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Nostradamus-Visionen und ihre Bedeutung

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1923: Ende des Osmanischen Reiches. Völkerbundmandat für Syrien u. Libanon an Frankreich

 

Es gibt ein neues Gesetz, um ein neues Land zu besetzen.

In Richtung Syrien, Judäa und Palästina.

Das große barbarische Reich wird untergehen,

bevor Phoebe seinen Zyklus beendet hat.

Centurie 3:97 – Lyon 1568

 

Nouvelle loy terre neuve occuper,

Vers la Syrie, ludee & Palestine:

Le grand empire barbare corruer,

Avant que Phebés son siecle determine.

Centurie 3:97 – Lyon 1568

  

Im Oktober 1914 trat das Osmanische Reich auf der Seite Deutschlands und Österreich-Ungarns in den Ersten Weltkrieg ein. Es hoffte auf einen deutschen Sieg und versprach sich dadurch eine Festigung des eigenen Machtbereichs, hatte es doch von ca. 1300 n. Chr. an, durch die über mehrere Jahrhunderte andauernde Annektierung anderer Länder, fast ein kleines Weltreich geschaffen, das sich letztendlich über drei Kontinente erstreckte, von Algerien im Westen bis zur iranischen Grenze im Osten und von Ungarn, dem Balkan und der Krim im Norden bis zum Jemen im Süden, Ägypten eingeschlossen (Karte). Das Zentrum bildete das Gebiet der heutigen Türkei.

 

Die Engländer kämpften 1917/18 in Palästina und Syrien siegreich gegen die osmanische Truppen. Am 1. Oktober 1918 fiel Damaskus/Syrien. Dadurch war die osmanische Herrschaft in „Syrien, Judäa, Palästina“ und dem Libanon beendet. 1922 wurde vom Völkerbund [1], in Bestätigung der Beschlüsse der britisch-französischen Konferenz von San Remo (1920), das Völkerbundmandat für Syrien, Libanon und die heutige türkische Provinz Hatay (Mandat francais en Syrie) an Frankreich erteilt (Karte) . Der Prophet Nostradamus faste das in seiner Symbolsprache mit den Worten zusammen: Es gibt ein neues Gesetz, um ein neues Land zu besetzen. In Richtung Syrien, Judäa und Palästina.“

 

Der Seher bezeichnete als guter Christenmensch das islamische Osmanische Reich als „barbarisch“, denn es hatte Sitten und Gebräuche, die den westlichen Ländern fremd waren. So kam es zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert beim Amtsantritt eines neuen Sultans oft zum Brudermord, d. h., die männlichen Geschwister als mögliche Konkurrenz wurden ermordet. Sultan Mehmed II. (1444-1481) hatte den Brudermord sogar gesetzlich legitimiert, dann, wenn es die „Ordnung der Welt“ erfordern würde mit der Folge, dass z. B. Mehmed III., Sultan von 1595 bis 1603, neunzehn seiner Brüder hinrichten ließ. Später wurde das Gesetz aufgehoben, aber die Brüder eines Sultans mussten jetzt ihr Leben in einem Gefängnis verbringen.

 

Besonders traurig für Eltern in den besiegten Ländern war die von den Osmanen durchgeführte „Knabenlese“. Man entführte männliche Kinder, ließ sie zu fanatischen Muslimen erziehen und setzte sie im Militär- und Verwaltungsdienst des Reiches ein. Sie waren auch als „Janitscharenkorps“ bekannt, bildeten eine Elitetruppe und stellten die Leibwache des Sultans.

 

Um ihr Reich zu erhalten und zu erweitern, führten die Osmanen fast ständig Krieg [2], mit all seinen schlimmen Folgen. Doch der Seher, mithilfe seines hoch entwickelten Helfers aus den anderen Sphären, prophezeite: Das große barbarische Reich wird untergehen, bevor Phoebe seinen Zyklus beendet hat.“

 

Phoebe ist ein Beiname der Mondgöttin Luna. Es müsste also heißen, „bevor der Mond seinen Zyklus beendet hat“ und der wiederholt sich alle 19-, der Sonnenzyklus alle 28 Jahre. Astronomisch gesehen sind das kurze Zeiten, sodass Nostradamus auch den Sonnezyklus als nahes Ende des Reiches hätte verwenden können. Doch er zog den Mond als Symbol vor, da dieser auf der Flagge der Osmanen als Mondsichel enthalten war und ist. Diese Symbolik verwendet er auch in der Centurie 1:49, als er davon spricht, dass "die aus dem Osten mit der Kraft des Mondes ... große Beute machen würden."

 

Wie gesagt, auf der britisch-französischen Konferenz von San Remo (1920) erhielt Frankreich das Mandat für die vormals osmanischen Gebiete Syrien und Libanon, welches der Völkerbund 1922 ratifizierte [3]. In diesem Sinne gab es für Frankreich "ein neues Gesetz, um ein neues Land zu besetzen." 1923 erfüllte sich dann die Vorhersage "das große barbarische (Osmanische Reich) wird untergehen" endgültig, denn es wurde aufgelöst. Die Türken erhielten nur ein kleines Gebiet westlich von Konstantinopel/Türkei. Die übrigen Bereiche wurden dem Völkerbund unterstellt oder wurden unabhängig.

 

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Anmerkungen:

 

Bild: © Nadeln der Libanonzeder, Cedrus libani

 

© Karte des französischen Völkerbundmandats für Syrien und Libanon und der darin geschaffenen Staaten, 1922. Quellen: Philip Shukry Khoury: Syria and the French Mandate. The Politics of Arab Nationalism, 1920-1945.  Princeton University Press, Princeton 1987, ISBN 978-0-691-05486-5. Naval Intelligence Division (Hrsg.): Syria (= Geographical Handbook Series. B.R. 513). Oxford University Press, Oxford 1943, S. 4.

 

[1] Der Völkerbund war der Vorläufer der Vereinten Nationen (UNO) mit Sitz in Genf/Schweiz mit der Aufgabe, den Frieden dauerhaft zu sichern. Seine Arbeit begann 1920 und endete 1946.

  

[2] Diverse Eroberungskriege zwecks Schaffung des Osmanischen Reiches, 1299-1422.

 

Kriege des Osmanischen Reiches von 1423 – 1918:

 

1. Venezianischer Türkenkrieg, 1423-1430

2. Venezianischer Türkenkrieg, 1463-1479

3. Venezianischer Türkenkrieg, 1499-1503

     Belagerung von Rhodos, 1522-1523

1. Österreichischer Türkenkrieg, 1526-1555
4. Venezianischer Türkenkrieg, 1526-1555

     Belagerung von Malta, 1565-1565

2. Österreichischer Türkenkrieg, 1566-1568

1. Russischer Türkenkrieg, 1568-1570

5. Venezianischer Türkenkrieg, 1570-1573

3. Österreichischer Türkenkrieg, 1593-1606

1. Polnischer Türkenkrieg, 1620-1621

2. Polnischer Türkenkrieg, 1633-1634

6. Venezianischer Türkenkrieg, 1645-1669

4. Österreichischer Türkenkrieg, 1663-1664

3. Polnischer Türkenkrieg, 1672-1676

2. Russischer Türkenkrieg, 1676-1681

4. Polnischer Türkenkrieg, 1683-1699
5. Österreichischer Türkenkrieg, 1683-1699
3. Russischer Türkenkrieg, 1683-1699
7. Venezianischer Türkenkrieg, 1683-1699

4. Russischer Türkenkrieg, 1710-1711

8. Venezianischer Türkenkrieg, 1714-1718
6. Österreichischer Türkenkrieg, 1714-1718

7. Österreichischer Türkenkrieg, 1736-1739
5. Russischer Türkenkrieg, 1736-1739

6. Russischer Türkenkrieg, 1768-1774

8. Österreichischer Türkenkrieg, 1787-1792
7. Russischer Türkenkrieg, 1787-1792

    Ägyptische Expedition der Franzosen, 1798-1801

8. Russischer Türkenkrieg, 1806-1812

9. Russischer Türkenkrieg, 1828-1829

10. Russischer Türkenkrieg, 1853-1856

11. Russischer Türkenkrieg, 1877-1878

      Erster Weltkrieg, 1914-1918

 

[3] Konferenz von Sanremo, April 1920: Der Oberste Rat der Alliierten Mächte, Frankreich, Großbritannien und Italien, beschloss für die ehemaligen Gebiete des Osmanischen Reiches verschiedene Mandate. Das Völkerbundmandat für Syrien und Libanon erhielt Frankreich. Palästina, das Britische Mandat Mesopotamien (Irak) und den kurdischen Nordirak bekam Großbritannien. Frankreich erhielt von Großbritannien das Recht auf ein Viertel der nordirakischen Erdölforderung. Im Juli 1922 ratifizierte der Völkerbund die Mandate.

   

Kleines Wörterbuch

1. Nouvelle „Nachricht“, „Neuigkeit“ 11. Jh., afrz. novele „Neuigkeit“, „Kunde“ auch „Äußerung“, „Handel“, „Sache“; loy, loyal „gesetzmäßig“, „aufrichtig“ 12. Jh., aus lat. legalis „gesetzlich“, „den Gesetzen gemäß“; terre „Erde“ 10. Jh., aus lat. terra; neuve „neu“; occuper „besetzen“ 12./13. Jh., aus lat. (occupare); 2. vers 1. „Vers“ 12. Jh. bedeutet afrz. auch „Lied“ u. ä., aus lat. (versus) „Vers“, 2. „gegen... hin“, „nach... hin“ 11. Jh., aus lat. versus, versum; Syrie „Syrien“; Iudee „Judäa“; Palestine „Palästina“; 3. le, les, la, 1. „der, die“ usf., 2. „ihn“, „sie“; grand „groß“ 10. Jh., afrz. grant; empire „Herrschaft“ 11. Jh. emperie, aus lat. imperium; barbare „barbarisch“, „ungesittet“ 14. Jh., aus lat. (barbarus); 4. avant „vor“ ist afrz. räumlich und zeitlich verwendet, s. aber devant „voran“, „vor“ 11. Jh., afrz. auch davant; que „welcher“, „was“, „dass“; Phebés „Phoebe“; son „sein“ 9 Jh.; siecle „Jahrhundert“, „Laienwelt“ 10. Jh. in der zweiten Bedeutung, aus lat. seculum „Jahrhundert“, „das ird. Leben“; determiner „festsetzen“, „bestimmen“ 12. Jh. aus lat. (determinare).

 

Quellen: U. a. Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache, E. Gamillscheg, 1997.

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