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Nostradamus-Visionen und ihre Bedeutung

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Astronomenverfolgung, Verbot ihrer Bücher u. Galileo musste zu Kreuze kriechen

Die Zahl der Astronomen wird stark anwachsen,

verjagt, verbannt und [ihre] Bücher zensiert.

[Um] das Jahr 1607, [die] heilige Inquisition [bewirkt],

dass keiner vor den Geistlichen sicher sein wird.

Centurie 8:71 – Lyon 1568

 

Croistra le nombre si grand des astronomes

Chassez (chassée gejagt), bannis & livres censurez,

L'an mil six cens & sept par sacre glomes,

Que nul aux sacres ne seront asseurez.

Centurie 8:71 – Lyon 1568

 

Es war das Jahr 1607, als englische Kaufleute mit Jameston/Virginia die erste Siedlung der Engländer in Nordamerika gründeten und als im „Achtzigjährigen Krieg“, im April des gleichen Jahres, die niederländische Flotte in der „Schlacht bei Gibraltar“ zwei Drittel der spanischen Schiffe versenkte und als Hans Lipperhey, Johannes Kepler, Galileo Galilei und andere die ersten Fernrohre planten und kurze Zeit später bauten. Bereits 1609 wurden die sogenannten Teleskope in Paris, Deutschland und Italien verkauft.

 

Die Wissenschaft hatte die „Tore des Himmels“ geöffnet und Forscher wie Kepler, Kopernikus und Galilei führten die astronomischen kirchlichen Lehren ad absurdum, d. h., sie wiesen deren Widersinnigkeit nach. Doch im Vatikanstaat in Italien waren sich Papst und Klerus einig, „dass die Sonne am Himmel ist und sich mit ungeheurer Geschwindigkeit um die Erde dreht und das die Erde vom Himmel sehr weit entfernt ist, im Zentrum des Weltalls und unbeweglich.“ [1] Die katholische Kirche war fixiert und ergab sich dem Stillstand, beharrte aber auf ihren alten Erkenntnissen und setzte die Inquisition gegen die Astronomen ein.

 

Durch die neue Technik und die gewonnenen Erkenntnisse der Astronomen, 'wuchs ihre Zahl stark an’ und auch die Produktion von Büchern hatte sich durch die Erfindung des Buchdrucks erheblich ausgeweitet.

 

Doch Bücher von Astronomen und Astrologen wurden auf den Index Romanus, dem „Verzeichnis der verbotenen Bücher“ gesetzt, deren Lektüre eine schwere Sünde war, im Extremfall sogar zur Exkommunikation führen konnte. Betroffen waren z. B. Bücher von Johannes Keppler, Naturphilosoph, Mathematiker, Astronom, Astrologe, Optiker und evangelischer Theologe; von A. Foscarini, Schriftsteller und Botschafter und von N. Kopernikus, Jurist, Arzt, Mathematiker und Astronom.

 

Der römische Schriftsteller Piccinardi wurde 1605 hingerichtet, weil er ein Manuskript verfasst hatte, in dem er Papst Clemens VIII. mit dem römischen Kaiser Tiberius verglichen hatte. Er wurde bei der Inquisition angezeigt. Viele baten um Milde. Doch eines Morgens hing der arme Piccinardi tot an der Engelsbrücke in Rom [2], die längere Zeit eine Hinrichtungsstätte war, auf der auch Köpfe und Gliedmaßen von Verbrechern und Gegnern der Päpste zwecks Abschreckung aufgestellt wurden.

 

Auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse von Galileo Galilei, italienischer Philosoph, Mathematiker, Physiker und Astronom, waren unerwünscht. „Papst Paul der V. (1605-1621) ..., bei allen als Philister bekannt, übergab seinen Fall der Indexkongregation.“ Galileo durfte seine Ansichten nicht lehren, verteidigen und nicht diskutieren und man drohte ihm mit dem Gefängnis. [3]

 

Später, am 22. Juni 1633, wurde der seit Längerem inhaftiere Ketzer vor das Inquisitionstribunal gebracht, um ihn zu verurteilen. Er sollte seinen angeblichen Verstoß gegen den katholischen Glauben widerrufen. Der alte Mann musste niederknien, ein Büßerhemd anziehen und seine Schuld gestehen: „nämlich für wahr gehalten und geglaubt zu haben, dass die Sonne der Mittelpunkt der Welt und unbeweglich und die Erde nicht Mittelpunkt sei und beweglich“ und gelobte feierlich, diesen „Irrtum und Sektiererglauben“ nie zu wiederholen. [4]

 

Der Widerruf wurde vervielfältigt und in ganz Europa verbreitet, damit alle erfahren konnten, dass der zu jener Zeit berühmteste Wissenschaftler Europas durch ein Machtwort der heiligen Inquisition zu Kreuze gekrochen war, als Triumph des katholischen Glaubens über die Selbstüberhebung weltlicher Gelehrsamkeit. [5]

 

Die gleiche Gefahr drohte allen anderen Astronomen: „Verjagt, verbannt und [ihre] Bücher zensiert.“

 

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Anmerkungen:

 

Bild: Spiralgalaxie NGC 6946, 30. 1. 2005

 

[1] Gottes erste Diener, Die dunkle Seite des Papsttums, 1989, Peter de Rosa, S. 279, 280

 

[2] Albert Christian Sellner, Immerwährender Päpstekalender. Frankfurt 2006 (Die andere Bibliothek 260). http://www.physiologus.de/unaufgereg.htm

 

[3] Gottes erste Diener, Die dunkle Seite des Papsttums, 1989, Peter Rosa, S. 279, 280.

 

[4] Tragisches Missverständnis, Der Spiegel 23/1998, 1.6.1998

 

[5] Tragisches Missverständnis, Der Spiegel 23/1998, 1.6.1998

 

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Kleines Wörterbuch

 

1. Croistra, croissance „anwachsen“ 12. Jh., aus lat. crescentia; le, les, la, 1. „der, die“ usf., 2. „ihn“, „sie“; nombre „Zahl“ 12. Jh., aus lat. numerus; si „wenn“ 9. Jh. afrz. se; grand „groß“ 10. Jh., afrz. grant; des „von ... an“, astronomes, astronomie „Sternkunde“ 12. Jh., aus lat. (astronomia); 2. chassée „gejagt“, „vertrieben“, chasse „Jagd“ 12. Jh., aus vlat. captia; bannir „verbannen“ 12. Jh. „öffentlich ausrufen“, „einberufen“, „verbieten“, aus grom. *bannire; livre „Buch“ 11. Jh., aus lat. (liber) „Bast“; censure „Zensur“ 14. Jh., aus lat. (censura). Dazu seit dem 16. Jh. die Abl. censurer „öffentlich tadeln“; 3. an „Jahr“ 11. Jh., aus lat. annus; mil „tausend“ 12. Jh., aus lat. mille; six „sechs“ 12. Jh. sis aus lat. sex; cent „hundert“ aus lat. centum; sept „sieben“ 11. Jh. set, aus lat. septum; par „durch“, „gemäß“, „mittels“ u. ä. 11. Jh.; sacre „Weihe“ 12. Jh., ist postverb. Subst. von sacrer „weihen“, „fluchen“, 12. Jh., aus lat. (sacrare) „weihen“; glomes, lat. glomus u. a. „Knäuel“, „Ballen“, „Kloß“; 4. que „welcher“, „was“, „dass“; nul „keiner“ 9. Jh., aus lat. nullus; ne 1. „nicht“ 7. Jh. no, afrz. vorvokalisch nen, vgl. nenni, aus lat non, 2. „weder“, „noch“ va.; seront „werden“; assurer „versichern“ 12. Jh., afrz. asseurer „beruhigen“, „versichern“, „beteuern“, refl. „sich verlassen auf“, „sehr ruhig halten“ u. ä. , aus vlat. *assecurare zu lat. securus „sicher“.

 

Quellen: U. a. Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache, E. Gamillscheg, 1997. 

                   

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