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Nostradamus-Visionen und ihre Bedeutung

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Die Machtergreifung O. Cromwells, Feldherr und Lordprotektor in England.

 

Mehr Metzger als ein König in England.

Von dunkler Herkunft wird er durch Gewalt an die Herrschaft kommen.

 Ein Feigling, ohne (katholischen) Glauben und Gesetz lässt er das Land zu Ader.

Seine Zeit naht sich bald, das ich seufze.

Centurie 8:76 - Lyon 1568

 

Plus Macelin que roy en Angleterre,

Lieu obscur nay par force aura l'empire:

Lasche sans foy, sans loy saignera terre,

Son temps s'approche si pres que ie souspire.

Centurie 8:76 - Lyon 1568

 

Der Prophet Nostradamus starb in Jahre 1566. Auf die nachfolgenden Königinnen und Könige in England, beginnend mit Elisabeth I. (1558-1603) bis zu Maria II. (1689-1694) sind die Bezeichnungen „Metzger“ oder „Schlächter“, bei Berücksichtigung der Sitten und Gebräuche jener Zeit, nicht anzuwenden.

 

Auffallend ist jedoch die „Zeit“ des Oliver Cromwell [1] (1599 - 1658), der Lordprotektor von England, Schottland und Irland war. Erst einfacher Abgeordneter des englischen Parlamentes wurde er im Bürgerkrieg (1639-1651) gegen König Karl I. Organisator, dann Feldheer des Parlamentsheeres.

 

Der symbolische „dunkle Ort“ kann mit „dunkler Herkunft“ übersetzt werden, da sein Vater der Landadlige Robert Cromwell von Catherine Cromwell, einer älteren Schwester des Thomas Cromwell, abstammte, der als Lordsiegelbewahrer Heinrich VIII. (König: 1509-1547) die Trennung der Kirche von England von der Katholischen Kirche in Rom organisiert hatte, was für einen katholischen Gläubigen sicher äußerst „dunkel“, eher eine Todsünde war.

 

England, Schottland und Irland befanden sich im Bürgerkrieg und eine Schlacht reihte sich an die andere. Anhänger des absolutistischen Königs Karl I. (1625-1649) kämpften gegen die Truppen des englischen Parlamentes. Das ‚Land wurde [dabei] zur Ader gelassen’. Ursächlich waren die Diskrepanzen zwischen den christlichen Gruppen, Katholiken, Anglikanern, Puritanern und Presbyterianern.

 

Cromwell, Puritaner [2], mit seiner Parlamentsarmee gewann ständig mehr Schlachten und kam so "durch Gewalt an die Herrschaft", auch motiviert durch den Glauben. Augenzeugen berichteten: „Die Offiziere hielten die Gottesdienste ab und sprachen die Gebete; ... und alle sangen Hymnen und Psalmen, wenn sie ins Gefecht zogen und riefen Gott den Allmächtigen an, wenn sie ihre Feinde erschlugen.“

 

Dabei kam auch zu Exzessen, als z. B. in Irland die katholische Bevölkerungsmehrheit die protestantischen englischen Neusiedler bekämpften, sodass ca. 30.000 Engländer getötet wurden oder erfroren, weil man sie bei großer Kälte nackt vertrieben hatte. Als später die englischen Parlamentstruppen unter Cromwell in Irland den Aufstand niederschlugen, war das mit furchtbaren Ausschreitungen verbunden, die von manchen Historikern als „genozidal“ bezeichnet wurden. [3]

 

Die Lage in England war letztendlich so verworren, dass Verhältnis zum König so ramponiert, dass Cromwell zum Schluss mit aller Kraft die Hinrichtung Karl I. betrieb, der dann auch am 30. Januar 1649 öffentlich enthauptet wurde.

 

Der mitleidende Monarchist Nostradamus drückte seine Enttäuschung über Cromwell mit den Worten aus: „Ein Feigling, ohne (katholischen) Glauben und Gesetz lässt er das Land zu Ader.“

 

England wurde eine Republik. Oliver Cromwell regierte nach den Bürgerkriegen das Commonwealth of England und wurde Lordprotektor von England, Schottland und Irland.

 

"Seine Zeit naht sich bald", denn es waren seit dem Tode von Michel de Nostradmus im Jahre 1566 bis zum Erscheinen von Oliver Cromwell auf dieser Welt (1599), nur 33 Jahre vergangen. Eine kurze Zeit, wenn man bedenkt, dass die Visionen des Sehers sogar bis ins 4. Jahrtausend reichen sollen. Schon im 17. Jahrhundert wurde diese Vision auf Oliver Cromwell bezogen. Die bekannten Nostradamusforscher, wie z. B.  Dr. Chr. Wöllner, Dr. N. Centurio, J. C. Pfändler und der Wissenschaftsjournalist und Astrologe Kurt Allgeier, schlossen sich der Deutung an.

 

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Anmerkungen:

 

Bild: Cromwell als Feldherr um 1649, Gemälde von Robert Walker.

 

[1] Oliver Cromwell (1599 - † 1658) war Lordprotektor von England, Irland und Schottland. Abgeordneter des englischen Unterhauses. Im Bürgerkrieg des Parlaments gegen König Karl I. Organisator und Feldherr des Parlamentsheeres. Während seiner Studienzeit in Cambridge kam O. Cromwell erstmals mit den Ideen des Puritanismus in Berührung.

 

[2] Puritanismus war vom 16. bis zum 18. Jh. eine Reformbewegung in England, Schottland und in den Kolonien Englands in Nordamerika, die für eine weitreichende Erneuerung der Kirche nach evangelischen bzw. calvinistischen Grundsätzen eintrat.

 

[3] Oliver Cromwell und das Massaker von Drogheda (5) – Auszug - 3. Februar 2012. Archive for the ‘Comment’ Category:

http://frankzumbach.wordpress.com/category/comment/page/100/

 

„Was die ‚roundheads’* noch unerbittlicher machte, waren die Schauergeschichten über die Massaker an protestantischen Siedlern von 1641 ... In solch aufgeheizter Stimmung forderte Cromwell, mit einer Übermacht vor den Toren Droghedas (Irland) stehend, den Oberbefehlshaber der Stadt, Sir Arthur Aston, zur sofortigen und bedingungslosen Kapitulation auf. Und der weigerte sich ... (*Name für die Anhänger des englischen Parlaments im Englischen Bürgerkrieg, 1642-1649)

 

Das Gemetzel von Drogheda diente Cromwell einzig und allein dem Zweck, die Gegner zukünftiger Partien einzuschüchtern, und hierbei heiligte der Zweck nicht die Mittel. Er fühlte sich berechtigt, eines seiner beliebten Exempel zu statuieren, was ihm in Irland nicht nur den Hass von Generationen eintrug, ...

 

Beim dritten Versuch und unter weiteren Verlusten gelang es den Soldaten unter Anführung Cromwells höchstpersönlich jedoch, in die Stadt vorzudringen ...

 

Die Gegner wurden entwaffnet, was schnell und reibungslos vor sich ging, da sie dem Wort des Lord Protectors (Cromwell) vertrauten. Nachdem dies geschehen war, begann das Massaker von Drogheda. Zuerst säbelte und spießte man Astons wehrlose Soldaten nieder ...

 

Die siegreichen ‚roundheads’ erhielten ‚Ausgang’, schwärmten plündernd, mordend und vergewaltigend durch die Stadt, rissen die Bürger Droghedas aus Häusern, Kirchen und Verstecken und brachten um, wen sie fanden. Über tausend Menschen hatten sich in die St. Peter’s Church geflüchtet. Die Soldaten drangen in das Gotteshaus ein, rafften Kandelaber, Messgeschirr und alle tragbaren Dinge von Wert zusammen und verschonten weder Männer, Frauen noch Kinder.

 

Hunderte versuchten, sich in den hölzernen Kirchturm zu retten, der in Brand gesteckt wurde. Wer aus dem Flammeninferno entkam, lief in die Säbel und Piken des Cromwell’schen Mobs, der draußen eine regelrechte Hatz auf Überlebende veranstaltete... Zwei Priester schleppte man zum Marktplatz, wo man sie an Pfählen festband und unter großem Hallo Schießübungen auf sie veranstaltete; zwei Dominikanermönche wurden im Beisein Cromwells und seiner Offiziere vor den Stadtmauern gehängt – oder eher langsam aufgezogen und erdrosselt ...

 

Doch der englische Historiker Lord Clarendon vermerkte etwa ein halbes Jahrhundert später mit offensichtlicher Genugtuung, dass zumindest ”alle Iren” – d. h. also fast die Gesamtbevölkerung der Stadt (ca. 3500) “über die Klinge gesprungen seien,”... “Wenn sie sich ergaben,” schreibt Cromwell, “schlugen wir den Offizieren die Schädel ein; jeder Zehnte der Soldaten wurde getötet, der Rest nach Barbados verschifft.” ...

 

Cromwells eigener Bericht an das Parlament ist beredsam genug. Natürlich war er nur das Werkzeug Gottes: “Wir fühlten in unseren Herzen,” schreibt er, “dass wir eine große Aufgabe zu vollbringen hatten, nicht allein durch Stärke und eigene Kraft, sondern beseelt vom Willen des Allmächtigen.” ...

 

Cromwell schwelgt sogar in Details: “Nachdem sich hundert von ihnen in den Glockenturm von St. Peter und einen Rundturm neben dem Kirchtor, Saint Sunday’s genannt, zurückgezogen hatten, gab ich Befehl, Feuer an den Glockenturm zu legen. Da hörte ich, wie jemand aus den Flammen rief: ‚Der Himmel steh’mir bei, ich brenne, ich brenne!’ – Ich danke Gott für die große Gnade, die er uns erwies..”- und schließt mit der Feststellung: „Das Papistengesindel dürfte wohl in Drogheda vollständig ausgerottet sein…” ...

 

In einem weiteren Brief sucht er bereits sein Vorgehen zu rechtfertigen, ... Damit spielte er auf die Rebellion von 1641 und die Ermordung protestantischer Siedler (in Irland) an; (ca. 30.000 getötete Bürger) ... Er stellte das Massaker als „gerechtes Strafgericht Gottes“ (`righteous judgement of God’) „an diesen barbarischen Schurken” dar, „deren Hände von so viel unschuldigem Blut besudelt (waren).“ ...

 

Cromwells folgendes Argument schien weitaus stichhaltiger: „Die Lektion von Drogheda wird dazu beitragen, zukünftiges Blutvergießen zu vermeiden. Aus diesem Grund halte ich solche Aktionen für angemessen, die sonst nur Reue und Gewissensbisse erzeugen würden.“ (‚which otherwise cannot but work remorse and regret.’) ...

 

Cromwells nächstes Ziel war die von Colonel David Sinnott und 3000 Mann verteidigte Stadt Wexford (Irland), in der es nach kurzer Belagerung im Oktober zu ähnlichen Schlächtereien kam.“

 

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Kleines Wörterbuch:

 

1. Plus „mehr“ 11. Jh., aus lat. plus; Macelin „ein Metzger“; que „welcher“, „was“, „dass“; roy „König“; en „in“, „auf“ 9. Jh., afrz. auch „unter“, „zwischen“; Angleterre, angleterre „Art englischer Stoff“ 17. Jh., ist eins mit dem Ländernamen „Angleterre „England“; 2. lieu „Ort“ 10. Jh., aus lateinisch locus; obscur „dunkel“ 12. Jh. oscur, escur, aus lat. obscurus; par „durch“, „gemäß“, „mittels“ u. ä. 11. Jh.; force „Kraft“, „Gewalt“ 12. Jh., afrz. auch „Mut“, „Streitmacht“; empire „Herrschaft“ 11. Jh. emperie, empirie, aus lat. imperium; 3. lasche, lache „schlaf“, „feige“ 12. Jh. ist postverb. Adj. von lacher „nachlassen“, 12. Jh. laschier aus vlat. lascare; sans „ohne“, 11. Jh. senz, aus lat. absentiä „in Abwesenheit von ...“; foy, foi „Glaube“, 11. Jh. feid, aus lat. fides „Treue“; loy, loyal „gesetzmäßig“, „aufrichtig“ 12. Jh., aus lat. legalis „gesetzlich“, „den Gesetzen gemäß“; saignera, saigner „bluten“, „zu Ader lassen“ 12. Jh. sainier, aus lat. sanguinare in beiden Bedeutungen; terre „Erde“ 10. Jh., aus lat. terra; 4. son „sein“ 9 Jh.; temp, temps „Zeit“ 10. Jh. tens, aus lat. tempus; approche, approcher „nähern“ 12. Jh. aprochier „näher bringen“, „näher kommen“, aus vlat. appropiare; si „wenn“ 9. Jh. afrz. se; pres „bei“, „nahe“ ist ursprünglich adverbiell, aus lat. presse oder vlat. presso „gedrängt“; souspire, soupir „Seufzer“ 12. Jh., ist postverb. Subst. von soupirer „seufzen“, aus lat. suspirare.

 

Quellen: U. a. Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache, E. Gamillscheg, 1997.  

 

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