der zugleich die freundschaftlichen Verhältnisse zwischen der Pforte und Frankreich befestigen sollte. Von diesem Bevollmächtigten wurde nach seiner Rückkehr, zu Konstantinopel die erste Buchdruckerei eingerichtet. Geschichte des südöstlichen Europa unter der Herrschaft der Römer und Türken, 1827, Johann Baptist Schels, Seite 657.

 

[6] Der osmanische Staat 1300-1922, Klaus Kreiser, 2008, S. 32.

 

[7] Geschichte des südöstlichen Europa unter der Herrschaft der Römer und Türken, 1827, J. B. Schels, S. 656-657.

 

[8] www.universal_lexikon.de

 

[9] Allgemeine Weltgeschichte: mit besonderer Berücksichtigung der..., Th 2., Band 5, Manz, 1841, S. 360.

 

[10] Nadir Schah Afschar, 1688-1747, Schah Persiens 1736-1747, gründete die Afschariden Dynastie. Beinamen: „zweiter Alexander“, „Napoleon Persiens.

 

Unter Nadir Schah A. reichte Persien vom Indus (Fluss/Pakistan) bis zum Kaukasus (Gebirge zwischen Schwarzen- u. Kaspischen Meer) u. bis zum Südufer des Persischen Golfs (Bahrain, Oman). – Seine Mutter wurde von den Usbeken versklavt, er selbst wurde von den Afscharen aufgenommen. – 1719 vom Safawiden Tahmasp II., Sohn des Schah Hosein, rekrutiert und zum General ernannt. - Im September 1729 besiegt Nadir im persischen Bürgerkrieg die sunnitischen Paschtunen unter Aschraf Khan bei Damgham/Persien. 1729: Tahmasp II. wird Schah von Persien. General Nadir wird sein Staatsverweser (Verwalter eines Staates) und Vizekönig. – Nadir setzt Tahmasp II. ab u. schickt ihn nach Khorasan/Persien ins Exil. Nachfolger wird der ca. einjährige Sohn von Tahmasp II., genannt Abbas III. - 1736 krönt sich Nadir selbst zum Schah. – Er gewann die vom Osmanischen Reich geraubten Gebiete zurück. 1738 erobert er Kandahar, Ghazni u. Kabul in Afghanistan, Lahore in Pakistan, besiegt die Mogulen in Indien u. plündert die Hauptstadt Dehli/Indien. 1739 verließ er mit Tausenden jugendlichen Sklaven u. einer Beute von ca. 126 Millionen Euro die Stadt. Die Perser mussten drei Jahre keine Steuern zahlen. – 1740 Eroberung von Bahrein u. Oman (1743) im Osten der Arabischen Halbinsel. – 1746 vertraglicher Zugewinn der Stadt Nadchaf/Irak. – 1747 ermordeten ihn seine eigenen Generäle.

 

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Kleines Wörterbuch

 

1. le, les la, 1. „der, die“ usf., 2. „ihn“, „sie“; tierce „dritte Tagesstunde“, „Terz“, „Steuerdrittel“ 12. Jh., aus lat. tertia „dritte Stunde“, „Drittel“, s. tiers; climat „Klima“ 14. Jh., aus lat. (griechisch) (clime, climate), „Neigung der Erde gegen die Pole vom Äquator“, „Klima“, anderseits „Gegend“; sous „unter“ 10. Jh. soz, aus dem lat. Adverbium subtus „unterhalb“; Aries „Widder“; comprimer „zusammendrücken“ 14. Jh., aus lat. (comprimere); 2. mil „tausend“ 12. Jh., aus lat. mille; sept „sieben“ 11. Jh. set, aus lat. septum; cent „hundert“ aus lat. centum, cens „Zins“ 13. Jh., aus lat. census; vingt „zwanzig“ 12. Jh. vint aus lat. viginti; en „in“, „auf“ 9. Jh., afrz. auch „unter“, „zwischen“; Octobre „Oktober“; 3. roi „König“ 9 Jh. rei, aus lat. rex, rege, royal „königlich“ 12. Jh. reiel, reial, aus lat. regalis „königlich“; de „von“, aus lat. de „von“, „betreffs“, u. ä.; perse „Persien“; par „durch“, „gemäß“, „mittels“ u. ä. 11. Jh.; ceux, celui, celle, celles „derjenige“ usf., ist afrz. die substantivische Form von cel, celle; Egypte „Ägypten“; prise „Ergreifen“, „Einnahme“, „Griff“ u. ä. 12. Jh.; 4. conflit „Reibung“, „Streit“ 12. Jh., aus lat. (conflictus); mort 1. „Tod“ 9 Jh. aus lat. morte, 2. „tot“ 10. Jh., aus lat. mortunus; perte „Verlust“ 11. Jh., aus vlat. perdita, d. i. subst. Part. von perdere „verlieren“; croix „Kreuz“ 11. Jh. croiz, aus lat cruce; grand „groß“ 10. Jh., afrz. grant, opprobre „Schande“ 12. Jh., aus lat. (opprobrium).

 

Quellen: U. a. Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache, E. Gamillscheg, 1997. 

 

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